Ursachen für Haarausfall bei Frauen

Bis zu einem gewissen Grad ist Haarausfall ein ganz normales und natürliches Phänomen und Teil des normalen Haarwachstumszyklus, welcher aus einer Wachstums- und einer anschließenden Ruhephase besteht. Auch die Abnahme der Haardichte mit zunehmendem Alter ist noch kein Grund zur Beunruhigung. Von (permanentem) Haarausfall sprechen Mediziner aber erst dann, wenn Sie über einen längeren Zeitraum hinweg täglich mehr als 100 Kopfhaare verlieren. Hierbei wird zwischen verschiedenen Ursachen und Arten von Haarausfall unterschieden. Tritt der Haarausfall lediglich an einzelnen Stellen auf, könnte es sich um erblich bedingten oder kreisrunden Haarausfall handeln. Fallen die Haare eher gleichmäßig und über die ganze Kopfhaut verteilt aus, bezeichnet man dies als diffusen Haarausfall oder Alopezie.

Äußere Einflüsse, die Haarausfall begünstigen

Eine der Ursachen für Haarausfall, die Sie selbst leicht beheben können, ist ein Zuviel an Haarpflege z.B. durch intensives heißes Föhnen oder Haarbehandlungen mit Lockenstäben. Auch häufiges Bleichen oder eine Dauerwellenbehandlung kann dazu führen, dass Ihr Haar spröde wird und in Folge abbricht. Allerdings ist diese Form von Haarverlust nicht mit einem permanenten Haarausfall gleichzusetzen. Denn in der Regel wächst das Haar an der jeweiligen Stelle wieder nach. Das Binden von straffen Pferdeschwänzen oder ähnlicher Frisuren, bei dem ein starker Zug nach hinten erzeugt wird, strapaziert übrigens ebenfalls die Haarwurzeln.

Nährstoffmangel und Haardichte

Falls Sie zu jenen Frauen gehören, die immer wieder mittels Crash-Diäten versuchen, Gewicht zu verlieren, wäre es möglich, dass Ihr Haarausfall durch einen Mangel an Nährstoffen ausgelöst wurde. Denn eine unausgewogene Ernährung führt letztendlich zu einer Unterversorgung des Körpers mit wichtigen Nährstoffen, was sich am Verlust der Haarpracht bemerkbar machen kann. Nährstoffe, die Ihr Haar für das Wachstum benötigt, sind beispielsweise Eisen, Zink, Proteine und Aminosäuren (wie L-Cystin) sowie Biotin. Insbesondere Eisenmangel, von dem viele vegetarisch oder vegan lebende Menschen betroffen sind, bewirkt diffusen Haarausfall. Setzen Sie deshalb vermehrt auf Lebensmittel, die viele Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente enthalten. Dazu zählen insbesondere:

  • Eier
  • Fleisch
  • Leber
  • Vollkornprodukten
  • Hülsenfrüchte
  • Nüsse
  • Milchprodukte
  • Haferflocken

Während Vitamin C die Eisenaufnahme fördert, hemmt Koffein die Aufnahme des wertvollen Spurenelements bei gleichzeitigem Verzehr. Im Übrigen kann auch die Einnahme bestimmter Medikamente für diffusen Haarausfall verantwortlich sein. Dazu zählen  Cholesterinsenker, blutverdünnende Mittel (Heparin) und Medikamente gegen Bluthochdruck.

