Alopezie

Alopezie ist die medizinische Bezeichnung für krankhaften Haarausfall, bei dem vor allem die Kopfhaut betroffen ist. Krankhafter Haarausfall liegt vor, wenn mehr als 100 Haare pro Tag ausfallen.

Es gibt drei verschiedene Formen der Alopezie.

1. Alopezia areata (kreisrunder Haarausfall)

Bei dieser Form der Alopezie fallen die Haare in einem sehr begrenzten Bereich aus. Es sind kreisrunde oder ovale kahle Flecken auf der Kopfhaut sichtbar. Der kreisrunde Haarausfall zeigt sich gehäuft innerhalb von Familien. Männer sind wesentlich häufiger betroffen als Frauen. Der Haarausfall beginnt bei dieser Form der Alopezie zwischen dem 5. und 30. Lebensjahr und wird als Autoimmungeschehen gewertet. Stress, Konflikte, Umwelteinflüsse und Infektionen kommen als Auslöser für den kreisrunden Haarausfall in Betracht.
Der Verlauf bei der kreisrunden Alopezie kann kaum vorhergesagt werden. Der Haarausfall kann einige kleinere oder mehrere größere Hautstellen betreffen. Möglich ist einmaliger oder häufiger vorkommender Haarausfall bis hin zum völligen Haarverlust. Bei vielen Patienten stoppt der Haarausfall innerhalb von 3 Jahren von allein, allerdings kommt es bei jedem zweiten geheilten Betroffenen zu einem erneuten Haarausfall.

2. Alopezia diffusa (diffuser Haarausfall)

Beim diffusen Haarausfall dünnt das Haar auf der Kopfhaut insgesamt aus. Der Haarausfall ist nicht auf einen bestimmten Bereich begrenzt. Die Ursachen für diffusen Haarausfall sind vielfältig: Als Auslöser gelten verschiedene Krankheiten (z. B. Pilzerkrankung der Kopfhaut, Infektionskrankheiten, Schilddrüsenfunktionsstörungen oder Strahlenbehandlungen bei Krebserkrankungen) und Medikamente. Werden die verursachenden Medikamente abgesetzt, kommt es in vielen Fällen zu einer Erholung und die Haare wachsen nach einiger Zeit wieder normal.
Weitere Ursachen für diffusen Haarausfall sind Stress, Hormonumstellungen während einer Schwangerschaft oder in den Wechseljahren und mangelhafte Ernährung.
Um den diffusen Haarausfall zu stoppen, muss die zugrundeliegende Ursache behandelt werden. Dann kann sich das natürliche Haarwachstum wieder entwickeln.

3. Alopezia androgenetica (erblich bedingter Haarausfall)

Der erblich bedingte Haarausfall ist die häufigste Form der Alopezie. Die Alopezia androgenetica wird durch Androgene (männliche Sexualhormone) im Blut ausgelöst. Daher sind Männer fast doppelt so häufig betroffen wie Frauen. Diese Form des Haarausfalls beginnt meist schon in der Pubertät, bei Frauen oft erst ab dem 30. Lebensjahr oder während der Wechseljahre. Bei Männern führt die Alopezia androgenetica meist zu den bekannten und sogenannten „Geheimratsecken“, kann aber auch zur Glatzenbildung führen: Bei Frauen kommt es in der Regel zu einer Haarlichtung im Scheitel. Die Therapie zielt darauf ab, den Haarausfall zu stoppen.

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