Anagenphase

Jedes Haar durchläuft einen eigenen Lebenszyklus mit drei Phasen. Zu diesen drei Phasen gehört u.a. die Anagenphase bzw. Wachtumsphase. Dabei handelt es sich um jene Phase im Haarzyklus, in der der Haarfolikel die maximale Größe erreicht. In der Anagenphase kommt es zur aktiven Haarbildung, die schließlich auch das Längenwachstum des Haars auslöst. 80% der Kopfhaare befinden sich i.d.R. in der Anagenphase. Haare in dieser Phase werden auch „Papillarhaare“ genannt. Die Wachstumsphase ist der längste Abschnitt im Lebenszyklus der Haare, da diese Phase zwischen zwei und sechs Jahren variieren kann. Nur in seltenen Fällen kommt es zu längeren bzw. kürzeren Wachstumsphasen. In der frühen Anagenphase nimmt die Haarzwiebel die Melanogenese auf. Diese dringt dann mit fortschreitender Wachstumsphase tiefer in die Haut ein. Das führt zu einer festeren Verankerung des Haars. Das Ende der Anagenphase kennzeichnet die Katagenphase. Danach folgt die Telogenphase.

Das wichtigste Kennzeichen der Anagenphase ist das Längenwachstum der Haare. In der Regel wachsen Haare während der Anagenphase ungefähr 0,4 Millimeter pro Tag. Das Haar verlängert sich in der Wachstumsphase also um circa einen Zentimeter pro Monat. Wie lange das Haar maximal werden kann, hängt von der Dauer der Anagenphase ab. Die Dauer der Wachstumsphase kann je nach genetischer Veranlagung und weiteren Faktoren erheblich schwanken. Haare werden jedoch selten länger als einen Meter – auch wenn man diese wachsen lässt und nicht abschneidet. Wie lange die Wachstumsphase letztendlich dauert, hängt auch vom Geschlecht, Alter und der spezifischen Körperstelle ab. Der Regelfall ist zwei bis sechs Jahre. Ebenfalls charakteristisch für die Wachstumsphase sind die hohe Aktivität der Haarfolikel sowie der besonders hohe Pigmentgehalt der Haare während dieser Phase. Die Haare haben in dieser Zeit eine besonders „satte“ Farbe.

Bei manchen Menschen kann die Wachstumsphase frühzeitig enden. Das abrupte Ende bewirkt einen zu frühen Ausfall der Haare und das Haarkleid lichtet sich empfindlich. Warum es plötzlich zu einem Übergang in spätere Haarphasen kommt, kann unterschiedliche Gründe haben. So können spezielle Medikamente, Hormonschwankungen, stressige Lebensphasen oder der Wechsel der Jahreszeiten dafür verantwortlich sein.

Die Wachstumsphase beschränkt sich jedoch nicht ausschließlich auf die Kopfhaare. Auch Wimpern, Augenbrauen und sonstige Körperhaare sind einem Lebenszyklus unterworfen, der jeweils mit der Wachstumsphase beginnt. Allerdings gibt es einen wichtigen Unterschied zum Kopfhaar: Die Wachstumsphase bei Wimpern, Augenbrauen und Co. ist wesentlich kürzer. Sie erreichen daher auch nur einen Bruchteil der Länge der Kopfhaare. Die Wachstumsphase bei Wimpern ist beispielsweise bereits nach 90 Tagen beendet, bei den Augenbrauen endet sie nach vier Monaten.

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