Haartransplantation bei Haarausfall – Alles Wissenswerte

Irgendwann ist es für die meisten Männer und viele Frauen deutlich sichtbar: Die Haare werden dünner und es kommt zu Haarausfall. In vielen Fällen ist eine genetische Veranlagung die Ursache, manchmal sind die Hormone dafür verantwortlich. Wer sich mit dem Haarausfall nicht abfinden möchte, kann das mit Hilfe einer Haartransplantation ändern: Bei dieser wird das eigene Haar genutzt. Hier erfahren Sie, was genau bei einer Haartransplantation passiert, für wen diese geeignet ist und wo Sie diese durchführen lassen können.

Die Haare werden neu verteilt

Jeder Mensch trägt durchschnittlich zwischen 80.000 und 140.000 Haare auf seinem Kopf. Doch von diesen vielen Haaren wird optisch nur ein recht kleiner Teil wahrgenommen. Erst wenn sich die Anzahl der Haare um rund die Hälfte verringert hat, wird das Haar als licht empfunden. Allerdings bleibt das Haar rund um den Hinterkopf, am sogenannten Haarkranz, in den meisten Fällen sogar dann dicht, wenn der Oberkopf ganz kahl wird. Diese Haare sind gegen das Hormon DHT (Dihydrotestosteron), welches den Haarausfall verursacht, relativ unempfindlich. Diese beiden Phänomene werden von der Haartransplantation genutzt.

Haartransplantation Prozess grafisch dargestellt
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Wie funktioniert die Haartransplantation?

Bei der Transplantation werden die Haarfollikel verpflanzt, diese Strukturen, aus der die Haare aus der Kopfhaut sprießen. Zunächst werden aus dem Haarkranz die Haarfollikel mit einem kleinen Stückchen Haut herausgelöst und diese dann an der dafür vorgesehenen Stelle eingesetzt. Das kann entweder mit einzelnen Follikeln oder aber als Follikelinseln geschehen. In Deutschland werden die Follikel auf feinen Hautstreifen entnommen, anschließend in Follikelinseln mit rund fünf Follikeln (sogenannte Grafts) geteilt und diese auf die kahlen Stellen verpflanzt. Inzwischen können sogar einzelne Follikel eingesetzt werden. Am aufwändigsten ist die Haartransplantation, wenn die Follikeln nicht nur einzeln verpflanzt, sondern auch einzeln aus dem Haarkranz herausgelöst werden. Da die Haare aus dem Haarkranz so unempfindlich gegen DHT sind, bleiben sie nach der Transplantation am Oberkopf gut erhalten und fallen nicht aus. Die Kosten für eine Haartransplantation hängen von der gewählten Transplantationsmethode und von der Menge der zu transplantierenden Haare ab.

Ist die Behandlung für jeden geeignet?

Eine Haartransplantation eignet sich für all diejenigen, die unter genetisch bedingtem Haarausfall leiden. Eine andere Bezeichnung für diesen Haarausfall ist androgenetischer Haarausfall. Da Männer häufiger davon betroffen sind, gehört die Haartransplantation zu den ästhetischen Behandlungen der Männer. Allerdings eignet sich die Behandlung auch bei Menschen, bei denen durch einen Brand die Augenbrauen oder Haare beschädigt wurden. Die Haartransplantation kann auch bei Menschen durchgeführt werden, die unter krankheitsbedingtem Haarausfall leiden. Vor einer Transplantation wird der Patient gründlich untersucht: Der Arzt überprüft nicht nur die Ursache für den Ausfall der Haare, sondern er analysiert die im Haarkranz vorhandenen Haare, ob sie sich für die Transplantation tatsächlich eignen. Grundsätzlich lässt sich sagen, dass eine Haartransplantation für jeden möglich ist, der gesund ist.

Was sind die Voraussetzungen für eine erfolgreiche Haartransplantation?

Da bei der Eigenhaartransplantation die eigenen Haare des jeweiligen Patienten erst entnommen und anschließend auf die kahlen Stellen verpflanzt werden, muss derjenige ausreichend eigenes und gesundes Haar besitzen. Nur dann kann die Haartransplantation erfolgreich verlaufen. Das erreichte Ergebnis wird von der vorhandenen Haarstruktur und der Dicke der Haare deutlich beeinflusst. So hängt es von der Haardichte der Haare im Haarkranz ab, wie viele Haare von dort entnommen und auf die kahlen Stellen transplantiert werden können.

Wo kann man Haartransplantationen durchführen?

In Deutschland gibt es eine ganze Reihe an chirurgischen Praxen, die Haartransplantationen anbieten. Die Ärzte haben sich im Verband Deutscher Haarchirurgen e.V. organisiert und stellen interessierten Patienten ausreichend Informationsmaterial über die Haartransplantation zur Verfügung. Ebenso wird die Haartransplantation in vielen anderen Staaten durchgeführt. Zu diesen gehören beispielsweise Ungarn, Tschechien, Polen, aber auch die Türkei. In Deutschland gibt es Beratungsstellen, bei denen sich die Patienten umfassend informieren können, diese arbeiten mit den entsprechenden Kliniken im Ausland zusammen.

Mit welchen Kosten muss bei einer Haartransplantation gerechnet werden?

Die Kosten für die Haartransplantation richten sich danach, wie viele Haarfollikel verpflanzt werden sollen. Werden lediglich die Geheimratsecken behandelt, sind die Kosten dafür deutlich geringer als bei einer Behandlung des gesamten Oberkopfes. Leider übernehmen die Krankenkassen lediglich einen Teil der Kosten für ein Toupet oder eine Perücke – und auch das nur, wenn Sie an psychischen Folgen durch den Haarausfall leiden. Die Haartransplantation müssen Sie dagegen in jedem Fall selbst zahlen. Die genauen Kosten für die Haartransplantation hängen davon ab, wie viele Follikel bei der Transplantation verpflanzt werden. Für einen genauen Vergleich sollten daher diese Kosten herangezogen werden. In Deutschland sind die Ärzte an die Gebührenordnung der Ärzte (GOÄ) gebunden. Für Anästhesie und Pflege der Entnahmestelle fallen nach GOÄ rund 177 Euro an, für die Follikelimplantation pro Follikelinsel 4,66 Euro. Dazu kann der Arzt die Vor- und Nachuntersuchung nach der GOÄ berechnen. In anderen europäischen Ländern ist die Haartransplantation oft preiswerter – und in der Türkei kostet sie im Durchschnitt nur rund die Hälfte von dem, was in Deutschland dafür zu zahlen ist.

Welche Nebenwirkungen können auftreten?

Wie bei jedem anderen medizinischen Eingriff kann es auch bei einer Haartransplantation zu Nebenwirkungen kommen:

– Die Kopfhaut kann sich entzünden

– Die Haarfollikel wachsen nicht wie gewünscht an

– Das Gewebe vernarbt

Sind bestimmte Vorerkrankungen vorhanden, ist die Gefahr von Nebenwirkungen größer. Das gilt beispielsweise für Diabetes. Ist der eigentliche Haarausfall noch nicht abgeschlossen und es wird bereits eine Transplantation durchgeführt, dehnen sich die kahlen Stellen weiter aus und die implantierten Areale bleiben wie haarige Inseln stehen. Besteht die genetische Neigung zur Vollglatze, würden die implantierten Haare ebenfalls ausfallen: Hier hat der Haarkranz keine schützende Wirkung.