Glatze – Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten

Eine ungesunde Lebensweise mit Fehlernährung und Stress, Schicksalsschläge und Krankheiten, aber auch der individuelle Hormonhaushalt und vor allem genetische Veranlagung sind die Ursachen für Haarausfall und Glatzenbildung. Erstere Auslöser lassen sich mit einer Lebensumstellung in den Griff bekommen. Die Haarprobleme, die jedoch durch tiefer gehende Auslöser hervorgerufen werden, sind in der Behandlung langwieriger. Oft leiden die Betroffenen doppelt, zum einen durch die Krankheit und zum anderen durch Beeinträchtigung des Wohlbefindens, wenn die Haarpracht verloren geht.

Testosteron – zu Unrecht der Sündenbock?

Relativ neu sind Erkenntnisse über den Einfluss von Testosteron auf den männlichen Haarverlust. Ging man früher davon aus, dass ein hoher Testosteronspiegel zum totalen Verlust der Kopfhaare führe, so wird dies durch eine neuere Studie an der Universität Greifswald nicht mehr bestätigt. Robin Harig und sein Forscherteam werteten hierzu die Daten von 373 männlichen Probanden aus. Das ermittelte Ergebnis wurde von den Forschern in Bezug zum Hormonstatus – Testosteron, Androstendion, DHEAS – gesetzt. Hinweise darauf, dass durch diese Sexualhormone der Haarausfall in irgendeiner Weise beeinflusst wurde, ergaben sich nicht. Vielmehr scheint es vor allem bei Männern so zu sein, dass ein vorzeitiger oder überdurchschnittlich starker Haarausfall vielfach genetisch bedingt ist.

Haarausfall und Gene

Interessant ist in diesem Zusammenhang auch eine Studie von Dr. Stefanie Heilmann-Heimbach, die an der Universität Bonn durchgeführt wurde. Die Daten von rund 11.000 betroffenen Männern flossen in diese Untersuchungen ein. Ihr Team fand 63 Änderungen am menschlichen Genom heraus, die als Risiko für einen frühzeitigen Haarausfall erhöhen. Ebenfalls über dem Durchschnitt lagen Männer, die an Prostatakrebs oder anderen Krebsarten erkrankt waren, auch eine geringere Körpergröße und eine frühere Pubertät scheinen einen gewissen Einfluss auf den Haarausfall zu haben. Primär gilt hier eine allgemeine Prävention: Eine gesunde Ernährung, Stressabbau, ein Massieren der Kopfhaut mit durchblutungsfördernden Mitteln sind hilfreich. Mittel wie Minoxidil und Finasterid – letzteres für Frauen nicht zugelassen und für Männer verschreibungspflichtig – zeigen mitunter eine gute Wirkung. Medikamente gegen Haarausfall sollten generell nur in Absprache mit dem Arzt Anwendung finden.

(K)Ein Grund zur Sorge

Als Folge von Erkrankungen tritt Haarausfall ebenfalls auf. Lag eine Vergiftung vor, so kann der Haarverlust durchaus so heftig sein, dass er zur Glatze führt. Mitunter kommt es zeitlich versetzt zum Verlust der Haare, wer beispielsweise im Frühling unter Heuschnupfen leidet, stellt einen Haarausfall im Hochsommer fest. Denn die Schädigung der Haare und Haarwurzel findet zwar sofort statt, beim sogenannten diffusen Haarausfall dauert es jedoch zwei bis drei Monate, bis sich in der Ausfallphase der verstärkte Verlust zeigt. Eine Fehlfunktion der Schilddrüse, Medikamenteneinnahme, Mineralstoffmangel, vor allem von Eisen, Essstörungen und strenge, einseitige Diäten zählen zu den Ursachen für Haarausfall. Sobald die Schilddrüse durch Präparate eingestellt, die Medikamentenaufnahme beendet und ein Mangel durch Ergänzungspräparate ausgeglichen wurde, pendelt sich der Haarwuchs in der Regel rasch wieder ein. Ist dies nicht der Fall, sollte der Arzt zu Rate gezogen werden.