Beim Bürsten der Haare bleiben in der kalten Jahreszeit mehr Haare in der Bürste hängen als sonst, und auch beim Duschen verlieren Sie überdurchschnittlich viele Haare? Kein Grund zur Sorge, denn vermehrter Haarausfall im Winter ist ein weit verbreitetes Phänomen, das in der Regel harmlos ist und im Laufe der Zeit von selbst wieder nachlässt. Wodurch Haarausfall im Winter verursacht wird und welche Maßnahmen den Haarausfall lindern können, erfahren Sie hier.

Wodurch wird Haarausfall im Winter verursacht?

Jeder Mensch verliert durchschnittlich 100 bis 150 Haare täglich. Das klingt zwar viel, macht bei rund 100.000 bis 150.000 Haaren, die wir auf dem Kopf haben, jedoch lediglich 0,1 Prozent aus. Im Winter kann der Haarausfall verstärkt auftreten, und auch bereits vorhandener, hormonell-bedingter Haarausfall wird nun häufig intensiviert. Die Ursachen für diesen saisonalen Haarausfall sind sehr verschieden.

Der normale Wachstumszyklus

Auch Haare haben einen Wachstumszyklus. In der Regel erreichen sie in den Sommermonaten ihr maximales Wachstum und leiten dann eine Ruhephase ein. Rund 100 Tage später, also in Herbst und Winter, fallen sie aus. Studien weisen darauf hin, dass die Stärke des saisonalen Haarausfalls auch von der Dauer und Intensität der Sonnenbestrahlung in der warmen Jahreszeit beeinflusst wird. Das heißt: Je häufiger und intensiver Sie Ihr Haar in den Sommermonaten der Sonne ausgesetzt haben, umso mehr Haare verlieren Sie im Winter.

Vitamin-D-Mangel

Im Winter leiden wir meist unter Lichtmangel. Zu wenig Sonnenlicht hat zur Folge, dass unser Körper nicht ausreichend Vitamin D produzieren kann – und ein niedriger Vitamin-D-Spiegel bewirkt wiederum, dass die Haarwurzeln an Kraft verlieren und mehr Haare ausfallen als sonst. Zusätzlich zum normalen Wachstumszyklus spielt also auch die Versorgung mit Vitamin D beim Thema Haarausfall im Winter eine wesentliche Rolle.

Haarausfall durch Kälte

Niedrige Temperaturen und Wind stellen für die Haut eine große Herausforderung dar, so auch für die Kopfhaut. Kalte Luft führt dazu, dass sich die Gefäße in der Haut zusammenziehen. Die Haut wird nur schlecht durchblutet und wichtige Nährstoffe kommen bei der Haarwurzel gar nicht erst an. Die Folge: Das Haar wird zunächst trocken und spröde und fällt schließlich ganz aus.

Was kann ich gegen Haarausfall im Winter tun?

So vielfältig wie die Ursachen für Haarausfall im Winter sind auch die möglichen Selbsthilfemaßnahmen. Das können Sie konkret tun, um sich auch in den kalten Monaten an einer gesunden Haarpracht zu erfreuen:

Die Haarpflege optimieren

Im Winter ist eine intensive Haarpflege besonders wichtig. Das Haar benötigt nun extra-viel Feuchtigkeit und wertvolle Pflegestoffe. Gönnen Sie Ihrem Haar daher ein- bis zweimal wöchentlich eine Haarkur oder Haarmaske, die zu Ihrem individuellen Haartyp passt. Bevorzugen Sie dabei Haarpflegeprodukte mit reinen Ölen, denn Silikonöle lassen sich nicht vollständig auswaschen. Stattdessen überziehen sie die Haarfaser mit einer hauchdünnen Schicht, die verhindert, dass Pflegestoffe bis zum Haar vordringen. Die dauerhafte Anwendung von Haarpflegeprodukten mit Silikonölen kann das Haar also spröde machen und das Risiko für Haarausfall zusätzlich erhöhen. Ist der Haarausfall nicht nur saisonal, sondern auch hormonell bedingt, empfiehlt sich die Benutzung eines professionellen Shampoos gegen Haarausfall, beispielsweise Priorin.

Frau mit langen Haaren vor Winterlandschaft

Die Ernährung überdenken

Eine gesunde und ausgewogene Ernährung ist immer eine gute Idee, denn sie stärkt nicht nur das Immunsystem und fördert das allgemeine Wohlbefinden, sie sorgt auch für kräftiges Haar. Am besten ernähren Sie sich möglichst abwechslungsreich, damit der Körper mit allen wichtigen Nährstoffen versorgt wird. Da auch Eisenmangel Haarausfall fördern kann, sollten regelmäßig eisenhaltige Lebensmittel wie Brokkoli, Spinat, Quinoa, Karotten und Fleisch auf dem Speiseplan stehen. Das für die Haargesundheit wichtige Vitamin D ist vor allem in fettem Fisch, Leber und Lebertran sowie in Eigelb und Getreide enthalten – grundsätzlich sollten Sie sich jedoch möglichst viel an der frischen Luft aufhalten, denn dann kann der Körper das Vitamin selbstständig herstellen. Tragen Sie dabei eine Mütze, um die Haare vor Wind und Kälte zu schützen. Trinken Sie außerdem viel Wasser, damit der Stoffwechsel in Schwung bleibt und der Körper Giftstoffe zügig aus dem System schwemmen kann.

Einen gesunden Lebensstil pflegen

Ein gesunder Lebensstil trägt ebenfalls dazu bei, dass die Haare auch im Winter stark bleiben und den Anforderungen der kalten Jahreszeit mühelos standhalten. Neben einer gesunden Ernährung ist viel Bewegung in diesem Zusammenhang besonders wichtig. Schon ein ausgedehnter Spaziergang tut Körper und Seele gut und trägt auf diese Weise zu Ihrem Wohlbefinden und zur Gesundheit von Haut und Haaren bei. Versuchen Sie außerdem, Stress zu vermeiden, und achten Sie auf ausreichend Ruhepausen und Entspannung, denn auch Stress und Schlafmangel können dazu führen, dass saisonaler Haarausfall verstärkt auftritt.

Fazit: Haarausfall im Winter ist meist harmlos

Haarausfall im Winter ist normalerweise kein Grund zur Besorgnis. Mit einer optimierten Haarpflege, einer ausgewogenen Ernährung und einem gesunden Lebensstil ist es in der Regel möglich, den Haarausfall zu reduzieren. Wenn Sie besonders viele Haare verlieren und/oder zusätzlich unter weiteren Symptomen leiden, ist es jedoch ratsam, einen Arzt aufzusuchen, um Erkrankungen (etwa der Schilddrüse) auszuschließen.

Quellen:
https://www.aerzteblatt.de
https://www.pharmazeutische-zeitung.de