Hilfe aus der Natur: Tee gegen Haarausfall

Haarausfall betrifft viele Menschen aus unterschiedlichen Gründen. Patienten suchen, zusätzlich zu gängigen Medikamenten aus der Schulmedizin, auch bei Präparaten aus der Naturheilkunde Hilfe. So kann Tee unter Umständen gegen Haarausfall helfen. Wie bei vielen Naturheilmitteln können Sie nur ausprobieren, ob Sie nach einer regelmäßigen innerlichen oder äußerlichen Anwendung von Tee eine deutliche Verbesserung Ihres Haarausfalls bemerken.

Frau trinkt Tee

Haarausfall hat viele Gesichter

Egal warum sich die Haare auf dem Kopf langsam lichten, die Betroffenen fühlen sich in der Regel stark beeinträchtigt. Eine volle Haarpracht spricht für Gesundheit und Jugend. Verabschiedet sie sich langsam, ist es in vielen Fällen einfacher, Haare zu erhalten, anstatt sie zurückzubekommen. Ein frühzeitiger Besuch beim Hautarzt oder beim Allgemeinmediziner ist daher sinnvoll. Häufige Formen von Haarausfall sind:

Kann Tee gegen Haarausfall helfen?

Tee ist eine beliebte Zubereitung von Wirkstoffen in der Naturheilkunde oder der traditionellen chinesischen Medizin. Je nach Sorte können Sie den Tee trinken oder äußerlich auf der Kopfhaut anwenden. Besonders gut untersucht ist der Grüne Tee. In verschiedenen medizinischen Studien finden sich Hinweise auf die Wirksamkeit der enthaltenen Stoffe gegen Haarausfall. Aber auch Brennnesseltee oder Basilikumtee sind bekannte Hausmittel, denen eine Wirkung gegen den Verlust von Haaren nachgesagt wird.

Verschiedene Teesorten gegen Haarausfall

Grüner Tee

Grüner Tee

Eine der besser untersuchten Teesorten ist der Grüne Tee. Seine Polyphenole und die Wirkung als DHT-Blocker gegen Testosteron können gegen Haarausfall helfen. Die Wirkstoffe schützen die Haarwurzeln und verlängern so den Wachstumszyklus der Haare. Sie können Grünen Tee trinken oder als Extrakt äußerlich auf der Kopfhaut anwenden. Auch in der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) ist der Grüne Tee mit seiner Vielzahl an Sorten sehr beliebt und wird vielseitig eingesetzt.

Brennnesseltee

Brennnesseltee

Der Tee aus dem Gartenkraut kann lokal aufgetragen die Durchblutung der Kopfhaut anregen. Innerlich angewendet punktet Brennnesseltee durch Mineralstoffe, Vitamine und durch seine basischen Eigenschaften. Lassen Sie den Tee auf jeden Fall lange ziehen. Eine Viertelstunde reicht in der Regel aus.

Basilikumtee

Basilikum

Ein weiterer natürlicher DHT-Blocker ist der Basilikumtee. Ihm wird somit nachgesagt, den Hormonhaushalt positiv zu beeinflussen und die Bildung von Dihydrotestosteron zu unterdrücken. Männer und Frauen mit anlagebedingtem Haarausfall können von dieser Teesorte besonders profitieren und den lästigen Haarausfall bremsen.

Tee aus Bockshornklee

Bockshornklee

Bockshornklee lässt sich ebenfalls als Tee zubereiten. Das Naturheilmittel enthält zum Beispiel entzündungshemmende ätherische Öle und Saponine, zusätzlich reichlich B-Vitamine. So besteht die Möglichkeit, einer gereizten Kopfhaut und Nährstoffmangel entgegenzuwirken.

Schwarzer Tee

Schwarzer Tee

Auch den schwarzen Tee ordnen Wissenschaftler in die Gruppe der natürlichen DHT-Blocker ein. Sein Theaflavin hilft so eventuell Frauen in den Wechseljahren und Männern mit hormonbedingtem Haarausfall.

Cistus bzw. Zistrosen Tee

Cistus / Zistrose

Aus Südeuropa kommt der Cistus Tee (Zistrosen Tee). Probieren Sie den Tee lokal auf der Kopfhaut aus. Ätherische Öle wie Phenol und Borneol können Entzündungsprozesse hemmen und die Durchblutung der Kopfhaut anregen.

Lavendeltee

Lavendel

Ist Ihr Haarausfall stressbedingt? Linalool aus dem Lavendeltee kann beruhigen und dem Haarausfall eventuell entgegenwirken. Hormonelle Wirkungen werden dem Tee ebenfalls nachgesagt.

Gibt es Gegenanzeigen für Tee gegen Haarausfall?

Naturheilmittel haben verschiedene nachgewiesene oder noch nicht bestätigte Wirkungen auf den menschlichen Organismus. Daher sollten Sie Arzneitee mit Vorsicht genießen. Bestehen bei Ihnen Vorerkrankungen oder nehmen Sie regelmäßig Medikamente ein, fragen Sie bitte Ihren behandelnden Arzt um Rat, bevor Sie eine Therapie mit Tee gegen Haarausfall beginnen.

Sollten Sie Tee gegen Haarausfall bevorzugen oder herkömmliche Medikamente?

Haarausfall ist keine lebensbedrohliche Erkrankung. Trotzdem kann der Zustand die Betroffenen stark beeinträchtigen und sogar psychische Beschwerden hervorrufen. Verständlicherweise entscheiden sich die meisten Patienten für eine Therapie. Medikamente aus der Schulmedizin sind dabei in der Regel die sichere Wahl. Je nach Form des Haarausfalls helfen zum Beispiel

  • natürliche Nährstoffkomplexe wie Priorin, mit den Inhaltsstoffen Hirse, Weizenkeimöl, Lecithin, etc. Gerade aufgrund seiner natürlichen Inhaltsstoffe, ist dies eine gute Wahl, wenn Sie zunächst auf die Einnahme von Medikamenten verzichten möchten.
  • Bei anlagebedingtem diffusem Haarausfall setzen Mediziner mitunter auch Blutdrucksenker ein. Lokal auf der Kopfhaut angewendet, kann dieser Haarausfall verringern.
  • Finasterid beispielweise nutzen Ärzte für Männer mit androgener Alopezie. Als Tabletten eingenommen blockiert der Wirkstoff die Umwandlung von Testosteron zu Dihydrotestosteron und verlängert so den Lebenszyklus der Haare.

Bei verschiedenen Teesorten konnten Wissenschaftler eine Wirksamkeit gegen Haarausfall nur bedingt feststellen. Daher ist Tee gegen Haarausfall eher eine therapiebegleitende Maßnahme und als Ergänzung zur Schulmedizin zu betrachten. Der berühmte Placeboeffekt kann aber ebenfalls eine positive Rolle beim Thema Tee gegen Haarausfall spielen.

 


Quellen:

  • Pazyar N, Feily A, Kazerouni A. Green tea in dermatology. Skinmed. 2012;10(6):352-355.
  • Kwon OS, Han JH, Yoo HG, et al. Human hair growth enhancement in vitro by green tea epigallocatechin-3-gallate (EGCG). Phytomedicine. 2007;14(7-8):551-555. doi:10.1016/j.phymed.2006.09.009
  • Ralph M. Trüeb, The Difficult Hair Loss Patient: Guide to Successful Management of Alopecia and Related Conditions, Springer Verlag Heidelberg, 2015