Wenn die Haarpracht schwindet: Haarausfall bei Männern

Geheimratsecken, Tonsur oder Glatze – viele Männer leiden an Haarausfall… Und Ego und Selbstwertgefühl leiden oft mit. Zwar hat Haarausfall beim Männern eine Reihe von Auslösern jedoch lässt sich der Haarverlust häufig auf erbliche Faktoren zurückführen. Eine entscheidende Rolle spielt dabei das männliche Sexualhormon Testosteron bzw. dessen Zwischenprodukt, das Androgen Dihydrotestosteron (DHT). So führt die genetisch bedingte Empfindlichkeit der Haarwurzeln gegenüber dem DHT zur Schädigung und Schwächung der Haarfollikel. Das Resultat ist die so genannte androgenetische Alopezie (erblich bedingter Haarausfall), die häufigste Form des männlichen Haarausfalls.

Haarausfall bei Männern
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Drohende Glatze bei Männern: den Haarausfall erkennen

Ein Mensch verliert am Tag auf natürliche Weise etwa 100 Haare. Wird diese Anzahl überschritten, spricht man von Haarausfall. Während bei Frauen mit längerem Haar die Menge der ausgefallenen Haare sich in der Haarbürste und auf dem Boden liegend abzeichnen, ist bei Männern mit kürzerem Haar der einsetzende Haarausfall nicht immer so schnell ersichtlich. In der Regel bemerken Betroffene zunächst einen Rückgang des Haaransatzes. Es bilden sich sogenannte Geheimratsecken, die im Laufe der Zeit größer werden und sich nach hinten ausweiten. Zusätzlich bildet sich eine kahle Stelle am Oberkopf (Tonsur). Tonsur und Geheimratsecken wachsen schließlich aufeinander zu und bilden im weiteren Verlauf eine großflächigere Glatze. Im Endstadium wachsen die Haare dann nur noch als Haarkranz weiter.

Haarausfall-Ursache Nummer 1: Erblich bedingter Haarausfall

Einen ersten Anhaltspunkt dafür, ob man als Mann womöglich von Haarausfall betroffen ist, liefert ein Blick in die Ahnengalerie. Denn Haarausfall ist häufig genetisch bedingt und wird somit von Generation zu Generation weitervererbt. Auch wann der Haarverlust erstmalig auftritt, hängt maßgeblich von den individuellen Genen ab. So leiden manche Männer bereits ab dem 20. Lebensjahr an beginnender Glatzenbildung, während sich der Haarschwund beim Großteil der Männer erst ab der Lebensmitte bemerkbar macht. Ab dem 70. Lebensjahr betrifft er knapp 80 Prozent der männlichen Bevölkerung.

Das Hamilton-Norwood-Schema beschreibt den androgenetischen Haarausfall in 7 Stadien:

Stufe 1: Kein oder geringes Rückweichen des vorderen Haaransatzes

Stufe 2: Erste Bildung von Geheimratsecken (bis max. zwei Zentimeter vor äußeren Gehörgang gedachte Verbindungslinie)

Stufe 3: Geheimratsecken dehnen sich nach hinten über die gedachte Verbindungslinie hinaus aus; Erster Haarverlust vor allem im Scheitel- und frontalen Bereich (beginnende Tonsur)

Stufe 4: Weiterer Haarverlust im Scheitelbereich, frontaler Haarverlust weitet sich aus; die Zonen werden durch deutliches Haarband voneinander getrennt

Stufe 5: Das Haarband zwischen den Zonen wird Schmaler; Das Haar am Hinterkopf nimmt Hufeisenform an

Stufe 6: Die Bereiche des Haarverlustes vorne und hinten gehen ineinander über; laterale Ausbreitung der haarlosen Areale

Stufe 7: Es bleibt nur noch ein schmales Haarband, welches sich von den Ohren über den Hinterkopf entlang zieht

Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Hamilton-Norwood-Schema

Geheimratsecken- erstes Anzeichen der androgenetischen Alopezie

Meist tritt der erblich bedingte Haarausfall bei den betroffenen Männern zu Beginn in Form so genannter Geheimratsecken in Erscheinung. Erste Ansätze zeichnen sich oft schon zwischen dem 20. und 30. Lebensjahr ab. Anders als bei der Tonsur oder der Glatze, werden Geheimratsecken allerdings nicht unbedingt als störend oder verunstaltend empfunden. Sie wurden schon in der frühen Neuzeit als Zeichen der Würde und des ehrenvollen Alters angesehen. Nicht umsonst verdanken sie ihren Namen dem „Geheimen Rat“, der für gewöhnlich wichtige und respektvolle Landesangelegenheiten und Beschlüsse fasste. Dehnen sich die Geheimratsecken im späteren Stadium aber weiter nach hinten aus, sind sie meist der Anfang einer altersbedingten Glatzenbildung. Dies ist der Zeitpunkt, an dem Männer gern auf spezielle haarwachstumsfördernde Mittel bzw. Präparate gegen Haarausfall oder sanft pflegende Shampoos zurückgreifen, um dem Haarverlust so entgegenzuwirken.

Warum entstehen Geheimratsecken und lichte Stellen?

