Schöne und gepflegte Haare gelten hierzulande nicht nur als weibliches Schönheitsideal, sondern sind ebenfalls Spiegel unseres Gesundheitszustands. Inzwischen existiert eine Reihe an Mitteln, die das Wachstum und die Beschaffenheit der Kopfhaare positiv beeinflussen. Dabei müssen Sie nicht immer zur Chemie-Keule greifen: Diverse Heilpflanzen und Hausmittel eignen sich hervorragend für eine natürliche und sanfte Haarpflege. Im Folgenden haben wir alle natürlichen Maßnahmen für schönes und gesundes Haar für Sie zusammengefasst.

Kamille, Lindenblüte und Co.- Natürliche Haarpflege mit Kräutertees

Es gibt verschiedene Heilpflanzen, die die Gesundheit und Schönheit Ihrer Haare fördern. Sie werden als Tee mit ca. ½ Liter Wasser aufgebrüht und nach dem Abkühlen wie eine handelsübliche Haarspülung verwendet.

  • Kamillentee ist ein wirksames Mittel gegen fettiges Haar. Bei Blondhaarigen trägt er außerdem zu einer Intensivierung des Farbtons bei.
  • Dunkelhaarige erzielen den gleichen Effekt, indem Sie ihre Haare mit Schwarztee (oder Kaffee) spülen.
  • Grüner Tee schützt Ihre Haare, gleicht Strukturschäden aus und fördert ihren Glanz.
  • Lindenblütentee sorgt für frisches und glänzendes Haar.
  • Eine gesunde Kopfhaut bekommen Sie wiederum mit Brennnesseltee, den Sie nach dem Haarwaschen einfach in das feuchte Haar einmassieren. Ein späteres Auswaschen ist nicht notwendig. Das stärkt die Kopfhaut und bringt Ihre Haare zum Glänzen.
  • Gleiches gilt auch für die Anwendung von Thymiantee, ein natürliches Heilmittel bei schuppigem Haar

Nehmen Sie 2-3 fertige Beutel der genannten Teesorten und übergießen Sie sie mit 500 ml heißem Wasser. Sobald die Mischung abgekühlt ist, kann Sie als Spülung auf das Haar aufgetragen werden. Alternativ können Sie statt der fertigen Teebeutel auch z.B. eine Handvoll der frischen Kräuter (z.B. Kamillenblüten) verwenden.

Stress lass‘ nach!“- Haarpackungen für Ihr gestresstes Haar

Nicht nur Haarspülungen, sondern auch pflegende Haarpackungen lassen sich ganz leicht aus natürlichen Zutaten herstellen. Folgende Haarkuren sollen u.a. verlorenen Glanz zurückholen und die Kopfhaut regenerieren:

  • Vitamin-Öl-Packung. Zutaten: 1 Eigelb, ½ Banane, 1 EL Olivenöl, Kokosöl oder Arganöl. Die Banane fein zerdrücken, mit den anderen Zutaten vermengen, auf das trockene Haar auftragen und mit einer Folie umwickeln. Bei längeren Haaren werden die Zutaten verdoppelt. Nach einer Einwirkzeit von 1 bis 2 Stunden werden die Haare mit einem milden Shampoo gewaschen.
  • Mehr Volumen und Glanz erhalten Sie, indem Sie einen EL Olivenöl, einen TL Zitronensaft und ein Eigelb mit einem Schnapsglas voll Bier vermischen und nach dem Waschen in das noch feuchte Haar einmassieren. Nach einer Viertelstunde wird die Mischung sorgfältig ausgewaschen.
  • Bei gefärbten oder getönten Haaren verspricht eine reife (!) Avocado Abhilfe: Zerdrücken Sie das Fruchtfleisch und vermischen Sie es mit einem Becher Schlagsahne. Diese Haarmaske tragen Sie wie gewohnt nach der Haarwäsche auf und lassen Sie ca. eine halbe Stunde einwirken bevor Sie sie sorgfältig mit warmem Wasser entfernen.

Weitere Pflegetipps für (Problem-)Haare

Nicht immer bleibt nach einem stressigen Arbeitstag noch Zeit für eine intensive Haarkur.

Die folgenden Tipps lassen sich einfach in den Alltag integrieren und helfen Ihnen, Ihr (Problem-) Haar besser in den Griff zu bekommen.

