Haarausfall durch Färben – Fakten, die Sie kennen sollten!

Nicht selten bevorzugen gleichermaßen Frauen und Männer gefärbtes Haar. Sei es, weil das eigene Haar zunehmend grau wird oder weil das Ändern der eigenen Haarfarbe eine erfrischende Abwechslung bringt. Hersteller von Haarfärbemitteln werben mit sanften und hervorragend pflegenden Inhaltsstoffen, sodass das Haar „weich wie Seide“ und „märchenhaft schön“ werde. Die Realität sieht mitunter jedoch anders aus: Nach dem Färben hat so mancher Verbraucher mit Haarausfall bzw. mit Haarbruch zu kämpfen. Was sind die Ursachen? Wie können Sie Haarausfall durch Färben vorbeugen? Fragen über Fragen – und hier sind die Antworten:

Haarausfall durch Färben – das sollten Verwender von Haarfarben wissen

Färben Sie Ihr Haar regelmäßig, werden Sie sicherlich feststellen, dass es nach mehreren Wochen widerspenstig, splissig, kraft- und glanzlos aussieht. Meist können Sie mit einer nährenden, reichhaltigen Pflegekurpackung diesen „Symptomen“ entgegenwirken. Hier gibt es die Wahl zwischen Leave-in-Produkten oder Präparaten zum Ausspülen. Je nachdem, welche Inhaltsstoffe in Ihrem Haarfärbeprodukt enthalten sind, kann es jedoch zu allergischen Reaktionen oder zu Unverträglichkeiten kommen. Je mehr chemische Substanzen ein Produkt enthält, desto heftiger können diese Reaktionen ausfallen. Gereizte, gerötete oder schuppende Kopfhaut ist nicht selten eine Folgeerscheinung. Dies wiederum führt aufgrund einer daraus resultierenden Nährstoffunterversorgung und einer mangelnden Durchblutung der Kopfhaut zu Haarbruch oder sogar Haarausfall.

Ammoniak, eine giftige Stickstoffverbindung, ist in vielen haarkosmetischen Färbemitteln enthalten. Diese chemische Substanz trägt dazu bei, die Schutzhülle eines jeden Haares buchstäblich aufzuspalten. Warum ist das so? Weil nur auf diese Weise ein optimales Eindringen der Farbpigmente in das Haar gewährleistet werden kann. Außerdem verändern das Ammoniak und weitere Inhaltsstoffe, wie Oxidationsmittel, die in dem Haar vorhandenen Pigmente. Um diese „aggressive“ Eigenschaft zumindest ein Stückweit zu kompensieren, sind heute in fast allen Haarfärbemitteln Pflegesubstanzen implementiert. Sie sorgen für mehr Weichheit, Seidigkeit und Glanz. Amine verleihen dem Produkt zusätzlich einen angenehmen Duft.

Haarausfall durch Färben
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Welche Farbpigmente sind enthalten?

Grundsätzlich gibt es zwei Farbpigmente, die natürlicherweise im Haar enthalten sind: Eumelanin und Phäomelanin. Es sind beides Formen des Melanins, das in den Melanozyten in den Haarwurzeln produziert wird. Die jeweiligen Anteile der Pigmente im Haar sorgen für die natürliche Haarfarbe. Je mehr Eumelanin, desto dunkler das Haar. Viel Phäomelanin und wenig Eumelanin sorgen für eher rotes Haar. Wenig Eumelanin und wenig Phäomelanin machen das Haar blond.

Bei Haarfärbemitteln sind oftmals noch zusätzliche Farbpigmente inkludiert, je nachdem welche Haarfarbe gewünscht wird, denn nicht jede noch so echt wirkende Haarfarbe lässt sich durch die natürlichen Pigmente hervorrufen. Nicht zuletzt sind Haarfärbemitteln auch farblose Farbmoleküle und Parfümstoffe beigesetzt. Letztere sollen helfen, den meist eher unangenehmen Geruch der übrigen Chemikalien zu „übertönen“.

Fakt ist also: Haare färben ist keine Wohltat für die Haare. Haarfärbemittel bestehen zum Teil aus hochaggressiven Inhaltsstoffen, die unter Umständen einen schädigenden Einfluss auf das Naturhaar haben können.

So schützen Sie Ihr Haar vor Haarausfall durch Färben

Um bei all diesen chemischen Verbindungen das Haar vor dem Ausfallen zu bewahren, sollten Sie es zusätzlich bestmöglich schützen:

  • Viele Produkte enthalten Ammoniak. Wenn Sie auf ammoniakfreie Präparate zurückgreifen möchten, sollten Sie bedenken, dass in den meisten Alternativangeboten Ersatzstoffe enthalten sind. Diese zeichnen sich in der Regel durch eine ebenso aggressive Wirkung aus. Wir empfehlen daher pflanzliche Färbemittel. Nachteil: Die Färbung ist oft nicht ganz so intensiv, und auch der gewünschte Farbeffekt hält lediglich zwei bis drei Wochen.
  • Waschen Sie Ihr Haar vor dem Färben nicht. Dadurch öffnen sich die Poren der Kopfhaut, sodass das Färbemittel tief in die Haut eindringen kann. Sensible Haut reagiert daraufhin gegebenenfalls mit Rötungen, Juckreiz, Entzündungen oder Schuppenbildung.
  • Achten Sie darauf, dass keine Amine in Ihrem Haarfärbemittel enthalten sind. Diese stehen nicht nur im Verdacht, krebserregend zu sein, sondern sind mitunter eine der Hauptursachen für Haarbruch.
  • Verzichten Sie möglichst auf chemische Färbemittel. Naturpräparate oder Tönungen sind da die weitaus bessere Alternative.

Bei jedem Haarfärbevorgang wird das Haar angegriffen, was die Haarstruktur nachhaltig schädigt. Dies kann nicht wieder rückgängig gemacht werden. Erst wenn das Haar unbehandelt nachwachsen kann, erhalten Sie Ihr glattes, samtweiches Haar zurück. Pflanzliche Haarfärbemittel oder Tönungen sind eine vielversprechende Möglichkeit, wenn Sie auf Ihr „farbenfrohes“ Haarstyling nicht verzichten möchten. Außerdem sollten Sie Ihr gefärbtes Haar besonders nachhaltig pflegen, beispielsweise mit sanften Pflegeshampoos.

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