Haarausfall nach der Schwangerschaft – Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten

Etwa 3 Monate nach der Geburt ihres Kindes, müssen viele Frauen mit Erschrecken feststellen, dass ihre Haare nicht nur an Glanz verlieren und stumpf werden, sondern teilweise gleich büschelweise ausfallen. Doch was sind die Ursachen für den vermehrten Haarausfall unmittelbar nach der Schwangerschaft? Was kann man dagegen unternehmen und wann sollte ein Arzt aufgesucht werden? Die Antworten erhalten Sie im folgenden Ratgeber.

Haarausfall nach der Schwangerschaft – Was sind die Ursachen?

Hormonumstellung

Viele Mütter kennen das Problem, dass ihnen etwa drei Monate nach der Geburt die Haare ausfallen. Doch woran liegt das? Schuld daran sind die Hormone. Schwangerschaft und Geburt bringen diese stark ins Wanken, nach der Schwangerschaft kommt es somit zu einer erneuten Hormonumstellung- die Folge: Haarausfall. Dieser Vorgang ist zwar nicht schön, allerdings reversibel. Das bedeutet, dass sich der Haarausfall im Laufe eines Jahres nach der Schwangerschaft meist wieder zurückbildet.

Viel Östrogen der Schwangerschaft – wenig danach

Die wohl häufigste Ursache für Haarausfall nach der Schwangerschaft ist das plötzliche Absinken des Östrogenspiegels, der während der Schwangerschaft stark ansteigt. Das weibliche Geschlechtshormon sorgt für eine füllige Haarpracht, da durch den Schub der Östrogene mehr Haare als üblich in der Wachstumsphase gehalten werden. Der Östrogen-Spiegel pendelt sich jedoch in den ersten Wochen oder Monaten nach der Entbindung wieder ein, was bedeutet, dass er schließlich abfällt und die Haardichte wieder abnimmt. Die Haare wechseln daher für eine gewisse Zeit von der Phase des Wachstums in die Ruhephase. Daher kann es kurze Zeit nach der Schwangerschaft zu verstärktem Haarausfall kommen.

Stresssituationen

Auch Stress aufgrund einer problematischen Schwangerschaft, der körperlichen Beanspruchung, einer Erkrankung oder psychische Probleme, können die Haargesundheit negativ beeinflussen und bei der Mutter zu Haarausfall führen.

Haarausfall nach der Schwangerschaft
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Was kann man gegen Haarausfall nach der Schwangerschaft tun?

Es gibt einige natürliche Mittel und Maßnahmen, die das Haarwachstum unterstützen bzw. dem Haarverlust entgegenwirken können:

  • Optimale Pflege der Haare, beispielsweise mit einem natürlichen Shampoo
  • Haare offen tragen, da straffe Frisuren oder Haargummis die Haare strapazieren und den Haarverlust begünstigen
  • Eine gesunde und ausgewogene Ernährung mit Vitaminen und Nährstoffen, denn Mangelernährung kann Haarausfall fördern
  • Kopfmassagen (regen die Durchblutung der Kopfhaut an)
  • Spezielle, milde Präparate gegen Haarausfall (wie z.B. Priorin Liquid)

Ernähren Sie sich außerdem gesund und achten Sie darauf, dass Sie genügend Vitamine und Mineralien in den Speiseplan integrieren. Gönnen Sie Ihrem Körper ausreichend Ruhe, da die Schwangerschaft den gesamten Körper beeinträchtigt und den Stoffwechsel erheblich belastet. Sie werden sehen, dass sich das Problem nach einigen Monaten von allein erledigt. Meist ist der vermehrte Haarausfall nach der Schwangerschaft kein Grund zur Beunruhigung. Er resultiert aus der Hormonumstellung und endet gewöhnlich, auch ohne medizinische Hilfe, wenn der Hormonhaushalt wieder im Gleichgewicht ist. Dies kann sechs bis zwölf Monate dauern. Haben Sie also Geduld! Bei einem übermäßigen oder besonders langanhaltenden Haarausfall sollten Sie mit Ihrem Dermatologen oder Frauenarzt sprechen. Anhand einer Blutuntersuchung kann ein mögliches Defizit festgestellt und ein entsprechendes Nährstoffpräparat eingenommen und, im ggf. eine Behandlung eingeleitet werden.

Haarausfall nach der Schwangerschaft ist nichts Ungewöhnliches, in den meisten Fällen glücklicherweise harmlos und lediglich von vorübergehender Dauer. Erkrankungen sind nur selten der Auslöser. Sobald sich der aus dem Gleichgewicht geratene Hormonhaushalt wieder normalisiert hat, geht meist auch der Haarausfall zurück oder verschwindet gänzlich. Nur bei länger anhaltenden oder übermäßigen Haarausfall sollten Sie einen Arzt aufsuchen. Er kann die Ursache ermitteln und eine entsprechende Behandlung einleiten.