Der individuelle Hormonstatus gehört zu den häufigsten Ursachen eines diffusen Haarausfalls. Was durch das hormonelle Ungleichgewicht entstanden ist, kann im günstigen Fall durch Hormongaben wieder ausgeglichen werden. Als hilfreich werden pflanzliche Hormone betrachtet, aber auch Präparate aus der wissenschaftlich orientierten Medizin können verstärkten Haarausfall reduzieren oder gar zum Stillstand bringen.

Hormonabfall und -überschuss – Folge Haarverlust

Bei Frauen liegt es vor allem an fehlendem Östrogen und Progesteron, wenn mehr Haare als gewöhnlich ausfallen. Die Ursache ist meist einfach zu finden: Eine Schwangerschaft, das Absetzen der Pille oder die Wechseljahre sind der Auslöser. Anders ist es, wenn ihr Körper zu viel Androgene produziert. Es kann zu stärkerem Haarwuchs im Gesicht und am Körper kommen, die Haupthaare jedoch lichten sich. Geheimratsecken und Haarausfall am Hinterkopf sind typische Anzeichen.

Ein dritter Grund für verstärkten Haarverlust sind Störungen der Schilddrüse. Liegt eine Unterfunktion vor, kann diese Auswirkungen auf den Haarwuchs haben. Hiervon können auch Männer betroffen sein. Weitaus verbreiteter ist beim männlichen Geschlecht jedoch eine Überproduktion von Dihydrotestosteron. Ist die Ursache des vermehrten Haarausfalls eindeutig Hormonen zuzuschreiben, kann eine Behandlung mit hormonellen Gegenspielern in Betracht gezogen werden.

Hormone, Pille
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Phytohormone – Haarwuchsmittel aus der Natur

Sich aus der reichen Apotheke der Natur zu bedienen, liegt nicht nur im Trend, sondern hat eine lange Tradition. Was also liegt näher, als sich auch bei Haarausfall auf die uralten Mittel zu besinnen. Die pflanzlichen Wirkstoffe gibt es als Nahrungsergänzungsmittel in Kapsel- oder Tablettenform für die Einnahme. Für die äußerliche Anwendung ist Haarwasser im Handel, die ebenfalls gegen Haarausfall vorbeugend und lindernd wirken können. Schnelle Erfolge sollten Sie jedoch nicht erwarten. Es dauert meist mehrere Monate, bis eine Wirkung sichtbar ist.

Pflanzliche Hormone – für volleres Haar

Phytohormone sind organische Verbindungen, die als primäre Botenstoffe für die Entwicklung und das Wachstum von Pflanzen verantwortlich sind. Es sind jedoch nicht nur die primären Botenstoffe allein, denen die Wirkung gegen Haarausfall zugeschrieben wird. Neben diesen echten Phytohormonen finden sich die wichtigen sekundären Pflanzenstoffe, die ebenfalls Einfluss auf das Wachstum haben. Zu ihren gehören Verbindungen der verschiedenen Phenole und Steroide, die die Phytohormone unterstützen.

Wegen ihrer östrogenähnlichen Inhaltsstoffe sind folgende Pflanzenmittel besonders geschätzt:

Pflanzliche Hormone – doppelter Effekt bei Frauen

Während einer Schwangerschaft und in der Stillzeit sollten auch Präparate mit pflanzlichen Hormonen nicht ohne ärztliche Abklärung eingenommen werden. Meist pendelt sich zudem der Hormonhaushalt von ganz allein nach wenigen Monaten wieder ein, ein Präparat ist also kaum nötig.

Anders sieht es während der Wechseljahre aus. Oft verstärkt sich der Haarausfall im Laufe der Jahre, da der Körper kein Östrogen mehr produziert. Hier fällt die lange Anwendungszeit kaum ins Gewicht. Positiv ist während des Klimakteriums auch, dass Phytohormone auch lindernd auf andere Wechseljahresbeschwerden wirken können. Eine kurze Rücksprache mit dem Gynäkologen ist auch beim Einsatz von pflanzlichen Mitteln ratsam, denn er sollte wissen, was Sie gegen diese Beschwerden von sich aus unternehmen.