Glanzloses, stumpfes oder fettiges Haar

…kann mit einer Spülung aus Essig oder Zitronensaft behandelt werden:  Vermischen Sie hierfür 1 EL Apfelessig oder frisch gepressten Zitronensaft mit 1l lauwarmem Wasser und spülen Sie damit Ihre frisch gewaschenen Haare. Achtung: Sparen Sie die Kopfhaut aus, da sie empfindlich auf Essig und Zitrone reagieren kann. Gegen stumpfes Haar hilft auch ein verrührtes Eigelb, das Sie- genau wie eine Haarpackung- in die gewaschenen Haare einmassieren und nach einer halben Stunde sorgfältig auswaschen. Bei längerem Haar kann die Menge entsprechend erhöht werden. Für mehr Glanz sorgt eine Mischung aus Wasser und Bier (Verhältnis 50:50). Nach einer kurzen Einwirkzeit werden die Haare sorgfältig mit warmem Wasser ausgespült.

Mittel gegen Schuppen

Neben Thymiantee hat sich auch eine Spülung mit den Extrakten der Kapuzinerkresse bei schuppigem Haar als wirksam erwiesen. Lassen Sie eine Handvoll Blüten und Blätter in ½ l Wasser rund 15 Minuten köcheln. Nach Abkühlen und nach Entfernen der Pflanzenteile werden die gewaschenen Haare mit dieser Mischung gespült.

Auf die Ernährung kommt es an: Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente

Bedenken Sie, abgesehen von der richtigen Haarpflege, dass eine Versorgung mit allen wichtigen Vitaminen, Mineralstoffen eine wichtige Grundvoraussetzung für schönes und gesundes Haar ist:

  • Vitamin A kurbelt das Wachstum der Haare und macht sie kräftig und geschmeidig. Die Vorstufe von Vitamin A ist das so genannte Beta-Carotin, das zum Beispiel in vielen Gemüsesorten und Früchten enthalten ist.
  • Auch die Gruppe der B-Vitamine fördert ein gesundes Aussehen der Haare, regt die Aktivität der Talgdrüsen an und sorgt für eine gesunde Kopfhaut. B-Vitamine finden sich unter anderem in Nüssen, Chia-Samen, Haferflocken und Hülsenfrüchten.
  • Vitamin C ist unter anderem für die Versorgung der Haarwurzeln mit Sauerstoff verantwortlich, was wiederum positive Auswirkungen auf die Haargesundheit hat, Brokkoli, Paprika und Zitrusfrüchte sind reich an Vitamin C.
  • Eisen ist unter anderem in grünem Blattgemüse, Trockenfrüchten und in Beeren enthalten.
  • Kupfer wirkt sich positiv auf die Haarstruktur aus. Gute Kupferlieferanten sind z.B. Nüsse, Kakaoerzeugnisse, Vollkornprodukte und Hülsenfrüchte
  • Zink unterstützt wiederum das Haarwachstum und ist in Eiern, Nüssen, Kürbiskernen, Leinsaat und Garnelen enthalten.
  • Silizium gilt als ein traditionelles Mittel, das brüchigem Haar wieder Schwung verleiht. Zu den natürlichen Siliziumquellen gehören unter anderem Hafer, Gerste und der Ackerschachtelhalm.

Bei Bedarf können fehlende Nährstoffe dem Organismus auch über Nahrungsergänzungsmittel oder Schüssler-Salze zugeführt werden. Da vor allem tierische Fette, die zu einer erhöhten Talgproduktion beitragen, die im Verdacht steht, an der Entstehung von Haarausfall beteiligt zu sein, sollten Sie es mit dem Konsum von fettem Fleisch oder fettiger Wurst nicht übertreiben.

„Besser nicht!“- Haarunfreundliche Pflegeprozeduren

Um gängigen Haarproblemen wie

  • Haarausfall
  • Schuppen
  • Haarspliss
  • fehlendem Glanz
  • schnell fettendem/stumpfen/sprödem Haar

möglichst effektiv entgegen zu wirken, sollten Sie auf bestimmte Haarpflegeprozeduren ganz verzichten oder ihren Gebrauch auf jeden Fall einschränken:

  • Haare/Strähnchen färben
  • Die Verwendung aggressiver Shampoos
  • Häufiges Haarewaschen und Föhnen
  • Styling der Haare mit Glätteisen, Lockenstäben

Sowohl chemische Haarfarben als auch die meisten Styling-Geräte können die Haarstruktur nachhaltig verändern und so die Haare dauerhaft schädigen. Steigen Sie deshalb, wenn möglich auf natürliche Haarfarben um und verwenden Sie lieber Styling-Produkte, die ohne Wärmeentwicklung auskommen. Besser sind auch Shampoos, die auf Parabene und Silikone verzichten und nur natürliche Duftstoffe enthalten.

Haarprobleme- Wann zum Arzt?

Wenn Ihre Haarprobleme trotz natürlicher Haarpflege keine Besserung zeigen, kann es ratsam sein, einen Arzt aufzusuchen, um der eigentlichen Ursache auf den Grund zu gehen. Häufige Ursachen für Haarleiden sind eine Mangelernährung, Eisenmangel, Stress, eine Schilddrüsenerkrankung oder auch Hormonstörungen.