Haarausfall bei Frauen – was können Betroffene dagegen tun?

Jede Frau wünscht sich schönes, gesundes und fülliges Haar. Daher leiden Frauen emotional meist deutlich stärker unter Haarausfall als Männer. Ein Grund hierfür ist die gesellschaftliche Akzeptanz von wenigen oder gar keinen Haaren beim männlichen Geschlecht. Gerade Haarausfall in der Scheitelregion ist bei Frauen besonders häufig, es können aber auch andere Stellen wie die Stirn oder der Seitenbereich betroffen sein.

Wie viele Frauen leiden an Haarausfall?

Haarausfall bei Frauen ist ein weit verbreitetes Problem. Befragt man Frauen nach ihren Haarproblemen, geben 31% an unter irgendeiner Art von Haarproblemen zu leiden. Hinzu kommt, dass nach medizinischen Schätzungen mit zunehmenden Alter bis zu 40% der Frauen an dem so genannten erblich bedingten Haarausfall leiden. Der wohl häufigsten Art des Haarausfalls. Hierbei muss man jedoch beachten, dass nicht jeder Verlust von Haaren einem typischen Haarausfall gleichzusetzen ist. Bei einem krankhaften Haarausfall, der medizinisch als Effluvium bezeichnet wird, fallen jeden Tag mehr als 100 Haare aus. Betroffene haben meist spürbar weniger Haare auf dem Kopf.

Die Ursachen für Haarausfall bei Frauen

Es gibt mehrere Gründe, warum speziell bei Frauen die Haare ausfallen können. Dazu gehören:

  • Psychische Belastungen wie Stress, Probleme, Trauer oder Depressionen
  • Hormonumstellungen, beispielsweise durch die Antibabypille, Schwangerschaft oder Wechseljahre
  • Infektions- und Stoffwechselkrankheiten wie Diabetes mellitus
  • Störungen des Immunsystems, die zu Entzündungen der Kopfhaut führen
  • Bestimmte Medikamente, die die Zellteilung beeinflussen, zum Beispiel Chemotherapeutika oder andere Medikamente die einen Einfluss auf die Nährstoffversorgung haben können wie Beta-Blocker, blutgerinnungshemmende und blutfettsenkende Medikamente oder aber einen Einfluss auf den Hormonhaushalt haben wie Schilddrüsen-Präparate und Hormonderivate oder Hormonblocker
  • Einseitige Diäten bzw. Mangelerscheinungen von Vitaminen und weiteren Nährstoffen durch Defizite in der Ernährung
  • Schädigende Chemikalien z. B. in fragwürdigen Haarpflegeprodukten
  • Straffe Haarfrisuren, die zu einem starken Zug führen

Ist keine der genannten Ursachen für den Haarausfall verantwortlich, kann bei Frauen auch ein erblich bedingter Haarausfall vorliegen. Hierbei spricht man auch von einer androgenetischen Alopezie. Die Haarwurzeln reagieren in diesem Fall besonders empfindlich auf die männlichen Sexualhormone, die auch im weiblichen Körper in geringeren Mengen vorhanden sind. An diesen gehen die Haarwurzeln „kaputt“, sodass die Haare dünner werden und ausfallen, auch wenn der Hormonhaushalt sonst in Ordnung ist. Diese Form von Haarausfall tritt bei Frauen meist ab einem Alter von 40 Jahren bzw. in den Wechseljahren auf.

Haarausfall bei Frauen
© RFBSIP / Fotolia

Was hilft gegen Haarausfall bei Frauen?

Um den Haarverlust bei Frauen wirksam bekämpfen zu können, ist es wichtig, dass Sie dessen Ursachen kennen. Zur Diagnose können Sie Ihren Hautarzt oder Gynäkologen aufsuchen, der gegebenenfalls eine geeignete Therapie empfehlen kann. Bei Haarausfall, der aus Stress oder einem Nährstoffmangel resultiert, können Sie auch selbst tätig werden und Ihre Lebensweise bzw. Ernährung entsprechend verändern. Haarausfall, der durch Hormonstörungen oder durch Medikamente verursacht wird, ist meist ein vorübergehendes Phänomen, welches reversibel ist. In der Regel wachsen die Haare, auch ohne Behandlung, nach mehreren Wochen oder Monaten wieder nach. Aber auch wenn der Haarverlust genetisch bedingt ist, stehen betroffenen Frauen verschiedene Behandlungsmethoden zur Verfügung. In der Apotheke sind rezeptfreie Arzneimittel erhältlich, die gegen Haarausfall helfen können. Auch spezielle Lebensmittel, so genannte ergänzend bilanzierte Diäten, helfen gegen den erblich bedingten Haarausfall indem sie die Haarwurzel mit wichtigen B-Vitaminen und weiteren wertvollen Nährstoffen wie Cystin und Silizium versorgen. Folgende Nährstoffe können, miteinander kombiniert, die Haare nachhaltig stärken und so Haarausfall reduzieren:

  • Hirseextrakt
  • Mineralstoffreiches Getreide
  • Kieselsäure und Silizium
  • Aminosäuren wie z. B. Cystein oder daraus gebildetes Cystin
  • Vitamine B5, B12, C und E
  • Biotin
  • Eisen, Zink und Kalium

Fällt Ihnen auf, dass Sie täglich und über einen längeren Zeitraum mehr als 100 Haare pro Tag verlieren, sollten Sie reagieren und notfalls einen Arzt aufsuchen. Haarausfall bei Frauen kann verschiedene Ursachen haben. Sie vielfältig wie seine Auslöser, sind auch die Methoden zur Behandlung von Haarausfall bei Frauen. In Abhängigkeit von der jeweiligen Ursache kommen somit verschiedene Therapiemöglichkeiten für Sie in Frage. Durch eine optimale Haarpflege mit einem milden und gut verträglichen Shampoo sowie geeigneten Stylingprodukten können Sie Haarausfall effektiv vorbeugen. Spezielle Haarpflegeshampoos enthalten beispielsweise das wertvolle Vitamin B5 und verleihen dem Haar mehr Volumen und Kraft. Haarfarbe sowie Föhn, Lockenstab und Glätteisen schädigen aufgrund der Hitze die Haare und können Haarausfall bei Frauen begünstigen. Ansonsten sollten Sie Stress vermeiden, für genügend Schlaf sorgen und auf eine gesunde Ernährung achten.

Weitere interessante Haarausfall-Themen:

Vitamine bei Haarausfall

Vitamine bei Haarausfall

In einigen Fällen haben sich bestimmte Vitamine im Kampf gegen Haarausfall als wirksam erwiesen. Lesen Sie hier, mit welchen Vitaminen Sie Haarausfall reduzieren können…

Haarausfall durch Stress

Haarausfall durch Stress

Auch äußere Faktoren, wie beispielsweise langanhaltender Stress, unter dem mittlerweile sechs von zehn Menschen leiden, können einen übermäßigen Haarverlust begünstigen…

Haarausfall nach der Schwangerschaft

Haarausfall nach der Schwangerschaft

Viele Mütter kennen das Problem, dass ihnen etwa drei Monate nach der Geburt die Haare ausfallen… Woran das liegt und was Sie tun können, erfahren Sie hier!