Hormonell erblich bedingter Haarausfall – Symptome, Ursachen und Behandlung

Erblich bedingter Haarausfall (medizinisch: Androgenetische Alopezie) ist die häufigste Form des Haarausfalls. Sie betrifft etwa 70 bis 80 % der Männer und 40 bis 50 % der Frauen und führt dazu, dass deutlich mehr Haare ausfallen als nachwachsen. Im Laufe der Zeit entstehen immer mehr lichte bis kahle Stellen. Die Betroffenen leiden teilweise sehr unter dem Haarausfall, gilt doch volles Haar in unserer Kultur als Zeichen von Schönheit, Jugendlichkeit und Gesundheit.

Wann ist Haarausfall normal und wann nicht?

Tatsächlich besitzen die meisten Menschen zwischen 80.000 und 120.000 Haare auf dem Kopf. Im Laufe seines Lebens durchläuft jedes Haar, das von einem Haarfollikel gebildet wurde, mehrere Wachstumsphasen. Nach zwei bis sechs Jahren fällt es aus – das ist ganz normal und bei jedem Haar so. Als Faustregel gilt: Pro Tag verliert jeder Mensch normalerweise bis zu 100 Haare. Da gleichzeitig jeden Tag ungefähr 80 Haare nachwachsen, ist dieser Verlust zu verkraften und sogar fast nicht zu bemerken. Erst wenn das Verhältnis zwischen der Anzahl der ausfallenden und der neu wachsenden deutlich gekippt ist, sollten Sie einen Arzt aufsuchen. Typische Anzeichen für ein Ungleichgewicht sind sehr viel größere Haarmengen oder gar -büschel, die sich seit Kurzem im Abfluss oder auf dem Kopfkissen sammeln.

Was ist erblich bedingter Haarausfall?

Bei Männern verursacht die androgenetische Alopezie grundsätzlich zunächst Geheimratsecken und formt schließlich eine Tonsur, die in den meisten Fällen mit einer Glatze endet. Dagegen zeigt sich der Haarausfall bei Frauen vor allem am Mittelscheitel. Hier beginnt es in der Regel mit einer Ausdünnung der Haare, die sich über mehrere Jahre hinweg immer weiter verstärkt. Die Ausdünnung erfolgt meistens schubweise, bis irgendwann die Kopfhaut durchschimmert.

Mann mit Geheimratsecken
© M.Dörr & M.Frommherz / Fotolia

Ursache für hormonell erblich bedingten Haarausfall

Haarausfall per se kann verschiedene Gründe haben. Die Ursache des hormonell erblich bedingten Haarausfalls steht jedoch bereits im Namen. Diese Form des Haarausfalls ist schlicht ererbt oder vielmehr: Die Betroffenen haben die Reaktion ihres Körpers (ihrer Haarrezeptoren) auf Hormone von ihren Vorfahren geerbt. Deshalb wird dieser Form häufig auch als hormonell bedingter Haarausfall oder hormonell erblich bedingter Haarausfall bezeichnet.

Konkret geht es um eine Variante des männlichen Sexualhormons Testosteron, das sogenannte Dihydrotestosteron (DHT). Die Haarwurzeln von Menschen mit hormonell bedingtem Haarausfall reagieren überempfindlich auf DHT und bilden sich deshalb immer mehr zurück. Das verschlechtert die Blut- und Nährstoffversorgung der Haare, die dadurch im Laufe der Zeit immer dünner werden und irgendwann ausfallen.

Mögliche Behandlungsmethoden

Zur Behandlung von hormonell erblich bedingtem Haarausfall gibt es verschiedene Möglichkeiten. Die wohl aufwendigste und teuerste Behandlungsmethode ist die chirurgische Haarverpflanzung, die sicher nicht für alle Betroffene infrage kommt.

Deutlich kostengünstiger ist die medikamentöse Behandlung des Haarausfalls. Hier haben sich im Laufe der Zeit vor allem zwei Wirkstoffe als erfolgreich erwiesen: Finasterid und Minoxidil.

Finasterid ist ein verschreibungspflichtiger Wirkstoff in Tablettenform, der zur Behandlung von Haarausfall bei Männern zugelassen ist. Dagegen ist Minoxidil rezeptfrei als Schaum, Tinktur oder Spray erhältlich und sowohl für Männer als auch für Frauen geeignet. Die beiden Wirkstoffe unterscheiden sich demnach in vielerlei Hinsicht, haben aber zwei Dinge gemeinsam. Erstens müssen sie täglich eingenommen bzw. angewendet werden, damit sie ihre Wirkung entfalten können. Und zweitens können sie den Haarausfall auch dann nur aufhalten, nicht jedoch rückgängig machen. Umso wichtiger ist es, frühzeitig mit der entsprechenden Behandlung zu beginnen.

Darüber hinaus können spezielle Mittel mit Mikronährstoffen den hormonell erblich bedingten Haarausfall bei Frauen lindern. Der Stoffwechsel der Haarwurzeln ist sehr komplex und durch ungünstige (äußere oder ererbte) Einflussfaktoren leicht aus der Balance zu bringen. Bestimmte Mikronährstoffe können dazu beitragen, diese Balance wiederherzustellen. Hierzu gehören Nährstoffe wie Vitamin B5 (Pantothensäure) oder L-Cystin, das einer der Bestandteile von Keratin (Haarprotein) ist. Sie können über Produkte in Kapselform eingenommen werden. Für die äußere Anwendung gibt es spezielle Shampoos, die auf die Bedürfnisse von kraftlosem und dünner werdendem Haar zugeschnitten sind. Ihre Inhaltsstoffe pflegen von außen und stärken von innen und verleihen dem Haar somit wieder neue Widerstandskraft, Volumen und Glanz.

Gibt es vorbeugende Maßnahmen?

Dem hormonell erblich bedingten Haarausfall können Sie nicht vorbeugen. Die Reaktion Ihrer Haarfollikel auf die oben genannten Hormone ist ererbt und nicht veränderbar. Wenn Sie von hormonell bedingtem Haarausfall betroffen sind, sollten Sie so früh wie möglich mit der Behandlung beginnen und diese mit entsprechender Pflege unterstützen.

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