Haarausfall durch Rauchen?

Ungewöhnlich starker Haarausfall ist meist Zeichen für eine körperliche Fehlfunktion. Die kann viele Ursachen haben. Neben ungesunder oder falscher Ernährung kann auch Rauchen ein Grund für den Haarverlust sein. Verschiedene Studien kommen zum Ergebnis, dass der Konsum von Zigaretten das Risiko in Bezug auf Haarausfall zumindest erhöht, jedoch fehlt den Forschern bislang der Beweis für ein alleiniges Verschulden des Nikotins. Der folgende Beitrag setzt sich ohne Voreingenommenheit mit den Argumenten auseinander.

Wie kann Rauchen den Haarausfall fördern?

Viele Dermatologen sind der Ansicht, dass Haut und Haare in mehrerlei Hinsicht durch Nikotin geschädigt werden. Das Wachstum der Haare wird durch Rauchen gemindert, weil der Kopfhaut weniger Blut zufließt. Dabei übt der Rauch von innen und außen negativen Einfluss auf den Haarwuchs aus.

  • Direkter Einfluss von außen zeigt sich an nachlassendem Glanz der Haare. Der ist durch Rauch in der Umgebung bedingt, welcher sich in den Haaren festsetzt und die äußere Haarschicht austrocknet. Dadurch verlieren die Haare nicht nur ihren Glanz, sondern werden zunehmend kraftlos.
  • Der Konsum von Zigaretten wirkt sich noch Stunden danach auf die Durchblutung aus, da die Blutgefäße durch das Nikotin verengt werden. Somit kommen weniger Nährstoffe als notwendig über das Blut zu den Haarwurzeln. Auf diese Weise beeinflusst das Rauchen auch von innen her die Gesundheit der Haare.
  • Frauen sind durch das Rauchen einer weiteren Gefahr ausgesetzt, die sich ebenfalls durch dünner werdendes oder ausfallendes Haar bemerkbar macht. Nikotin stört die Produktions-Mechanismen des Hormons Östrogen. Und darauf reagieren Frauen insbesondere in den Wechseljahren und nach Schwangerschaften mit empfindlichen oder ausfallenden Haaren.

Keine der vielen Studien konnte bislang schlüssig beweisen, dass das Rauchen alleinige Ursache für Haarausfall ist. Es ist zwar davon auszugehen, dass regelmäßiger Konsum von Nikotin das Risiko in Bezug auf ausfallende Haare erhöht und damit andere Ursachen des Haarausfalls zusätzlich bedingt. Aber die wahren Gründe für Haarausfall können unterschiedlichster Natur sein, beispielsweise durch genetische Veranlagung.

Haarausfall durch Rauchen
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Erblich bedingte androgenetische Alopezie

Grundsätzlich kann die androgenetische Alopezie (genetischer Haarausfall) bei Männern ebenso auftreten wie bei Frauen, weil die auslösenden Faktoren im Erbgut beider Geschlechter verankert sind. Forscher untersuchten den Zusammenhang zwischen Rauchen und ausfallenden Haaren bisher nur bei Männern und wurden fündig. Bei rauchenden Männern ist das Risiko auf genetischen Haarausfall im Vergleich zu Nichtrauchern fast doppelt so hoch.

Dafür gibt es allerdings Gründe, die auf das Erbgut zurückzuführen sind. Haarausfall bei Männern wird meist durch das Androgen Dihydrotestosteron ausgelöst, dieses wird in Kombination mit anderen Genen vererbt. Die eigentlichen Ursachen liegen demnach in der menschlichen Natur, sie werden aber durch das Rauchen begünstigt beziehungsweise beschleunigt, weil das Nikotin dem Haarwuchs die natürliche Kraft nimmt.

Was trägt außer dem Rauchen zu Haarausfall bei?

Stress ist ein ebenso starker Auslöser für Haarausfall. Hierdurch wird der Zyklus des Haarwuchses gleichermaßen beeinträchtigt wie durch das Rauchen. Die Haare fallen bei körperlichem und psychisch bedingtem Stress aus, da durch verstärkt ausgeschüttete Neurotransmitter die Haarfollikel geschädigt werden.

Alkoholgenuss kann Haarausfall auslösen oder beschleunigen. Übermäßiger Genuss von Wein, Bier oder Schnaps verlangsamt erwiesenermaßen den Stoffwechsel. Die Gesundheit der Haare leidet unter Alkohol in erheblichen Mengen, vor allem beim Genuss über längere Zeit.

Hohe Blutfett- und Cholesterinwerte sind weitere Faktoren, die genetischen Haarausfall verursachen oder verstärken können. Ausfallende Haare sind zudem oft ein Anzeichen von Diabetes, denn der Körper verfügt bei Zuckerkranken nicht über ausreichende Mengen des Hormons Insulin.

Genetischer Haarausfall ist meist auf Mangelerscheinungen oder Störungen des Hormonhaushalts zurückzuführen. In den meisten Fällen mindert eine ausgeglichene gesunde Lebensweise das Risiko erheblich. Dazu gehört natürlich auch, das Rauchen nach Möglichkeit, ganz aufzugeben oder weitestgehend zu reduzieren. Es genügt jedoch nicht, nur einen Risikofaktor auszuschließen. Wer unter Haarausfall leidet, sollte gleichermaßen Stress vermeiden und den Genuss von Alkohol in großen Mengen einstellen. Um die individuelle Ursache für ausfallende Haare festzustellen und effizient zu bekämpfen, sollte ein Arzt, im Idealfall ein Dermatologe, konsultiert werden.