Einst nur als Mittel gegen Wechseljahrsbeschwerden der Frau empfohlen, gilt die Traubensilberkerze (Cimicifuga racemosa) dank ihrer natürlichen Hormone als Mittel gegen Haarausfall und Prävention gegen Haarverlust. Dies ist ihrem Gehalt an Estrogenen – auch als Östrogene bekannt – zuzuschreiben. Besserung versprechen sich jedoch nicht nur Frauen, auch Männer können von den Inhaltsstoffen der Traubensilberkerze profitieren.

Östrogene aus der Natur

Ihre Heimat hat die Traubensilberkerze, die zu den Hahnenfußgewächsen zählt, in Kanada und dem Nordosten der USA. Dort wird sie seit langem von Indianern als Heilpflanze angewandt. Aus dem Rhizom, dem Wurzelstock, werden verschiedene Wirkstoffe gewonnen. In Untersuchungen wurde nachgewiesen, dass die enthaltenen Triterpenglykoside eine östrogenähnliche Wirkung auf den Körper haben. Dies macht die Silberkerze zum beliebten Mittel gegen Wechseljahrsbeschwerden. Dass diese Triterpenglykoside auch gegen hormonbedingten Haarausfall wirksam werden können, ist eine logische Schlussfolgerung.

Wirkung gegen Haarausfall wissenschaftlich betrachtet

Auf diese erklärbare Wirkung setzen nicht nur Betroffene, sondern auch die Forschung. Ein isopropanolischer Extrakt der Pflanze war Gegenstand einiger wissenschaftlicher Untersuchungen. Es wurde festgestellt, dass durch das naturheilkundliche Mittel ein positiver Einfluss auf androgenetischen Haarausfall hervorgerufen wurde. Anhand unterschiedlicher Parameter wie Haarstärke und Haardichte wurden in einer Pilotstudie der Dermatologischen Klinik an der RUB (Ruhruniversität Bochum) 20 Personen über ein halbes Jahr betreut und untersucht. Die Versuchspersonen litten an hormonell erblich bedingtem Haarausfall. Im Studienzeitraum fielen ihnen weniger Haare aus, der Neuwuchs war stärker und dichter.

Forschungsobjekt Traubensilberkerze

Auch andere Wissenschaftler finden die Erforschung der Wirkstoffe in Bezug auf Haarausfall lohnenswert. Auf weitere Versuche setzt das Team um Prof. Jarry von der Universitätsfrauenklinik Göttingen. An amerikanischen Universitätskliniken laufen Studien, in denen die Wirkung des Traubensilberkerzenextrakts bei Haarausfall infolge von Krebserkrankungen und Chemotherapie erforscht wird.

Haarausfall durch Hormone

Dass vor allem bei androgenetischem Haarausfall Erfolge zu erwarten sind, hat seine Ursache zum einen in der hormonellen Wirkung der Traubensilberkerze und zum anderen in den hormonellen Vorgängen im Körper der Betroffenen, die an dieser Art des Haarausfalls leiden. Der androgenetische Haarausfall ist ein Prozess, der durch ein unausgewogenes Verhältnis an männlichen Hormonen hervorgerufen werden kann. Dies betrifft erblich bedingt Männer, deren nahe Familienangehörige ebenfalls frühzeitig über Haarausfall klagen mussten. Aber auch Frauen werden durch die hormonellen Veränderungen, die in den Wechseljahren ein ganz natürlicher Vorgang sind, von verstärktem Haarausfall betroffen. Die Produktion von Östrogen lässt nach, da die Eierstöcke ihre Tätigkeit einstellen. Das männliche Hormon Testosteron tritt in den Vordergrund und kann so zu verstärktem Haarverlust führen.

Traubensilberkerze für innerliche und äußerliche Anwendung

Für eine Erfolg versprechende Behandlung des Haarausfalls mit Traubensilberkerze (Cimicifuga racemosa) kommen derzeit hauptsächlich zwei Methoden in Betracht. Eine davon ist die innerliche Anwendung von Silberkerzenpräparaten. Tropfen, Kapseln oder Tabletten werden nach Vorschrift kurmäßig eingenommen. Gute Erfolge scheinen auch Tinkturen für die äußerliche Anwendung zu erzielen. Dilution, Tinktur oder Haartonikum werden in die Kopfhaut einmassiert. Nicht zuletzt kann hier durch den Massageeffekt die Wirksamkeit der Präparate verstärkt werden. Regelmäßige Massagen führen zu einer stärkeren Durchblutung der Kopfhaut, was sich wiederum in vielen Fällen positiv auf den Haarwuchs auswirkt.

Mit Geduld zum Erfolg

Mit einer schnellen Besserung sollten Sie bei der Traubensilberkerze jedoch nicht rechnen. Es dauert mehrere Wochen, bis sich erste Erfolge zeigen können. Wichtig ist auch, dass Sie auf die Qualität der Präparate achten. Es empfiehlt sich der Kauf in Apotheken und Drogerien, damit ein einwandfreies Produkt garantiert ist.

Traubensilberkerze nach ärztlichem Rat

Vor allem, wenn Sie bereits Medikamente gegen Erkrankungen einnehmen müssen, sollten Sie die Anwendung von Traubensilberkerzenpräparate mit Ihrem behandelnden Arzt absprechen. Wie bei allen pflanzlichen Wirkstoffen kann es zu Wechselwirkungen mit anderen Präparaten kommen. Bei empfindlichen Personen können Magen- und Darmprobleme auftreten. Generell wird von einer Einnahme, die länger als sechs Monate dauert, abgeraten. Ebenfalls nicht angewendet werden sollten Traubensilberkerzenpräparate während der Schwangerschaft und Stillzeit. Bei Krebserkrankungen, vor allem Brustkrebs, ist eine enge ärztliche Überwachung notwendig.

 

Quellen:
https://www.pharmazeutische-zeitung.de/inhalt-38-2003/pharm7-38-2003/
https://www.uni-frankfurt.de/55321224/Reinstoffe
https://www.phytodoc.de/heilpflanzen/traubensilberkerze
https://www.deutsche-apotheker-zeitung.de/news/artikel/2018/01/01/remifemin-traubensilberkerze-bei-wechseljahresbeschwerden
https://www.ptaheute.de/news/artikel/traubensilberkerze-fuer-die-hormonelle-balance/