Trichotillomanie

Trichotillomanie – zwanghaftes Haarherausreißen

Der Begriff „Trichotillomanie“ stammt aus dem Griechischen und setzt sich aus „tricho“ für „Haar“, „tillo“ für „ziehen“ und „manie“ für „krankhaften Trieb“ zusammen. Hinter einer Trichotillomanie verbirgt sich eine Störung der Impulskontrolle, bei denen sich die Betroffenen zwanghaft die Haare ausreißen, um traumatische Erfahrungen zu verarbeiten.

Die Trichotillomanie macht sich in erster Linie durch das zwanghafte Ausreißen der Kopfhaare bemerkbar, kann aber auch an anderen Körperregionen stattfinden. Beim Ausreißen der Haare spüren die an Trichotillomanie leidende Personen keinen Schmerz oder ignorieren diesen gekonnt.

Die Betroffenen leiden neben der Zwangsstörung meist auch an mangelnden Selbstvertrauen oder auch an psychischen Störungen wie Depressionen und Angstzuständen. Die Ursache des zwanghaften Haarherausreißens können Folgen von posttraumatischen Belastungsstörungen oder traumatischen Ereignissen wie beispielsweise

  • ein nicht verarbeitetet Tod naher Angehöriger,
  • Gewalterfahrungen,
  • sexueller Missbrauch,
  • Mobbing
  • oder auch emotionale Vernachlässigung in der Kindheit, sein.

Leider findet man nicht immer einen klaren Auslöser dieser Krankheit. Es ist jedoch wissenschaftlich bewiesen, dass Ängste, innere Spannungen als auch überfordernde Stresssituationen eine ausschlaggebende Rolle in diesem Krankheitsbild spielen.
Die schmerzhafte Zwangsstörung kann durch eine kognitive Verhaltenstherapie sowie durch die Einnahme von Medikamenten behandelt werden. Jedoch ist zweiteres eher selten der Fall. Bei einer kognitiven Verhaltenstherapie wird dem Betroffenen durch verschiedene Strategien seine Handlungen bewusst gemacht, sodass er sich mit der Situation identifizieren kann und lernt, das Haarherausreißen durch andere Beschäftigungen (Stricken etc.) zu ersetzen.

Frau föhnt die Haare - HaarlexikonFrau föhnt die Haare - Haarlexikon