Eigenbluttherapien haben sich seit vielen Jahrzehnten als hilfreich bei vielen Erkrankungen erwiesen. Fast wundert es deshalb ein wenig, dass diese Therapiemöglichkeit erst seit ein paar Jahren im Kampf gegen vermehrten Haarausfall eingesetzt wird. Der Gedanke ist, wie hinter jeder dieser Behandlungen, simpel: Durch die Injektion des eigenen Blutes soll der Körper angeregt werden, sich selbst zu helfen.

PRP – eigenes Blut statt Medikamenten

Die Abkürzung PRP stammt vom englischen Begriff „platelet-rich plasma“, auf Deutsch thrombozytenreiches Plasma. Mit der PRP-Behandlung werden sich die Eigenschaften der Thrombozyten zu Nutzen gemacht. Ihre Wachstumsfaktoren regen die Zellerneuerung und die Regeneration der Zellen an, sie tragen zur Kollagensynthese bei.

Injektionen gegen Haarausfall – Stimulation des Haarwachstums

Anders als bei einer Eigenblutbehandlung, wie sie beispielsweise bei Allergikern angewendet wird, erfolgt die PRP-Behandlung nicht durch das intramuskuläre Spritzen des aufbereiteten Plasmas. Damit der Haarwuchs wieder seine normale Funktion erhält, muss im doppelten Sinn an der Wurzel angesetzt werden: Mit dünnen Nadeln wird das Plasma unter die Kopfhaut gespritzt, und zwar genau dort, wo sich die Haare verhältnismäßig stark lichten.

Je nach Klinik und Therapeut, aber auch abhängig von der Heftigkeit des Haarausfalles, wird dem Plasma Melatonin beigefügt. Dieses Hormon soll durch seine antioxidative Wirkung die Behandlung effektiver machen.

Eigenbluttherapie – Vorbereitung und Ablauf

Die Unterspritzung der Haut mit Eigenblut wird bereits seit einiger Zeit in der kosmetischen Chirurgie eingesetzt. Sie soll Falten glätten, anders als Botox hat Eigenblut keine Nebenwirkungen. Für den Patienten mit übermäßigem Haarausfall ist die Behandlung relativ einfach.

Plasmagewinnung – Schritt eins gegen Haarausfall

Die Eigenblutbehandlung gegen Haarausfall fängt mit der Abnahme von Blut an. Eine kleine Menge von etwa 20 ml reicht für eine Sitzung aus. Das Blut wird zentrifugiert und in einem besonderen Verfahren aufbereitet. Dadurch wird ein Serum gewonnen, in dem sich die wertvollen Thrombozyten befinden.

Blutabnahme
© Antonio_Corigliano / Pixabay

PRP-Behandlung – ambulante Kurztherapie

Damit das vielfache Piksen in die Kopfhaut nicht unangenehm wird, wird vor der Behandlung eine Anästhesiesalbe auftragen. Durch Microinjektionen, die entweder mit sehr feinen Nadeln oder einer Injektionspistole vorgenommen wird, wird das Plasma eingespritzt. Anschließend erfolgt eine Prozedur mit dem Dermaroller, damit sich das Plasma gut verteilt. Etwa eine dreiviertel Stunde dauert eine Sitzung. Im Abstand von einem Monat finden weitere drei bis vier Sitzungen statt, deren Erfolg bis zu zwei Jahren anhalten kann.

Die Kosten für eine Eigenbluttherapie gegen Haarausfall werden bislang von den wenigsten Krankenversicherungen übernommen. Eine Behandlung schlägt mit rund 400 bis 600 Euro zu Buche. Kein billiger Spaß, jedoch preisgünstiger und einfacher als eine Haartransplantation. Viele Institute für kosmetische Chirurgie, Ästhetik sowie Dermatologen bieten dieses Verfahren bereits an.

Eigenblutbehandlung gegen Haarausfall – Chance für Kahlköpfe

Zuerst die schlechte Nachricht: Wer schon lange unter Haarausfall litt und bereits seit Jahren kahl ist, darf sich kaum Hoffnung machen, dass die PRP-Therapie bei ihm anschlägt. Werden jedoch die Chancen frühzeitig genutzt, darf mit einem guten Ergebnis rechnen.

Studienergebnisse – mit Eigenblut gegen Haarausfall

Einen Erfolg versprechenden Weg sehen die Wissenschaftler in Padua. Sie erprobten die Therapie an 1.033 Patienten, die an diffusem Haarausfall androgenetischen Ursprungs litten. Die Fachleute kamen zu dem Ergebnis, dass bei über 80 % der Patienten die Haardichte wieder zugenommen hat. Bei 93 % wurde eine Zunahme der Haardicke notiert. Ferner nahmen 335 Patienten mit Alopecia areata, dem kreisrunden Haarausfall, an der Studie teil. Hier reagierten 63 % der Probanden positiv auf die Behandlung. Zwei Drittel der Teilnehmer blieben zudem über eine Nachbeobachtungszeit von drei Jahren stabil.

