Haarwissen – alles, was Sie über Haare wissen sollten

Überall auf der Welt gilt volles, glänzendes Haar, vor allem bei Frauen, als ein zentrales Schönheitsmerkmal, dem oft sogar mehr Bedeutung beigemessen wird, als beispielsweise der Figur oder den Augen. Wir haben die wichtigsten Fakten, Daten und Kuriositäten rund um das Thema Haare für Sie zusammengetragen.

Funktionen der Haare

Auch wenn man es auf den ersten Blick kaum sieht, ist unser Körper fast vollständig behaart. Insgesamt wachen uns über den Körper verteilt an die 5 Millionen Haare. Während brünette Menschen rund 100.000 Haare haben, besitzen blonde Männer und Frauen an die 150.000, wobei blonde Haare dünner und feiner sind als braune oder schwarze. Die geringste Anzahl an Kopfhaaren findet man bei Rothaarigen: Sie haben im Schnitt nur zwischen 85.000 und 90.000 Haare. Die Haare sind dabei kein bloßes evolutionäres Überbleibsel. Eine zentrale Funktion von Körperbehaarung ist der Schutz vor äußeren Einflüsse wie Wind und Kälte. So halten uns unsere Kopfhaare im Winter warm und schützen uns im Sommer vor UV-Strahlung. Darüber hinaus verhindern Augenbrauen und Wimpern sowie die Haare in Nase und Gehörgang das Eindringen von Staub. Gleichzeitig dienen die feinen Körperhaare auch unserem Körperempfinden, indem Sie dafür sorgen, dass wir beispielsweise Berührungen deutlicher wahrnehmen.

Woraus bestehen Haare?

Der Hauptbestandteil unserer Haare ist mit 90 % das so genannte Keratin. Hierbei handelt es sich um eine Eiweißverbindung, die auch in Haut und Nägeln enthalten ist und den Haaren sowohl Elastizität als auch Stabilität verleiht. Ein Haar ist wie folgt aufgebaut:

  • Die Haarzwiebel sorgt für den richtigen Halt des Haares auf der Kopfhaut
  • Beim Haarschaft handelt es sich um den sichtbaren Teil des Haares
  • Die Haarwurzel versorgt das Haar mit allen wichtigen Nährstoffen
  • Eingebettet ist die Haarwurzel in die Haarfolikel. Dort befinden sich wiederum Talgdrüse, die das Haar einfetten und so vor dem Austrocken schützen.

Obwohl das menschliche Haar nur 0,03-0,13 Millimeter dick ist, gleich seine Belastbarkeit der eines Stahlseils: So kann ein einzelnes Haar das Gewicht einer Tafel Schokolade (100g) tragen. Allerdings sind Haare im trockenen Zustand wesentlich reißfester: Ein feuchtes Haar kann um bis zu 50 % seiner ursprünglichen Länge gedehnt werden.

Haarwachstum- Wie schnell wachsen Haare?

Das durchschnittliche Haar wächst in etwas 1 cm pro Monat. Aber nicht alle Haare wachsen dabei immer gleich schnell. So

  • wachsen die Haare von Männern z.B. schneller als Frauen
  • wird das Haarwachstum nachts völlig eingestellt
  • wächst das Kopfhaar wesentlich schneller als die übrigen Körperhaare

Zudem findet das Wachstum der Haare in mehreren Zyklen statt:

  1. Wachstumsphase: 2-6 Jahre
  2. Übergangsphase: 1-2 Wochen
  3. Ruhephase: 2-4 Monate

Am Ende der Ruhe Phase fällt das Haar aus und ein neues Haar wächst an derselben Stelle wieder nach. Ein Haar kann dabei eine Länge von bis zu 80 cm erreichen. Ein Haarverlust von bis zu 100 Haaren täglich ist demzufolge völlig normal und ist noch kein Anzeichen für krankhaften Haarausfall.

Haarmythen – nur an den Haaren herbeigezogen?

„Blondinen sind am Aussterben“, „Zöpfe verhindern Haarausfall“, „Färben schadet der Haarstruktur“ – Nach wie vor kursieren zahlreiche Erzählungen, Tipps und Glaubenssätze, von denen sich einige hartnäckig zu halten scheinen. Doch was ist dran an diesen „Haarmythen?“.

