Haarausfall und Pickel auf der Kopfhaut sind für sich genommen schon unangenehme Erscheinungen. Treten sie allerdings in Kombination auf, ist das für die Betroffenen noch gravierender. Dabei geht es in erster Linie um die ästhetische Komponente. Viele verspüren Scham aufgrund der sichtbaren Pickel und des Haarausfalls. Die gute Nachricht: Sie stehen derartigen Leiden nicht machtlos gegenüber.

Wie entsteht die Kombination aus Haarausfall und Pickeln?

Zunächst einmal: Tritt diese Kombination auf, so stellt der Haarausfall üblicherweise eine Folge der auf der Kopfhaut auftretenden Pickel dar. Diese bleiben häufig zunächst unentdeckt, da sie unter dem Haar verborgen und nicht unbedingt schmerzhaft sind. Treten Sie allerdings vermehrt auf, sind sie üblicherweise sicht- und auch spürbar. Betroffenen fallen sie beispielsweise durch die Berührung der Kopfhaut mit den Fingern beim Haarewaschen oder dem Kämmen der Haare auf.

Um zu wissen, wie die Kombination aus Pickeln und Haarausfall zustande kommt, gilt es, zunächst die Ursachen der Pickel zu ergründen.

Pickel entstehen durch eine Entzündungsreaktion der Haut, in deren Folgen sich mit Eiter gefüllte Pusteln ausbilden können. Mögliche Gründe für diese Störung der Kopfhaut sind:

  • falsche Pflege und infolgedessen verstopfte Hautporen
  • Allergien: Diese werden beispielsweise durch Haarpflegemittel oder auch durch Waschmittel von Kleidung und Handtüchern ausgelöst.
  • ernährungsbedingte Hautunreinheiten
  • Stress
  • Immunschwäche
  • hormonelle Schwankungen: beispielsweise altersbedingt, bei Frauen auch in Verbindung mit der Einnahme oder dem Absetzen hormoneller Verhütungsmittel möglich
  • genetische Faktoren
  • Infektionen und Erkrankungen, wie beispielsweise eine schwere Akne
  • Hautreizungen durch Kopfbedeckungen (zu viel Wärme, zu wenig Sauerstoff), Rasuren oder Umwelteinflüsse

Die Vielfalt der möglichen Ursachen zeigt, wie wichtig es ist, eine genaue Diagnose zu stellen, warum die Pickel und infolge dessen der Haarausfall auftreten. Wie stark dieser auftritt, hängt von der Intensität der auftretenden Pickel ab. Diese sorgen durch ihre Entstehung nicht nur für eine gereizte Kopfhaut. Die auftretenden Pusteln verhindern zudem, dass neue und gesunde Haare nachwachsen können. So entstehen je nach Befall einzelne kahle Stellen auf dem Kopf. Möchten Sie gegen diesen Haarausfall vorgehen, gilt es zunächst, den Pickeln auf Ihrer Kopfhaut den Garaus zu machen.

Die Therapie von Pickeln auf der Kopfhaut und dadurch auftretendem Haarausfall

Das oberste Gebot bei der Bekämpfung von Pickeln und dem durch sie ausgelösten Haarausfall lautet, die Kopfhaut zu schonen. Denn diese muss Gelegenheit bekommen, abzuheilen und sich zu regenerieren. Halten Sie sich daher an die folgenden Pflegetipps für Kopfhaut und Haare:

  • Waschen Sie Ihre Haare nicht täglich, sondern in größeren Abständen.
  • Verwenden Sie für die Haarwäsche möglichst milde, parfümfreie Shampoos, die einen niedrigen pH-Wert aufweisen.
  • Verzichten Sie darauf, Haare und Kopfhaut der starken Hitze durch Föhn, Glätteisen oder Lockenstab auszusetzen.
  • Vermeiden Sie für die Dauer der Therapie unnötige zusätzliche Pflegemittel oder Kosmetika, wie beispielsweise Haarspray oder Haarfärbemittel.
  • Wechseln Sie gegebenenfalls Ihre Haarpflegemittel, wenn Sie durch diese eine Verschlechterung des Hautzustandes bemerken.
  • Nutzen Sie gezielt geeignete desinfizierende und entzündungshemmende Produkte oder Mittel und tragen Sie diese nicht mit den Händen, sondern mit einem sauberen Wattestäbchen auf. Führen Sie unbedingt immer einen Verträglichkeitstest durch, bevor Sie mit einer entsprechenden Therapie beginnen!

Gehen Sie den Ursachen von Pickeln und Haarausfall auf den Grund

Neben einer intensiven Pflege der geschädigten Kopfhaut gilt es natürlich, sich genauer mit den Ursachen der Pickel und des daraus resultierenden Haarausfalls auseinanderzusetzen. Hier lassen sich selbstverständlich keine pauschalen Empfehlungen aussprechen, da stets eine individuelle Therapie, basierend auf den diagnostizierten Ursachen, erfolgen muss. Somit lässt sich am besten ermitteln, ob die Pickel nur eine vorübergehende Erscheinung oder Folge einer Erkrankung sind, die es zu behandeln gilt. Suchen Sie daher zunächst einen Hautarzt auf und lassen Sie sich gegebenenfalls gemäß der vermuteten Ursache an entsprechende Spezialisten verweisen. Denn nicht selten liegen Pickeln auf der Kopfhaut und Haarausfall nur Probleme mit der Haut zugrunde.

Trotzdem sollten Sie, neben dem Besuch beim Arzt und der Pflege von Kopfhaut und Haaren, einige wichtige grundlegende Hinweise beachten. Dazu gehört, die Pickel so wenig wie möglich anzufassen. Um die direkte Berührung beim Haarewaschen zu umgehen, können Sie beispielsweise spezielle Handschuhe tragen, wie sie auch für Haarfärbemittel vermittelt werden. Verzichten Sie auch darauf, die Pickel auszudrücken, da dies weitere Entzündungsprozesse der Kopfhaut begünstigt und potenzielle Erreger wie Bakterien leichteren Zugang in die Haut erhalten.

Was passiert bei einer Untersuchung beim Hautarzt?

Hautärzte führen mit Ihnen ein ausführliches Gespräch und untersuchen die gereizte Kopfhaut sowie die Haare. Dies wird beispielsweise mittels eines sogenannten Trichogramms durchgeführt. Dabei entnimmt ein Dermatologe eine bestimmte Anzahl an Haaren, um diese mikroskopisch zu untersuchen. Auch Abstriche und Blutuntersuchungen sind möglich, um den Ursachen von Pickeln und Haarausfall auf den Grund zu gehen.

Quellen:
https://www.dr-gumpert.de/html/eiterpickel_auf_der_kopfhaut.html#c226654
https://www.praxisvita.de/pickel-auf-der-kopfhaut-ursachen-und-schnelle-hilfe-17516.html
https://www.apotheken-umschau.de/Haarausfall/Haarausfall-Spezielle-Formen-und-Ursachen-18896_5.html
https://www.doctolib.de/hautarzt/berlin-schoeneberg