Homöopathie bei Haarausfall: Alles, was Sie wissen sollten

Haarausfall kann für Frauen und Männer eine starke psychische Belastung darstellen. Umso wichtiger ist es, schnell zu reagieren, um den Haarverlust zu stoppen und im Idealfall das Wachstum erneut anzuregen. Die effektivste Möglichkeit ist hierbei nach wie vor der Griff zu Medikamenten aus der Schulmedizin bzw. speziellen, im besten Fall pflanzlichen, Haarausfall-Präparaten. Ergänzend stehen den Betroffenen verschiedene naturheilkundliche Methoden zur Verfügung. Mit homöopathischen Mitteln (wie z.B. Globuli) kann das Haarwachstum schonend und auf natürlichem Wege unterstützt werden.

Haarausfall-Ursachen: Wann ist eine homöopathische Behandlung erfolgsversprechend?

Die Ursachen für Haarausfall sind vielfältig: Neben verschiedenen Krankheiten, erblichen Veranlagungen oder Hormonschwankungen (z.B. während der Wechseljahre) können auch Stress oder ein Nährstoffmangel für den übermäßigen Haarverlust verantwortlich sein. Wer also merkt, dass er über einen längeren Zeitraum deutlich mehr als die üblichen 100 Haare pro Tag verliert, sollte zunächst einen Arzt aufsuchen. Dieser testet Ihr Blut auf mangelnde Vitalstoffe und Hormon-Anomalien, um so die mögliche Ursache zu identifizieren. Lässt sich auf diesem Wege kein eindeutiger Grund für Ihren Haarausfall ausfindig machen, kommt neben der Einnahme spezieller pflanzlicher Präparate auch eine begleitende Behandlung mit homöopathischen Mitteln in Frage. Da es zahlreiche Auslöser für Haarausfall gibt, wirkt nicht jedes Homöopathikum bei jedem Patienten. Es kann also nötig sein, verschiedene Wirkstoffe zu testen. Nehmen Sie jedoch immer nur ein Mittel auf einmal ein, statt mehrere Präparate miteinander zu kombinieren.

Für wen sind homöopathische Mittel gegen Haarausfall geeignet?

Haarausfall-Mittel auf pflanzlicher Basis sind leicht verträglich, weswegen sie prinzipiell von Menschen aller Altersstufen eingenommen werden können. Dies gilt auch für die Selbstmedikation mit homöopathischen Präparaten bis zur Potenz D12. Wer hingegen stärkere Produkte anwenden möchte, sollte zuvor einen Arzt oder Homöopathen konsultieren. Auch Schwangere und stillende Mütter sollten vor der ersten Einnahme eine fachliche Beratung durch ihren behandelnden Frauenarzt oder einen Heilpraktiker in Anspruch nehmen. Zudem ist es generell empfehlenswert, den Hausarzt über die Einnahme von Homöopathika zu informieren.

Homöopathie gegen Haarausfall
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Welche homöopathischen Präparate können bei Haarausfall helfen?

Es existieren eine Reihe an homöopathischen Mitteln, die sich auch im Kampf gegen Haarausfall bewährt haben. Sprechen Sie im Zweifelsfall mit Ihrem Arzt oder Heilpraktiker, sollten Sie unsicher sein, welches Präparat sich am besten für sie eignet.

Globuli gegen Haarausfall einsetzen

Die wohl bekannteste Form, in der homöopathische Präparate verabreicht werden, sind die so genannten Globuli. Die Präparate bestehen aus Rohrzucker, der mit dem jeweiligen Wirkstoff versetzt wird. Daher können selbst laktoseintolerante Personen mit Globuli behandelt werden. Der süße Geschmack und die geringe Größe der Kügelchen sorgen dafür, dass die Einnahme leichtfällt. Der Name Globuli bezieht sich auf die typische kleine Kugelform des Präparats.