Auch andere Studien kamen zu einem positiven Ergebnis. Das Team um Weixin Fan, einem Dermatologen an der Universität in Nanjing kam zu dem Ergebnis, dass in acht von elf Studien ein Erfolg verzeichnet wurde. Sie sahen eine Reduktion des Haarausfalls ebenso gegeben wie die Zunahme der Haardichte und der Stärke der einzelnen Haare. Ebenso befassten sich Forscher an der finnischen Universität in Turku mit der PRP-Behandlung. Die Gruppe von Salvatore Giordano stellte in einem Versuch mit 194 Patienten eine Zunahme der Haarzahl und des Haardurchmessers fest.

Andere Forscher wie Paul Gessenberger von der Medizinischen Universität Graz sind nicht ganz so optimistisch. Sie halten die Studien für zu klein und bemängelten, dass sie unterschiedlich aufgebaut waren und somit Vergleiche kaum möglich wären.

Auch Dr. Natalie Garcia Bartels, Hautärztin und stellvertretende Leiterin des Haarkompetenzzentrums der Berliner Charité, äußert sich kritisch zur Eigenbluttherapie bei Haarausfall. Da diese Variante der Behandlung nicht wissenschaftlich untersucht ist, so Garcia Bartels, sei die Eigenbluttherapie eigentlich keine wirkliche Therapie gegen Haarausfall. So mag es zwar einzelne positive Fälle der Behandlungsmethode geben. Jedoch gibt es keine Erfolgsquotenberichte hierüber, die wissenschaftlich fundiert sind.

PRP-Therapie – Risiken und Nebenwirkungen

Wirklich ernsthafte Risiken sehen die Mediziner bei der Eigenbluttherapie gegen Haarausfall nicht. Dennoch sind Nebenwirkungen nicht ausgeschlossen. Durch die Injektionen kann es zu kleineren Blutergüssen, zu Infektionen der Haut oder Irritationen der Hautnerven kommen. Von einer PRP-Therapie sollen all diejenigen Hilfesuchenden – zumindest vorerst – Abstand nehmen, die an Entzündungen der Kopfhaut und Störungen der Kopfhaut leiden. Patienten mit chronischen Erkrankungen wie Hepatitis sollten besser von einer Behandlung Abstand nehmen.

Unbedingt abgeklärt werden muss vor Behandlungsbeginn, ob nicht etwa ernstere Ursachen wie Tumore, Erkrankungen der Nebenniere und Schilddrüse oder regulierbare Hormonstörungen hinter dem Haarausfall stehen.

Einnahme und Dosierung

Bei der homöopathischen Behandlung von Haarausfall (durch die Einnahme von Globuli) gibt es einige Grundregeln zu beachten:

  • 30 Minuten vor und nach der Einnahme eines homöopathischen Mittels sollten Sie weder etwas essen, noch Zähne putzen oder koffein- und alkoholhaltige Getränke zu sich nehmen. Nur so entfaltet das Homöopathikum seine volle Wirkung.
  • Je nach Stärke des Haarausfalls sollten die Globuli 1-3 Mal pro Tag eingenommen werden. Eine Dosis beträgt dabei 5 Globuli.
  • Legen Sie sich das Präparat auf oder unter die Zunge und lassen Sie es dort zergehen, ohne es zu kauen. So kann es über die Mundschleimhaut schnell aufgenommen werden.
  • Solange die Beschwerden bestehen, aber das homöopathische Mittel eine Wirkung erkennen lässt, nehmen Sie dieses weiter ein. Ist eine längere Behandlung erforderlich , wie z.B. bei chronischem Haarausfall, empfiehlt sich eine regelmäßige Pause. Nehmen Sie das jeweilige Homöopathikum drei Wochen lang täglich zu sich und pausieren Sie anschließend eine Woche.
  • Bei Unsicherheiten und Fragen lohnt es sich, einen Homöopathen zu konsultieren.

Quellen:
https://www.spektrum.de/news/eigenblut-neues-wundermittel-gegen-haarausfall-hat-seine-begrenzungen/1683338
https://www.dr-herrmann-praxis.de/haarausfall-therapie
https://www.paracelsus.de/magazin/ausgabe/201701/haarausfall-bei-frauen
https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC5803844/?report=printable
https://link.springer.com/article/10.1007/s00266-019-01391-9

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