Wenn Stress zu Haarausfall führt – Ursachen und Hilfsmaßnahmen

Alltagsprobleme und Leistungsdruck, gepaart mit Zeitmangel sowie der daraus resultierenden Hektik, bestimmen den Alltag vieler Menschen. Früher oder später verursacht dieser Zustand Stress, der zu geistigen wie körperlichen Beeinträchtigungen führen kann. Dauerbelastung und Überanstrengung haben unter Umständen auch zur Folge, dass sich der Haarzyklus verändert und dabei die Lebenszeit der Follikel negativ beeinflusst wird – es droht stressbedingter Haarausfall, der allerdings auf keine Erkrankung zurückzuführen ist

Doch es gibt mehrere Wege, um Stress abzubauen und die Belastung zu mindern – denn erst, wenn das Grundproblem beseitigt ist, kann das Haar dauerhaft gesund nachwachsen.

Stress und Haarausfall – Ursache und Wirkung

Die Ursachen für Haarausfall sind vielfältig. Häufig ist der Haarausfall erblich bedingt. Man spricht dann von einer so genannten androgenetischen Alopezie, von der rund 40 % der Frauen und 70 % der Männer im Laufe ihres Lebens betroffen sind. Aber auch äußere Faktoren, wie beispielsweise langanhaltender Stress, unter dem mittlerweile sechs von zehn Menschen leiden, können einen übermäßigen Haarverlust begünstigen. Aufmerksam werden sollte man bei Haarausfall, der über einen längeren Zeitraum von der täglich üblichen Menge abweicht (bis zu 100 Stück sind normal, wobei es sich um eine normale physiologische Reaktion der Kopfhaut handelt, die älteres Haar abstößt). Fällt Ihnen also plötzlich auf, dass Sie deutlich mehr Haare verlieren als bisher, ist das ein Alarmzeichen Ihres Körpers. Er signalisiert Ihnen mit dieser Reaktion, dass etwas nicht stimmt.

Stress entsteht immer dann, wenn Sie das Gefühl haben, eine bestimmte Situation nicht mehr bewältigen oder beeinflussen zu können. Ihr Körper schüttet in Folge mehr Neurotransmitter und andere Botenstoffe als üblich aus, was dann negative Auswirkungen auf ihren Haarwachstumszyklus haben kann.

Der Haarverlust verläuft dann meist diffus, also über den gesamten Kopf verteilt. Aber auch eine andere Art von Haarausfall, wie der kreisförmige Haarausfall, kann durch andauernden Stress negativ beeinflusst werden. Ursache für den Haarausfall ist bei dieser Art vermutlich eine Autoimmunerkrankung, die durch die Stressreaktion ausgelöst werden kann.

Haarausfall durch Stress
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Weitere Einflussfaktoren bei stressbedingtem, nicht krankheitsbedingtem Haarausfall

Es existieren eine Reihe an Faktoren, die nicht-krankheitsbedingten Haarausfall, wie stressbedingten Haarausfall, begünstigen bzw. verstärken können. Hierzu gehören zum Beispiel eine falsche Ernährung und Schlafmangel.

Falsche Ernährung

Nicht selten ist eine falsche, nährstoffarme Ernährung, mitschuld an der Entstehung von Haarausfall. Zum einen kann eine solche Fehlernährung die Folge von anhaltendem Stress und dem damit verbundenen Zeitmangel sein. Sie kann aber auch auf ein gesundheitliches Problem hindeuten, zum Beispiel auf eine Fehlfunktion im Verdauungssystem wie beispielsweise einen Mangel an Magensäure oder eine geschädigte Darmflora, da in beiden Fällen die Nahrung nicht richtig verarbeitet werden kann. Achten Sie bei Stress vor allem darauf, dass ihre Ernährung ausgewogen bleibt und sie möglichst genügend Eisen, Silicium und Biotin zu sich zu nehmen, um ihre Haare zu unterstützen.

Schlafmangel

Wenn Sie dauerhaft unter Stress stehen, werden Sie vermutlich auch schlecht schlafen, da Sie das ständige Grübeln wachhält oder Ihnen Versagensängste den Schlaf rauben. Schlaf ist eine wichtige Regenerationsphase des Körpers. Daher kommt Schlaf auch den Haarwurzeln zugute. Schlaflosigkeit kann also nicht nur ihren Körper und ihre Stimmung negativ beeinflussen, sondern auch stressbedingtem Haarausfall in die Karten spielen.

Haarausfall ist umkehrbar – dem Stress den Kampf ansagen

Sie können Ihrem Haarverlust erfolgreich entgegenwirken, indem Sie folgende Tipps berücksichtigen:

  • Lernen Sie z.B. sich zu entspannen: Eignen Sie sich Entspannungstechniken wie Meditation, Aromatherapie oder Yoga an und gehen Sie regelmäßig zur Massage.
  • Gönnen Sie sich Auszeiten: Halten Sie sich ausreichend oft in der Natur auf – das wirkt positiv auf Geist und Körper und bringt Sie zurück in Ihr seelisches Gleichgewicht.
  • Treiben Sie Sport: Üben Sie eine softe Sportart aus, gehen Sie beispielsweise schwimmen oder wandern. Auch Nordic Walking zählt zu den schonenden Bewegungsarten.
  • Planen Sie Auszeiten und haben Sie Spaß: Verordnen Sie sich gezielt Entspannungsabende, z.B. mit dem Partner oder mit Freunden. Ebenso sollten Sie regelmäßige Auszeiten vom Alltag einplanen, z.B.  ein Wellness-Wochenende oder einen Urlaub mit der Familie. Halten Sie sich an solchen Tagen unbedingt von der Arbeit und Alltagsproblemen fern, lassen Sie den Laptop und das Handy zu Hause.
  • Überdenken Sie Ihren Lebensstil: Reduzieren oder meiden Sie schädliche Stoffe wie Tabak, Alkohol und Koffein

Wurden andere Ursachen für Ihren Haarausfall – beispielsweise Nebenwirkungen von Medikamenten, eine Schilddrüsenfehlleistung oder Hormonstörungen aufgrund einer Schwangerschaft bzw. der Wechseljahre – ausgeschlossen, können Sie Stress als mögliche Ursache für das Problem in Betracht ziehen.

Ziehen Sie zur Unterstützung ihrer Haare auch den Gebrauch von natürlichen Mitteln gegen Haarausfall in flüssiger Form zum Auftragen oder in Kapselform zum Einnehmen in Betracht.

Erstere unterstützen meist den natürlichen Haarwachstumszyklus durch natürliche Inhaltsstoffe aus Pflanzen und pflegen die Kopfhaut, während letztere das Haar mit wertvollen Nährstoffen und Vitaminen (wie z. B. das wichtige Vitamin B5) versorgen und so helfen, Haarausfall zu reduzieren.