Haarausfall durch Cortison – ein hartnäckiger Mythos

Immer wieder hört man, dass Menschen davon berichten, dass verschiedene Medikamente den Haarausfall ausgelöst haben. Dabei ist vor allem Cortison bei vielen Menschen als einer der Hauptauslöser bekannt. Doch stimmt das überhaupt? Und lässt sich diese Behauptung wissenschaftlich beweisen? Wir haben für Sie einmal den Faktencheck gemacht.

Medikamente als Auslöser für Haarausfall

Nicht nur Krankheiten, sondern auch deren Behandlung können zu Haarausfall führen. Denn verschiedene Medikamente greifen häufig stark in den Organismus des Menschen ein und können unter anderem als Nebenwirkung zu Haarausfall führen. Den allgemeinen Gerüchten zufolge gehört auch Cortison zu diesen Medikamenten. Woher diese Gerüchte stammen ist leider nicht zu belegen, häufig hängt es allerdings damit zusammen, dass Cortison und generell Cortison-Präparate durchaus viele Nebenwirkungen haben können. Betrachtet man allerdings die Wirkzusammenhänge und die Wirkung von Cortison in seinen verschiedenen Anwendungsformen, so lassen sich diese Gerüchte nicht bestätigen.

Haarausfall durch Cortison – wissenschaftlich nicht belegt

Es gab bereits einige wissenschaftliche Studien zu den Wirkungen und Nebenwirkungen von Cortison. Trotz der oftmals recht massiven und deutlichen Nebenwirkungen wird das Mittel aufgrund seiner sehr guten Wirkung noch immer verschrieben und in der medizinischen Therapie eingesetzt. In all diesen Studien gab es weder einen Hinweis noch einen Beweis dafür, dass Cortison als Nebenwirkung den Haarausfall bei Menschen begünstigen könnte. Das direkte Gegenteil ist sogar der Fall.

Cortison als Behandlung und Mittel bei Haarausfall

Aufgrund seiner Wirkung gilt Cortison in seinen verschiedenen Formen sogar als Mittel zur Förderung des Haarwuchses. Eine Nebenwirkung des Mittels ist der übermäßige Haarwuchs. Patienten haben in verschiedenen Anwendungsszenarien darüber berichtet, dass nach der regelmäßigen Nutzung von Cortison haltigen Präparaten der Haarwuchs im Gesicht, auf der Brust und auch am Rücken deutlich verstärkt wurde. Hierbei spricht man in der Fachsprache von einer Hypertrichose, also einem übermäßigen Haarwuchs. Zudem werden Präparate mit Cortison zur Behandlung verschiedener Formen des Haarausfalls eingesetzt. Unter anderem bei der entzündlich bedingten Alopezie, also dem entzündlichen Haarausfall.

Woher stammt dann das Gerücht?

Die körperlichen Zusammenhänge zwischen Erkrankungen, Stress und Haarausfall sind noch immer nicht vollständig geklärt. Wenn Sie unter einem verstärkt auftretenden Haarausfall leiden und als einziges neues Medikament ein Cortison-Präparat nutzen, ist der Zusammenhang leicht hergestellt. Das der Haarausfall allerdings durch die zugrundeliegende Erkrankung oder den damit zusammenhängenden Stress ausgelöst werden könnte, ist auf den ersten Blick weniger ersichtlich. So entstand wohl das Gerücht, dass Cortison Haarausfall auslösen könnte.