Ursachen für Haarausfall bei Frauen
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Hormonell bedingter Haarausfall

Dünner werdendes Haar kann das Ergebnis einer Veränderung im Hormonhaushalt sein. Frauen in den Wechseljahren leiden daher vermehrt an Alopezie. Eine Hormonumstellung ist ebenfalls Teil einer Schwangerschaft, was bei vielen Frauen zu Haarausfall nach der Schwangerschaft führt, da es währen der Schwangerschaft zunächst zu besonders dichtem Haarwuchs kommt. Nach dem Abfall der Konzentration des Schwangerschaftshormons, also nach der Geburt, fallen sie dafür umso kräftiger aus. Ein durch den Umstand der Schwangerschaft hervorgerufener Haarausfall pendelt sich jedoch mit der Zeit wieder ein. Eine derartige hormonelle Veränderung wird auch durch die Einnahme der östrogenhaltiger Anti-Baby-Pille hervorgerufen. Auch in diesem Fall pendelt sich das Haarwachstum nach dem Absetzen, meist mit einer Phase verstärkten Haarausfalls, wieder ein. Außerdem kann auch Stress ein Auslöser für Haarausfall sein. Denn das bei Stress erzeugte Hormon Cortisol hat negative Auswirkungen auf die Haarfollikel. Wenn der Stress nachlässt und Sie wieder zur Ruhe kommen, wird auch der Haarausfall wieder aufhören.

Krankheitsbedingter Haarausfall

Darüber hinaus können auch bestimmte Erkrankungen zur Entstehung von Haarausfall beitragen, wie es z.B. beim kreisrunden Haarausfall der Fall ist, hinter dem vermutlich eine Autoimmunkrankheit, also eine Fehlreaktion des Immunsystems, steckt. Bei solch einer Erkrankung arbeitet das körpereigene Immunsystem nicht gegen die eigentlichen Bakterien und Viren, sondern gegen die körpereigenen Zellen, wie in diesem Fall gegen die Haarzellen. Ein weiterer Grund für Haarausfall kann eine Über- oder Unterfunktion der Schilddrüse sein. Die genannten Erkrankungen lassen sich gut medikamentös behandeln. Symptome einer Schilddrüsenüberfunktion, auch Hyperthyreose genannt, sind neben vermehrtem Haarausfall auch Wärmeintoleranz, eine gesteigerte Gereiztheit sowie ein Auftreten von warm-feuchter Haut. Hypothyreose ist der medizinische Fachausdruck für eine Schilddrüsenunterfunktion, die sich durch eine gesteigerte Kälteempfindlichkeit, Antriebsarmut und einer trockenen und kühlen Haut äußert. In der Folge der Behandlung dieser Erkrankungen bessert sich in der Regel auch das Haarausfall-Problem.

Genetisch bedingter Haarausfall

Die häufigste Ursachen für Haarausfall bei Frauen ist hingegen die androgenetische Alopezie, sprich, der erblich bedingte Haarausfall. Hierbei reagieren die Haarwurzeln überempfindlich auf das männliche Geschlechtshormon Testosteron, weshalb das Haar schneller ausfällt als normal. Es wächst zwar nach dem Haarausfall neues Haar nach, jedoch wird dieses meist immer dünner, bis nur noch ein kleiner Haarflaum am Kopf verbleibt. Da diese Art des Haarausfalls genetisch vorbestimmt ist, muss er dauerhaft behandelt werden, da sonst der Haarausfall immer weiter fortschreitet.

Therapiemöglichkeiten bei Haarausfall

In vielen Fällen stellt sich das Problem des Haarausfalls häufig wieder von selbst ein, wenn eine hormonelle Veränderung abgeschlossen ist oder veränderte Lebensumstände sich einpendeln und Sie wieder zur Ruhe kommen. Gibt es jedoch andere Ursachen für den vermehrten Haarverlust, bieten Ärzte auch spezielle Therapiemöglichkeiten an. Generell gilt: Je früher Sie dem Haarausfall entgegenwirken, desto höher sind die Erfolgschancen. Zu den gängigsten Therapieformen gehört die Behandlung mit Medikamenten oder beispielsweise speziellen Kapsel-Präparaten. Ist der Haarausfall hingegen unumkehrbar, bietet sich als alternative Behandlungsmethode auch eine Haartransplantation an. Allerdings sollte gerade bei hormonell bedingtem Haarausfall die medikamentöse Therapie im Vordergrund stehe.

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