Haarausfall durch Diabetes – was nun?

Haarausfall und die Volkskrankheit Diabetes gehen vielfach Hand in Hand. Die Ursachen sind unterschiedlich: Diabetes als Stoffwechselerkrankung trägt dazu bei, dass die Versorgung mit Nährstoffen für einen gesunden Haarwuchs nicht ausreicht. Vor allem schwerer Diabetes hat zusätzlich die Beeinträchtigung von Nerven zur Folge. Die Durchblutung der Haarwurzeln wird dadurch erschwert, was wiederum den Haarausfall nach sich zieht.

Haarausfall und Diabetes

Durchblutungsstörungen bei Diabetikern steigen an, je fortgeschrittener das Lebensalter ist und umso länger die Krankheit besteht. Oft wird Haarausfall in späteren Jahren nicht sofort einer Erkrankung zugeschrieben, sondern gilt als Alterserscheinung. Dabei kommt auch und gerade in diesem Alter Diabetes als Ursache für verstärkten Haarausfall infrage. Einst wurde Diabetes Typ II auch Altersdiabetes oder Alterszucker genannt. Durch unsere moderne Lebensweise sind aber längst sogar jüngere Erwachsene, ja auch Kinder und Jugendliche von dieser Erkrankung betroffen. Bei dieser Personengruppe wird Haarausfall ebenso nicht sofort mit Diabetes in Verbindung gebracht, sondern auf Pflegefehler oder falsche Ernährung geschoben. Es lohnt sich also, bei jeder Art von Haarausfall zeitnah einen Gesundheitscheck durchzuführen. Je eher Diabetes erkannt und eingestellt wird, desto weniger gravierend zeigen sich Folgeschäden wie Nervenschädigungen und Durchblutungsstörungen.

Haarausfall bei langjährigem Diabetes

Je länger die Erkrankung besteht, desto höher ist die statistische Wahrscheinlichkeit, dass sich eine diabetische Neuropathie entwickelt. Motorische, sensorische und autonome Nerven werden bei dieser Folgeerkrankung geschädigt. Dies trägt dazu bei, dass die Haarwurzeln nicht ausreichend versorgt werden, die Talgversorgung der Follikel lässt nach oder wird gar komplett eingestellt. Da durch die Nervenschädigungen auch die Kopfhaut trocken werden kann, ist sie anfällig für kleine Verletzungen, die wiederum Nährboden für bakterielle Infektionen und Mykosen sind. Eine gesunde Kopfhaut wiederum ist unerlässlich für ein gesundes Haarwachstum. Oft kommt es nach Jahrzehnten der Erkrankung durch Nervenschädigungen sogar zu einem kompletten Haarausfall, der nicht nur den Kopf, sondern auch die Körperbehaarung betreffen kann.

Haarausfall durch Diabetes?
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Antidiabetika und Haarausfall

Was wirkt, hat Nebenwirkungen. Dies gilt auch für Medikamente, die bei Diabetes verschrieben werden. Besonders die Präparate, die direkt über den Darm wirken, scheinen nach längerer Einnahme eine Ursache für verstärkten Haarausfall zu sein. Dies kann am Medikament selbst liegen, aber auch an der Tatsache, dass durch die Wirkstoffe die Darmflora verändert oder gar schwer gestört wird. Lässt sich hier ein Zusammenhang vermuten, kann der Wechsel des Präparates Abhilfe schaffen. Vor- und Nachteile müssen jedoch durch den behandelnden Diabetologen genau abgeklärt werden.

Kreisrunder Haarausfall bei Diabetes

Der Zusammenhang ist auffällig: Diabetiker, vor allem des Typ I, erkranken überdurchschnittlich häufig an Alopecia areata. Beide Erkrankungen haben ihren Auslöser in einem nicht ordnungsgemäß arbeitenden Autoimmunsystem. Zudem wird durch Diabetes I, der vielfach bereits zwischen Kindesalter und jungen Erwachsenenjahren auftritt, der Stoffwechsel bereits dann gestört, wenn er durch das Wachstum noch besonders beansprucht wird. Dass diese Schwächung des Körpers anfällig für Erkrankungen wie den kreisrunden Haarausfall macht, wundert nicht.

Was hilft bei Haarausfall infolge Diabetes

Das Übel sollte im doppelten Sinn an der Wurzel gepackt werden. Von ärztlicher Seite ist zu klären, ob der Wechsel des Präparates Abhilfe schaffen kann. Die Betroffenen wiederum können dazu beitragen, dass der Haarausfall gemindert wird. Als hilfreich erweisen sich

  • eine gesunde Ernährung
  • geeignete Haarpflegeprodukte
  • spezielle Nahrungsergänzung
  • Mittel gegen Haarausfall

Entscheiden Sie sich für Nahrungsergänzungen und Mittel gegen Haarausfall, sollten Sie die Einnahme und Anwendung mit dem behandelnden Arzt besprechen, um eine Überversorgung oder Gegenindikation auszuschließen!

Lebensmittel gegen Haarausfall

Zum Glück gehen viele Lebensmittelratschläge bei Diabetes mit denen gegen Haarausfall Hand in Hand. Reichlich an wertvollen Spurenelementen und Mineralstoffen sind pflanzliche Öle, Saaten und Nüsse. Alkohol ist mit Vorsicht zu genießen. Er schädigt, wie Diabetes auch, die Nerven. Eine diabetesbedingte Nervenstörung, die Diabetesneuropathie, könnte durch regelmäßigen Alkoholgenuss verstärkt werden. Champignons und grünes Blattgemüse dienen ebenfalls gegen beide Erkrankungen. Die darin enthaltenen Vitamine des B-Komplexes, Vitamin C und Mineralstoffe gibt es bei diesen kalorien– und kohlehydratarmen Lebensmitteln gratis obendrein. Mehr zum Thema Ernährung und Haarausfall erfahren Sie hier.

 

Quellen:

https://www.diabetesinformationsdienst-muenchen.de/erkrankungsformen/folgeerkrankungen/diabetes-und-haut/index.html
https://www.aerztezeitung.de/medizin/krankheiten/diabetes/article/551751/kahle-beine-folge-neuropathie.html
https://www.dha-haareundnaegel.de/ursachen.html
https://www.endokrinologen.de/diffuser-haarausfall.php
https://kreisrunderhaarausfall.de/ursachen-diagnose-alopecia-areata-haarausfall/
https://derma.plus/haare/haarausfall-alopecia-areata/#einfuehrung
https://www.diabetesinformationsdienst-muenchen.de/therapie/orale-antidiabetika/index.html
https://www.patienten-information.de/kurzinformationen/diabetes/ernaehrung-und-bewegung-bei-diabetes