Haarausfall – Diese Rolle spielt der Darm

Bei Haarausfall denken die meisten Menschen an genetische Ursachen oder ans Alter. Was viele nicht wissen: Auch die Darmgesundheit hat erheblichen Einfluss auf unser Haarwachstum. Ist die Darmflora dauerhaft nicht im Gleichgewicht, werden die Haare oftmals dünner, brechen leichter ab und fallen schließlich ganz aus. Welche Zusammenhänge zwischen Haarausfall und dem Darm bestehen und wie Sie Ihre Darmgesundheit und somit auch das Haarwachstum effektiv fördern können, erfahren Sie nachfolgend.

Frau fässt sich an den Bauch

Wie beeinflusst der Darm Haarausfall?

Damit die Haare beständig wachsen und kräftig bleiben können, benötigen sie ausreichend Energie in Form hochwertiger Kohlenhydrate. Auch die Mineralien Eisen und Zink, die Vitamine Niacin und Biotin, essenzielle Fettsäuren und Aminosäuren sind für ein gesundes Haarwachstum unerlässlich. Liegen diese Stoffe nicht in ausreichender Menge vor, unterbrechen die Haarwurzeln ihr Wachstum und gehen vorzeitig in die Ruhephase, bevor sie schließlich ausfallen. Eine ungesunde Ernährung ist die häufigste Ursache für einen Nährstoffmangel. Darüber hinaus spielt auch der Darm selbst eine herausragende Rolle, denn er ist dafür zuständig, Nährstoffe aus der Nahrung zu filtern und diese dem Körper zuzuführen. Werden ihm diese Nährstoffe nicht zugeführt, kann er sie nicht weiterleiten. Zugleich bringt eine ungesunde Ernährung die Darmflora aus dem Gleichgewicht, sodass die Verwertung von Nährstoffen in vielen Fällen selbst dann gestört bleibt, wenn wir uns gesünder ernähren. Die Folge ist meist diffuser Haarausfall – das heißt Haarausfall, der gleichmäßig die gesamte Kopfhaut betrifft.

Faktoren, die die Darmtätigkeit zusätzlich beeinträchtigen können

Neben einer unausgewogenen Ernährung können weitere Faktoren die Darmflora und die Darmtätigkeit negativ beeinflussen und Haarausfall fördern. Dazu zählen unter anderem:

  • Stress
  • Medikamente (zum Beispiel Antibiotika)
  • Alkoholkonsum
  • Nikotin

Auch Darmerkrankungen wie Morbus Crohn oder Culitis ulcerosa gehen häufig mit Haarausfall, aber auch mit brüchigen Nägeln und Hautproblemen einher. Gleichzeitig schwächt eine gestörte Darmflora das Immunsystem, was wiederum den Darm negativ beeinträchtigt, sodass ein wahrer Teufelskreis entsteht. Neben Haarausfall können weitere Symptome hinzukommen, zum Beispiel Kopfschmerzen, allgemeines Unwohlsein und sogar hoher Bluthochdruck. In der Regel führen Darmprobleme und Darmerkrankungen jedoch erst dann zu Haarausfall, wenn sie längerfristig bestehen. Bei einer kurzzeitigen Magen-Darm-Verstimmung ist also normalerweise keine Beeinträchtigung des Haarwachstums zu befürchten.

Haarausfall durch Darmprobleme – was hilft?

Sind Darmprobleme der Grund für Haarausfall, können Sie mit einer konsequenten Ernährungsumstellung bereits gute Erfolge erzielen. Fertiggerichte, Fastfood und Süßigkeiten sollten vom Speiseplan gestrichen werden. Gleiches gilt für sehr fettreiche Mahlzeiten, die schwer im Magen liegen und den Darm für viele Stunden belasten. Eine ausgewogene, abwechslungsreiche Ernährung mit vielen Ballaststoffen und einem hohen Anteil an frischem Obst und Gemüse bringt den Darm wieder ins Gleichgewicht und verbessert ganz nebenbei das Wohlbefinden. Mindestens ebenso wichtig ist es, sich ausreichend zu bewegen, um den Stoffwechsel und somit die Verdauung anzuregen. Sollte eine Ernährungsumstellung in Kombination mit Bewegung nicht ausreichen, kommt eventuell auch eine Darmsanierung infrage. Mit ihrer Hilfe können Sie Schadstoffe und Gifte ausleiten und die Darmflora effektiv und nachhaltig stärken.

Haarausfall mit einer Darmsanierung stoppen

Erster Schritt: Die Darmreinigung

Eine Darmsanierung besteht aus mehreren Bausteinen. An erster Stelle steht die Darmreinigung, beispielsweise mit einem Abführmittel oder einem Einlauf.
Wichtig: Bei der Darmreinigung verliert der Körper viel Wasser, welches Sie durch eine hohe Flüssigkeitszufuhr wieder ausgleichen sollten. Die Darmreinigung reinigt den Darm jedoch nur oberflächlich. Hartnäckige Ablagerungen an den Darmwänden können Sie anschließend mithilfe von Flohsamenschalen entfernen. Dazu die Flohsamenschalen in Wasser auflösen und trinken. Alternativ eignen sich auch Leinsamen.

Zweiter Schritt: Aufbau einer gesunden Darmflora

Anschließend ist es wichtig, die Darmflora wieder aufzubauen, beispielsweise mit speziellen Präparaten aus der Apotheke, die ausschließlich im Darmtrakt wirken. Auch Probiotika, die nicht nur in Joghurt, Sauerkraut und Molke vorkommen, sondern auch in Pulver- oder Tablettenform erhältlich sind, eignen sich gut. Sowohl während der Darmsanierung als auch danach ist es zudem unerlässlich, sich gesund und ballaststoffreich zu ernähren und gegebenenfalls Nahrungsergänzungsmittel (beispielsweise Zink, Eisen, B-Vitamine) zu sich zu nehmen, um die Nährstoffversorgung sicherzustellen.

Dritter Schritt: Das gesunde Darmmilieu dauerhaft erhalten

Eine erfolgreiche Darmsanierung befreit den Körper von unnötigem Ballast und bringt die Darmflora wieder ins Gleichgewicht. Wenn Sie gleichzeitig auf eine ausgewogene Ernährung achten, wird Ihr Körper optimal mit Nährstoffen versorgt und die Haarfollikel können ihr Wachstum wieder aufnehmen. Und nicht nur die Haare profitieren, auch die Verdauung, das Hautbild und Ihr Wohlbefinden verbessern sich. Haarausfall durch eine Darmsanierung zu stoppen, erfordert jedoch Geduld, denn der Prozess nimmt insgesamt etwa vier bis zwölf Wochen in Anspruch. Und auch danach gilt es, sich weiterhin gesund und ballaststoffreich zu ernähren, um das positive Darmmilieu aufrechtzuerhalten.