Mögliche Wirkstoffe gegen Haarausfall

Je nach Art und Ursache des Haarausfalls empfehlen Experten ein anderes homöopathisches Mittel:

  • Bei kreisrundem Haarausfall haben sich Globuli mit den Wirkstoffen Selenium (Selen), Acidum hydrofluoricum (Flußsäure), Barium Carbonicum (Bariumcarbonat) und Ustilago maydis (Maisbrand) bewährt. Nehmen Sie diese jedoch nicht gleichzeitig ein, sondern entscheiden Sie sich für einen der genannten Wirkstoffe.
  • Globuli mit Selen kommen zusätzlich bei Betroffenen zum Einsatz, die neben Haarausfall auch unter Akne leiden.
  • Verlieren Sie Ihr Haar höchstwahrscheinlich aufgrund von Stress oder psychischen Problemen wie Burn-Out sollten Sie das Mineralsalz Kalium phosphoricum (Kaliumdihydrogenphosphat) in Globuli-Form einnehmen.
  • Sie befinden sich in den Wechseljahren und verlieren infolgedessen verstärkt Haare? Probieren Sie Globuli mit dem Wirkstoff Sepia, der aus der Tinte von Tintenfischen gewonnen wird.
  • Vor allem bei älteren Menschen geht Haarausfall oft mit einer Prostatavergrößerung, Blasenschwäche oder Nierensteinen einher. In diesen Fällen kommen bevorzugt Globuli mit dem Wirkstoff Delphinium Staphisagria (Stephanskraut) zum Einsatz.
  • Der Wirkstoff Lycopodium (Bärlapp) hilft sowohl bei Haarausfall als Folge einer Schwangerschaft als auch bei krankheitsbedingtem Haarverlust.
  • Eine Alternative bei schwangerschaftsbedingtem Haarausfall ist Natrium chloratum (Kochsalz) . Wenn, vor allem bei Männern, erste Geheimratsecken sichtbar werden können Sie ebenfalls auf Globuli mit diesem Wirkstoff zurückgreifen.
  • Tritt Haarausfall in Kombination mit Nagel- oder Hautproblemen auf, sollten Sie Globuli oder Tropfen mit Silicea probieren. Der Wirkstoff ist auch als Kieselerde sowie als Schüßler-Salz Nr. 11 bekannt. Er stärkt unter anderem Haar, Haut, Knochen und das Immunsystem Auch Kalziumfluorit verspricht in diesem Fall Abhilfe.
  • Calcium fluoratum (Calciumfluorit) wird nicht nur bei Problemen mit Haut und Nägeln oder zur Stärkung von Haaren und Knochen verwendet,  sondern wird alternativ auch eingesetzt, wenn der Betroffene neben Haarausfall auch Venenprobleme, Gicht oder Parodontose hat.

Einnahme und Dosierung

Bei der homöopathischen Behandlung von Haarausfall (durch die Einnahme von Globuli) gibt es einige Grundregeln zu beachten:

  • 30 Minuten vor und nach der Einnahme eines homöopathischen Mittels sollten Sie weder etwas essen, noch Zähne putzen oder koffein- und alkoholhaltige Getränke zu sich nehmen. Nur so entfaltet das Homöopathikum seine volle Wirkung.
  • Je nach Stärke des Haarausfalls sollten die Globuli 1-3 Mal pro Tag eingenommen werden. Eine Dosis beträgt dabei 5 Globuli.
  • Legen Sie sich das Präparat auf oder unter die Zunge und lassen Sie es dort zergehen, ohne es zu kauen. So kann es über die Mundschleimhaut schnell aufgenommen werden.
  • Solange die Beschwerden bestehen, aber das homöopathische Mittel eine Wirkung erkennen lässt, nehmen Sie dieses weiter ein. Ist eine längere Behandlung erforderlich , wie z.B. bei chronischem Haarausfall, empfiehlt sich eine regelmäßige Pause. Nehmen Sie das jeweilige Homöopathikum drei Wochen lang täglich zu sich und pausieren Sie anschließend eine Woche.
  • Bei Unsicherheiten und Fragen lohnt es sich, einen Homöopathen zu konsultieren.

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