Grund für die Entstehung von Geheimratsecken ist das Androgen DHT (5α-Dihydrotestosteron), das aus dem männlichen Sexualhormons Testosteron gebildet wird. Die Haarfollikel reagieren negativ auf dieses Abbauprodukt, was zur Schwächung und Schädigung der Follikel führt. Infolgedessen verkürzt sich die Wachstumsphase der Haare. Sie fallen schneller aus und wachsen dünner nach. Schließlich besetzt ein Flaumhaar die Haarwurzel. Stirbt dieses zusammen mit der Wurzel ab, entsteht eine haarfreie Stelle auf der Kopfhaut.

Weitere Arten von Haarverlust: Diffuser und kreisrunder Haarausfall

Doch nicht immer sind es die Gene, die für den vermehrten Haarverlust bei Männern verantwortlich sind. Auch psychische Probleme, Stress, Krankheiten oder eine ungesunde Lebensweise können die Entstehung von männlichem Haarausfall begünstigen. Je nach Ursache und Erscheinungsform ist dann von diffusen oder kreisrunden Haarausfall die Rede.

Kreisrunder Haarausfall (Alopecia areata)

Wenn plötzlich bzw.  innerhalb kürzester Zeit an vereinzelten Stellen die Haare ausgehen, spricht man von kreisrundem Haarausfall. Dieser betrifft nicht unbedingt nur die Kopfhaare. Auch an den Augenbrauen oder am Bart kann der kreisrunde Haarausfall auftreten. Wie der Name bereits sagt, entstehen hierbei kahle ovale oder kreisrunde Stellen, die schnell sichtbar werden. Auch bei dieser Form des Haarausfalls sind die Ursachen nicht eindeutig geklärt. Höchstwahrscheinlich handelt es sich beim kreisrunden Haarausfall um eine Immunerkrankung, bei der sich der eigene Körper gegen die Haarfollikel richtet, wodurch sich diese entzünden, woraufhin die Haare letztendlich ausfallen. Der kreisrunde Haarausfall ist meist nur vorübergehend, so dass die kahlen Stellen von selbst wieder zuwachsen.

Diffuser Haarausfall (Alopecia diffusa)

Anders als beim erblich bedingten oder kreisrunden Haarausfall beschränkt sich der diffuse Haarausfall nicht auf eine bestimmte Stelle am Kopf. Vielmehr dünnt sich das Haar des Mannes gleichmäßig und über den ganzen Kopf verteilt aus, sodass das sich das gesamte Haupthaar immer weiter lichtet. Die Ursachen hierfür sind wissenschaftlich nicht sicher nachgewiesen, wobei vorherige Krankheiten und falsche Ernährung als wahrscheinlich gelten. In der Regel ist diffuser Haarausfall nur eine vorübergehende Störung, die sich wieder legt, sobald die Ursachen behandelt werden. Eine Umstellung der Ernährung oder Reduzierung von Stress können oftmals schon helfen, dem diffusen Haarausfall entgegenzuwirken. Unterstützen können zusätzlich vitaminreiche Pflegeprodukte.

Haarausfall bei Männern therapieren – geht das?

Einige Männer greifen, sobald sie den Haarausfall bemerken, zu Schere und Rasierer und schneiden sich eine Glatze. Allerdings passt eine Glatze nicht unbedingt zu jeder Kopfform. In Abhängigkeit von der des Haarausfalles können einige Therapien den Haarausfall stoppen und bereits verlorenes Haar zurückbringen.

Haarausfall behandeln: Was hilft bei diffusem oder kreisrundem Haarausfall?

Diffuser und kreisrunder Haarausfall, die meist nur temporär sind und deren Ursachen nicht im Erbgut liegen, können durch entsprechende Maßnahmen, wie Stressreduktion, Ernährungsumstellung oder ggf. auch Hormontherapien gut behandelt werden. Ist die Ursache bekämpft, wachsen die Haare in der Regel wieder nach.

Behandlung androgenetischer Alopezie

Bei erblich bedingten Haarausfall kann eine Haartransplantation ein Hilfsmittel gegen den Haarverlust sein, eine sogenannte Eigenhaartherapie. Diese kommt bei ersten Geheimratsecken infrage. Ärzte entnehmen dazu Haarfollikel aus einer dicht bewachsenen Stelle des Kopfes. Anschließend erfolgt unter ambulanter Betäubung deren Implantation in die im Vorfeld vorbereitete kahle Kopfhaut. Darüber hinaus kann auch mithilfe spezieller Haarausfall-Präparate einem voranschreitenden Haarverlust entgegengewirkt werden.

Abschließende Tipps für die Haarausfall-Behandlung

Am besten behandeln Sie Haarausfall, indem Sie die eigentliche Ursache bekämpfen. Reduzieren Sie Stress und achten Sie auf eine ausgewogene und gesunde Ernährung. Sind psychische Probleme der Grund, versuchen Sie diese zu ermitteln und zu beseitigen.

Darüber hinaus helfen natürliche Pflegemittel Haar und Kopfhaut zu pflegen und gesund zu erhalten. So können Sie dem fortschreitenden Haarausfall frühzeitig entgegenwirken.

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