Haarausfall während der Pubertät – Ursachen und Hilfe

Haarausfall bei Jugendlichen stellt keine Ausnahme dar. Wie immer, wenn sich im Körper hormonelle Veränderungen bemerkbar machen, können diese Umstellungen Auswirkungen auf den Haarwuchs haben. Auch Essverhalten und übertriebenes Styling wirken sich mitunter negativ aus. Ernste Erkrankungen dagegen stecken in weitaus weniger Fällen dahinter, wenn es während der Pubertät zu verstärktem Haarausfall kommt.

Hormonumstellung – Belastung für den ganzen Körper

Es klingt paradox: Wenn der Wuchs der Körperbehaarung einsetzt, kann sich auf dem Kopf Haarausfall bemerkbar machen. Der Volksmund sieht einen Auslöser in der 7-Jahres-Regel, wonach sich alle sieben Jahre körperliche wie geistige Veränderungen im Menschen auswirken. Dies träfe für den Zeitraum der Pubertät, also mit etwa 14 Jahren durchaus zu. Die Wissenschaft dagegen sieht diese Ansicht für nicht bestätigt. Mediziner halten die großen Hormonumstellungen im Leben – vor allem bei Frauen – ursächlich für Haarausfall. Unbestritten hängen auch weitere Haarprobleme wie fettiges und strähniges Haar vielfach von einem wechselnden Hormonspiegel ab. Die gute Nachricht: Diese Form des Haarausfalls vergeht in Normalfall von allein.

Haarausfall in der Pubertät – Ernährungsbedingte Ursachen

Während dieser Umstellungszeit braucht der körpereigene Haushalt der Jugendlichen ein Plus an Mineralien und Nährstoffen. Zwar verfügen Jugendliche in dieser Zeit in der Regel über einen gesunden Appetit. Durch die resultierende Nahrungsaufnahme sollte im Prinzip eine ausgewogene Nährstoffzufuhr gewährleistet sein. Doch dem steht oft ein falsches Essverhalten entgegen: Unausgewogene Diäten, Junkfood und unregelmäßiges Mahlzeiten können den Haarwuchs erheblich beeinträchtigen. All das, was die wichtigen Vitamine enthält, wie Gemüse, Obst und Vollkornprodukte, ist während der Pubertät weniger beliebt. Mädchen leiden zudem ab den ersten Menstruationen vielfach unter einem Mangel von Eisen und Folsäure, zwei wichtigen Baustoffen für gesundes Haar. Hier kann in Absprache mit dem Arzt die Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln angebracht sein. Bei einer vegetarischen oder veganen Lebensweise während der Pubertät sollten ebenfalls Kontrollen der Blutwerte durch den Arzt erfolgen.

Zu viel Pflege schadet – Haarausfall bei Jugendlichen

Häufiges Waschen, Föhnen, Glätten, Färben – dazu kommt noch jede Menge an Stylingprodukten, die zwar „in“ sind, aber keineswegs immer optimal für Haarstruktur und Haarwuchs: Die Pubertät ist eine Zeit, in der Jugendliche viel Wert auf ihr Äußeres legen. Perfektes Aussehen ist wichtiger als Gesundheit. Übermäßiges Kämmen, der exzessive Gebrauch von Gel, Haarspray und anderen Stylingprodukten tun jedoch der Kopfhaut nicht gut. Die Durchblutung der Haarwurzeln wird gestört, Haarausfall kann die Folge sein. Auch bestimmte Frisuren, etwa ein immer gleichbleibender Scheitel, Flechtfrisuren oder mit einem Gummi zusammengebundene Haare gelten als Ursache für Haarausfall. Hier kann es sogar zur sogenannten Traktionsalopezie kommen. Dieser Haarausfall gilt als Folge der Pferdeschwanzfrisur und anderen straff gehaltenen Frisuren. Durch den Zug auf bestimmte Haarpartien tritt Haarverlust auf. Wird dieses Verhalten geändert, lindert sich der Haarausfall meist rasch.

Anlage- und krankheitsbedingter Haarausfall während der Pubertät

Kosmetische Ursachen, Haarausfall durch unausgewogene Ernährung und durch die hormonelle Umstellung während der Pubertät lassen sich verhältnismäßig einfach in den Griff bekommen. Oft genügt eine Umstellung der Ernährungs– und Lebensgewohnheiten. Sobald der Hormonspiegel stabil ist, bleibt auch diese Ursache für Haarverlust aus. Längerfristige oder gar dauerhafte Auswirkung ist jedoch bei bestimmten Krankheiten oder der genetischen Disposition zu Haarausfall zu erwarten.

Anlagebedingter Haarausfall bei männlichen Jugendlichen

Zwar leiden Jungs nicht ganz so oft unter selbst verursachtem Haarausfall, bei ihnen kann jedoch eine andere Ursache bereits in der Pubertät auftreten: Der anlagebedingte Ausfall der Kopfhaare beginnt zwar bei Männern meist erst ab der Lebensmitte. Gelegentlich zeigt sich dieses Haarproblem jedoch schon während der Pubertät. Die Haarneubildung wiegt den Ausfall nicht auf, der Haarschopf lichtet sich zunehmend. Eine gute Versorgung mit Nährstoffen und die Pflege mit geeigneten Mitteln kann jedoch den Haarausfall verzögern oder lindern.

Haarausfall durch Schilddrüsenerkrankungen

Die Pubertät mit all ihren durch die Hormonumstellung und das rasche Wachstum wirkt sich auch auf die Schilddrüse aus. Es kann sowohl eine Überfunktion als auch zur Unterfunktion der Schilddrüse auftreten. Die Unterfunktion bringt einen verstärkten Haarausfall mit sich. Bei der Überfunktion wachsen die Haare zwar schnell, sie sind aber dünn, brüchig und erreichen nur eine geringe Länge. Liegen noch weitere Anhaltspunkte für eine Schilddrüsenerkrankung vor, sollte der Arztbesuch nicht auf die lange Bank geschoben werden.

Haarausfall durch Autoimmunerkrankungen und akute Krankheitsverläufe

Autoimmunerkrankungen wirken sich teils direkt, teils indirekt auf Haarwuchs und Haarausfall in der Pubertät aus. Durch Erkrankungen wie Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa ist vor allem durch den erhöhten Nährstoffbedarf von Jugendlichen die ausreichende Versorgung mit Vitaminen und Nährstoffen nicht mehr gewährleistet. Die Unterversorgung kann es zu verstärktem Haarverlust führen.

Direkt auf den Haarwuchs wirkt sich die Alopezia areata aus. Diese Erkrankung wird auch kreisrunder Haarausfall genannt und bezeichnet so genau das Krankheitsbild. Hier können sogar über Nacht die Haare ausfallen, Jungen wie Mädchen sind gleichermaßen von der Alopezia betroffen. Grund für diese Reaktion ist das Immunsystem, das sich gegen den eigenen Körper richtet und Entzündungen – hier in den Haarfollikeln – verursacht. Aber auch als Folge von Infektionskrankheiten wie einer Virusgruppe, nachfolgend auf allergische Schübe oder durch Stress tritt es bei Jugendlichen gelegentlich vermehrt Haarausfall auf, dessen Ursache abgeklärt werden sollte.