Mythos 1: Blonde sterben aus

Unsere Haarfarbe hängt in erster Linie von den Haarfolikeln ab, die bestimmte Farbpartikel (so genannte Melanine) in einer unterschiedlichen Menge produzieren. Deren genaue Zusammensetzung entscheidet schließlich über den Farbton unserer Kopfhaare. So verfügen Dunkelhaarige über viel Eumelanin, jedoch über wenig Phänomelanin, das Farbpigment, das zu einer Rotfärbung der Haare führt. Blonde Menschen produzieren hingegen von beiden Farbpigmenten nur wenig. Da die Melanin-Produktion genetisch bedingt ist und das Gen, das für die eingeschränkte Melanin-Produktion verantwortlich ist, rezessiv vererbt wird, wird es in der Zukunft in der Tat immer weniger blonde Männer und Frauen geben. Schon heute beträgt der Anteil der Weltbevölkerung mit blonden Haaren lediglich 1 %.

Mythos 2: Zöpfe verhindern Haarausfall

Immer wieder wird behauptet, dass das Zusammenbinden der Haare eine Möglichkeit darstellt, um Haarausfall entgegenzuwirken. Ein Mythos, den wir möglichst bald begraben sollten. Denn leider ist genau das Gegenteil der Fall. Aufgrund des starken Zugs, insbesondere bei straffen Pferdeschwänzen, werden die Haarwurzeln zusätzlich belastet, was den Haarverlust sogar verstärken kann.

Mythos 3: 100 Bürstenstriche pro Tag verhelfen dem Haar zu mehr Glanz

Der Tipp vieler Großmütter, die Haare durch ausgiebiges Bürsten zum glänzen zu bringen, mag zu ihrer Zeit in der Tat sinnvoll gewesen sein. Da man früher seltener die Möglichkeit zum Haarewaschen hatte, wurde so das Kopfhautfett auf dem gesamten Kopf verteilt. Ergebnis: Glänzende Haare. Bedenken Sie jedoch, dass auch häufiges Bürsten Ihre Haare zusätzlich strapaziert, insbesondere im nassen Zustand, und waschen Sie Ihre Haare lieber regelmäßig mit einem pflegenden Shampoo.

Mythos 4: Färben schadet dem Haar

Auch heute noch enthalten synthetische Färbemittel sehr viele Chemikalien, die die Struktur der Haare nachhaltig zerstören können und auch die Kopfhaut unnötig reizen, was wiederum vermehrtem Haarausfall Vorschub leisten kann.

Mythos 5: Oft zum Friseur = dichteres Haar

…so einfach ist es dann leider doch nicht. Vielmehr wirken die Haare im Anschluss an einen Friseurbesuch häufig dichter, da die von Natur aus dünneren Haarspitzen, abgeschnitten werden. Auf das Haarwachstum hat das Kürzen oder Rasieren von Kopf- oder Körperhaaren, entgegen der landläufigen Meinung keinerlei Einfluss.

Mythos 6: Rauchen lässt die Haare schneller ergrauen

Nikotin und andere Schadstoffe, die beim Rachen entstehen wirken sich negativ auf die Haarstruktur aus und schädigen die Haarzellen, weswegen die Haare von Rauchern schneller ergrauen als die von Nichtrauchern.

Mythos 7: Männer mit Glatzen sind besonders potent

Zwar ist es richtig, dass das männliche Sexualhormon maßgeblich an der Entstehung von Haarausfall beteiligt ist, jedoch wird dies durch eine Testosteron- Überempfindlichkeit der Haarwurzeln bedingt. Männer mit vererbter Glatze haben somit keinen höheren Testosteronspiegel.

Kurioses und Haariges- Fun Facts über Haare

Neben den weit verbreiteten Haarmythen gibt es auch weniger bekannte, aber durchaus interessante Fakten über Haare.

Auf die Länge kommt es an

Das längste natürlich gewachsene weibliche Kopfhaar ist sage und schreibe ganze 5,63 Meter lang und stammt von der Chinesin Xie Qiuping, die ihre Haare seit einem Alter von 13 Jahren wachsen lässt und damit am 8. Mai 2014 in das Guiness-Buch der Rekorde einging. Doch es geht noch länger- und zwar mit Extensions. So gehört das längste synthetische Haar einem Model es Serbien, es ist ganze 820 Meter lang. Bei den Männern geht der Record an den Vietnamesen Tran Van Hay mit einer stolzen Haarlänge von 6,8 Metern.

Friseurbesuche

Während Frauen im Schnitt rund 45 Euro für einen Friseurbesuch ausgeben, bezahlen Männer lediglich 17 Euro für das professionelle Schneiden und Stylen ihres Kopfhaars- halb so viel wie Hundebesitzer für das „Zurechtzupfen“ ihrer Vierbeiner auf den Tisch legen: Ein Besuch beim Hundefriseur kostet im Schnitt 30 Euro.

Eine haarige Angelegenheit

Wussten Sie, dass der menschliche Körper fast vollständig behaart ist? Lippen sowie die Handflächen und Fußsohlen sind die einzigen Körperstellen, an denen keine Haare wachsen können.