Neurodermitis bedeutet für viele Betroffene aufgrund der auftretenden Symptome eine deutliche Einschränkung Ihrer Lebensqualität. Dabei variieren die sicht- und spürbaren Auswirkungen je nach Einzelfall. Haarausfall gehört zu einer der möglichen Begleiterscheinungen im Zuge einer Neurodermitis. Dieser tritt aufgrund der durch die Erkrankung veränderten Hautstruktur der Kopfhaut beziehungsweise der Austrocknung von Haut und Haar auf. Auch erhöhter Stress, als Ursache oder Folge einer Neurodermitis, kann den Haarausfall begünstigen.

Neurodermitis – Was steckt dahinter?

Bei Neurodermitis handelt es sich um eine entzündliche, jedoch nicht ansteckende Hauterkrankung. Medizinisch ist sie auch unter dem Ausdruck atopische Dermatitis oder atopisches Ekzem bekannt. Sie äußert sich in einem sichtbaren Hautausschlag, der von einem starken Juckreiz begleitet wird. Eine Neurodermitis tritt mehrheitlich bei Kindern auf. Wenn auch vergleichsweise weniger, so sind jedoch auch Erwachsene von der Hauterkrankung betroffen. Häufig liegt in diesen Fällen bereits eine vorangegangene Ersterkrankung vor. Hier ist sie meist schwerer ausgeprägt und verläuft chronisch in Schüben, während sie bei Kindern mit zunehmendem Alter häufig abschwächt und manchmal sogar ganz verschwindet. Um eine Neurodermitis richtig zu behandeln, ist es wichtig, Sie zunächst genau zu diagnostizieren. Denn Ihre Symptome ähneln denen anderer Erkrankungen, wie beispielsweise einer Schuppenflechte.

Woher kommt eine Neurodermitis?

Die Hornschicht gehört zur obersten Schicht unserer Haut, der Epidermis. Sie erneuert sich beständig und dient dem Schutz vor Krankheitserregern. Entsteht eine Neurodermitis, wird diese Schutzfunktion unterbunden.

Mädchen mit Pickeln und unreiner Haut
© SharonMcCutcheon / Pixabay

Mögliche Gründe hierfür sowie diesbezügliche Risikofaktoren sind:

  • eine Entzündungsreaktion der Haut, diese beschädigt die Hornschicht
  • Filaggrin, ein wichtiges Eiweiß zur Bildung der Oberhaut wird durch ein verändertes Gen in seiner Produktion gehemmt, was die Haut durch Austrocknung schädigt und die Schutzfunktion mindert
  • Allergien (Hausstaubmilben, Pollen oder Nahrungsmittel): die durch das Immunsystem produzierten Antikörper lösen die Entzündung aus
  • Reizung der Haut durch bestimmte Stoffe oder Umwelteinflüsse (beispielsweise extreme Temperaturen)
  • höhere Anfälligkeit aufgrund einer Vererbung
  • Milchschorf: umgangssprachliche Bezeichnung für einen auf behaarter Babykopfhaut auftretenden Ausschlag
  • vermutete Gründe: Umweltverschmutzungen; übermäßige Hygiene, die den Aufbau eines widerstandsfähigen Immunsystems hemmt
  • psychische Belastungen wie dauerhaft bestehender Stress

Die richtige Pflege für Haar und Kopfhaut

Tritt Haarausfall infolge einer Neurodermitis auf, kann nur eine angemessene Pflege von Haar und Kopfhaut zu einer Verbesserung der Situation beitragen. Dabei kommt es insbesondere darauf an, dass Sie versuchen, eine weitere Austrocknung der Haut zu umgehen.

Folgende Aspekte sollten Sie bei Ihrer Haar- und Kopfhautpflege im Fall einer Neurodermitis beachten:

  • Haare nur mit lauwarmem Wasser waschen (Temperatur unter 37 Grad)
  • spezielle feuchtigkeitsspendende und rückfettende Pflegeprodukte verwenden, da normale Shampoos, Seifen und Waschlotionen die Haut zusätzlich austrocknen können
  • Achten Sie auch auf mögliche Allergene in Pflegeprodukten.
  • Benutzen Sie keine Kosmetikprodukte, die Konservierungs-, Duft-, Farbstoffen, Emulgatoren oder Paraffinöl enthalten.
  • Setzen Sie auch auf Pflegeprodukte, die nicht ausgewaschen werden, sondern auf der Kopfhaut verbleiben, beispielsweise spezielle Haartonics.
  • Vermeiden Sie nach dem Waschen das typische „Trockenrubbeln“. Nehmen sie besser durch leichten Druck des Handtuchs die überschüssige Feuchtigkeit der Haare auf.
  • Umgehen Sie nach Möglichkeit zusätzliche Reizungen, beispielsweise durch die Hitze von Föhnen, Lockenstäben oder Glätteisen. Wärme verstärkt zudem den Juckreiz.
  • Vermeiden Sie nach Möglichkeit trockene Luft.
  • Beachten Sie die individuellen Reaktionen von Kopfhaut und Haaren uns passen Sie die Pflege gegebenenfalls entsprechend an.

Welche weiteren Aspekte sollte ich in Bezug auf Neurodermitis und Haarausfall beachten?

Eine Neurodermitis ist bei jedem Betroffenen individuell ausgeprägt. Daher lohnt es sich für Sie immer, auf ein möglichst umfangreiches und auf Sie abgestimmtes Beratungs- und Betreuungsangebot zurückzugreifen. Ermitteln Sie genau, in welcher Form und Ausprägung die Symptome der Hauterkrankung bei Ihnen auftreten. Damit lässt sich am besten gegen den durch die Neurodermitis bedingten Haarausfall vorgehen.