Haarausfall stoppen – Medikamente und Wirkstoffe gegen Haarausfall

Nicht immer ist es Östrogenmangel, wenn Frauen unter Haarausfall leiden. Ein Hormonstatus kann Aufschluss geben, ob nicht etwa männliche Hormone im Überschuss vorhanden sind. Bei Männern gibt oft schon die Anamnese einen ersten Aufschluss darüber, was die Ursache des ungewöhnlichen Haarverlustes sein kann. Der androgenetische Haarausfall trifft in vielen Familien nicht nur einen männlichen Nachkommen. Andere Männer in der Verwandtschaft sind in der Regel ebenfalls betroffen.

[h3]Haarausfall bei Frauen – zu viel männliche Hormone[/h3]
Nicht nur nach der Menopause, sondern oft schon in jungen Jahren tritt eine besondere Form der Hormonstörung bei Frauen auf. Ist der Haarausfall keine einzelne Auffälligkeit, sondern kommen noch fehlende Regelblutungen dazu, ist definitiv der Hormonhaushalt gestört. Stellt der Arzt keine dahinterliegende Ursache wie Tumore fest, besteht die berechtigte Hoffnung, dem Haarausfall mit Kontrazeptiva Einhalt zu gebieten. Einige Antibabypillen sind zur Behandlung bei Haarausfall zugelassen.

Ist die Diagnose „zu viel Androgene“ bei Frauen eindeutig, steht dies womöglich im Zusammenhang mit einer Fehlfunktion der Eierstöcke. Beim PCOS – Syndrom der polyzystischen Ovarien – wird die Hormonproduktion durch die Gabe von Östrogen gebremst. Gleichzeitig wird Gestagen verabreicht, das die Wirkung des Testosterons blockiert. Das PCOS kann mit Hirsutismus einhergehen. Diese Erkrankung ist in selteneren Fällen auf Tumore der Nebenniere zurückzuführen. Eine genaue Abklärung ist hier besonders wichtig. Kennzeichnend für Hirsutismus ist bei Frauen eine wuchernde Körperbehaarung mit Bartwuchs, gleichzeitig fallen die Kopfhaare vermehrt aus.

DHT stoppen – Hormone gegen Haarausfall

Ein Mittel, das sowohl bei Frauen als auch bei Männern gegen hormonell bedingten Haarausfall eingesetzt wird, sind Präparate mit dem Wirkstoff 17-Alpha-Estradiol. Diese wirken jedoch nur schwach hormonell, haben aber eine Wirkung als Hemmstoff für das Enzym 5-alpha-Reduktase.

Überzeugender, vor allem was den erneuten Haaraufbau betrifft, sind hingegen Mittel mit Hirseextrakt, die auf natürliche Weise gegen hormonell bedingten Haarausfall helfen können.

Einnahme und Dosierung

Bei der homöopathischen Behandlung von Haarausfall (durch die Einnahme von Globuli) gibt es einige Grundregeln zu beachten:

  • 30 Minuten vor und nach der Einnahme eines homöopathischen Mittels sollten Sie weder etwas essen, noch Zähne putzen oder koffein- und alkoholhaltige Getränke zu sich nehmen. Nur so entfaltet das Homöopathikum seine volle Wirkung.
  • Je nach Stärke des Haarausfalls sollten die Globuli 1-3 Mal pro Tag eingenommen werden. Eine Dosis beträgt dabei 5 Globuli.
  • Legen Sie sich das Präparat auf oder unter die Zunge und lassen Sie es dort zergehen, ohne es zu kauen. So kann es über die Mundschleimhaut schnell aufgenommen werden.
  • Solange die Beschwerden bestehen, aber das homöopathische Mittel eine Wirkung erkennen lässt, nehmen Sie dieses weiter ein. Ist eine längere Behandlung erforderlich , wie z.B. bei chronischem Haarausfall, empfiehlt sich eine regelmäßige Pause. Nehmen Sie das jeweilige Homöopathikum drei Wochen lang täglich zu sich und pausieren Sie anschließend eine Woche.
  • Bei Unsicherheiten und Fragen lohnt es sich, einen Homöopathen zu konsultieren.

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