Haarausfall in runder Form, starker Juckreiz und erste Entzündungen – treten diese Symptome auf, ist es höchste Zeit, einen Dermatologen aufzusuchen. Denn in diesem Fall liegt möglicherweise eine Pilzinfektion vor. Diese ärztlich abklären zu lassen, ist aus mehreren Gründen wichtig. Erstens erfordert ein Befall zwingend eine Behandlung und zweitens ist eine exakte Diagnose wichtig. Sie klärt ab, ob möglicherweise eine andere Erkrankung oder Allergie für den Haarausfall oder die weiteren Symptome verantwortlich ist. Zudem kommen auch bei einer Pilzinfektion grundsätzlich mehrere Arten von Pilzen infrage. Erst eine genaue Diagnose ermöglicht es daher, die Kopfhaut gezielt zu behandeln.

Was steckt hinter einem durch Pilz verursachten Haarausfall?

Bei einem Kopfpilz handelt es sich um eine Infektion der Kopfhaut. Für diese ist meist ein Pilz mit dem fachlichen Ausdruck Tinea capitis verantwortlich. Die Infektion wird auch als Ringelflechte der Kopfhaut bezeichnet. Tinae capitis bildet eine Unterart der sogenannten Dermatophytosen. Dies sind Pilzinfektionen, die Haut und Nägel befallen. Als Ursache kommen unterschiedliche Pilzgattungen infrage, die an verschiedenen Stellen des Körpers auftreten und dementsprechend eingeordnet werden.

Kopfhautpilz beim Mann
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Der Kopfhautpilz Tinea capitis verursacht sichtbare Flecken auf der Kopfhaut, eine trockene Schuppung und aufgrund des Haarausfalls runde kahle Stellen auf dem Kopf. Dieser übermäßige Haarausfall wird medizinisch als Alopezie bezeichnet. Er entsteht, weil sich der Pilz vom organischen Material der Kopfhaut ernährt. Betroffen sind daher auch die Keratine, Proteine, die die Grundlage unseres Haarwachstums bilden. Tinea capitis erfordert daher gezieltes Eingreifen.

Eine Behandlung ist aus mehreren Gründen zwingend erforderlich:

  • Die Pilzinfektion verschwindet niemals von alleine.
  • Tinea capitis ist hochansteckend.
  • Unbehandelt kann sich die Infektion weiter ausbreiten, Entzündungen verursachen und in den Blutkreislauf gelangen. Das bedeutet ein Risiko für die inneren Organe.
  • Nur so lässt sich der Haarausfall eindämmen und ein Neuwachstum der Haare anregen.
  • Die Beseitigung des Haarausfalls und der pilzbedingten Flecken auf der Kopfhaut ist für die Betroffenen auch aus ästhetischen Gründen wichtig.

Feststellung der Infektion und Behandlung

Dermatologen untersuchen die Kopfhaut und entnehmen dieser Proben beziehungsweise einige der Kopfhautschuppen und des Haars. Anschließend erfolgt eine Untersuchung unter dem Mikroskop. In einigen Fällen wird mithilfe der entnommenen Proben auch eine Kultur des Pilzes gezüchtet, um diesen näher zu bestimmen. Ebenso ist eine Untersuchung der Kopfhaut mithilfe von Wood-Licht, einem Schwarzlicht, möglich. Bestrahlen Dermatologen bestimmte Pilze in einem abgedunkelten Raum mit diesem Licht, leuchten diese sichtbar auf (fluoreszieren). Diese Vorgänge sind wichtig, um den verursachenden Pilz zweifelsfrei zu identifizieren und die richtige Therapie anzuordnen.

Wurde der Kopfhautpilz Tinea capitis eindeutig bestimmt, verordnen Hautärzte eine Therapie in Form von sogenannten Antimykotika. Diese Bezeichnung steht für Wirkstoffe, die bei durch Pilzen ausgelöste Erkrankungen zum Einsatz kommen. Sind Kinder vom Kopfhautpilz betroffen, verordnen Hautärzte oft spezielle Salben und Selensulfid-Shampoos. Hinzu kommen mitunter auch spezielle Antimykotika, die oral eingenommen werden müssen.

Jede Behandlung erfolgt über einen längeren Zeitraum. Mindestens drei Monate sind erforderlich, um den Pilz sowohl am Wachstum zu hindern, als auch gezielt abzutöten. Erst danach ist es auch möglich, weiteren Haarausfall zu umgehen. Ist der Haarverlust nicht mehr rückgängig zu machen, kommt nur eine Haartransplantation infrage, um die kahlen Stellen der Kopfhaut wieder auszugleichen. Sie ist mithilfe einer Eigenhaarverpflanzung bei Erwachsenen möglich. Allerdings müssen in jedem Fall die Behandlung der Pilzinfektion bereits vollständig abgeschlossen und die Kopfhaut entzündungsfrei sein. Eine entsprechende Nachuntersuchung bei den behandelnden Hautärzten verschafft diesbezüglich Klarheit.

Risiken und Ansteckungsursachen von Kopfhautpilz

Die Übertragung des Pilzes findet häufig durch den Kontakt mit Haustieren, mehrheitlich Hunden und Katzen, statt. Eine Ansteckung von Mensch zu Mensch erfolgt meist über den gemeinsamen Gebrauch von Gegenständen wie Haarbürsten oder Handtüchern. Des Weiteren können auch mangelnde Hygiene, falsche Pflege oder sehr fettige Kopfhaut die Eintrittspforte für Pilzinfektionen darstellen. Auch, wenn Sie Ihre Haare über längere Zeit feucht halten, besteht ein Risiko. Denn Pilze bevorzugen das damit einhergehende feuchtwarme Klima der Kopfhaut. Vorsicht ist auch bei Verletzungen der Kopfhaut geboten. Somit können Verunreinigungen in die ungeschützte Haut dringen.

Wie verhalte ich mich richtig bei einem Kopfhautpilz?

Bei einem Kopfhautpilz geht es insbesondere darum, das Ansteckungsrisiko gezielt einzudämmen. Das gilt nicht nur in Hinblick auf Ihre Mitmenschen, sondern auch, um während der Therapie einen Neubefall durch den Pilz zu verhindern. Dieser kann sich unter Umständen auch auf andere Körperbereiche ausbreiten oder in die Blutbahn gelangen. Pilze sind grundsätzlich hartnäckig und Überlebenskünstler. Daher ist es auch wichtig, dass Sie Ihre Therapie kontinuierlich und langfristig fortführen. Um die Regenerationsphase des Haares zu unterstützen, ist auch der Einsatz ergänzender Produkte möglich. Folgende weitere Maßnahmen helfen im Umgang mit dem Kopfhautpilz:

  • Lassen Sie Haustiere auf den Pilz hin untersuchen.
  • Ist Ihr Kind vom Kopfhautpilz betroffen, sollte es nach Beginn der Therapie für etwa zwei Wochen vom Kindergarten beziehungsweise Schulunterricht befreit werden.
  • Trennen Sie persönliche Gegenstände wie Handtücher oder Haarbürsten von denen übriger Familienmitglieder beziehungsweise Mitbewohnern.
  • In einem Haushalt sollten sich zudem auch die weiteren Mitglieder auf den Kopfhautpilz hin untersuchen lassen.
  • Desinfizieren Sie Haarbürsten und Kämme und kochen Sie diese, falls möglich, etwa fünf Minuten in kochendem Wasser aus. Auch ein Komplettaustausch lohnt sich.
  • Stellen Sie gegebenenfalls Ihre Pflege um, um weitere Reizungen der Kopfhaut zu vermeiden.
  • Trocknen Sie Ihre Haare nach dem Wachen vorsichtig, aber nicht mit heißer Luft. Am besten verwenden Sie einen Föhn mit einer Kaltluftstufe.
  • Da die Dauer der Infektion auch von der Länge des Haares abhängig sein kann. Ziehen Sie deshalb in Erwägung, das Haar zu kürzen oder abzurasieren, um die Behandlungsdauer insgesamt zu verkürzen.
  • Verwenden Sie für Ihre Wäsche und Textilien desinfizierende Produkte und falls die Materialien dafür geeignet sind, eine 90 Grad Waschprogramm.

Quellen:

http://www.psychosoziale-gesundheit.net/
https://drbalwi.com/haarausfall-bei-depressionen/