Haarausfall Arten im Überblick

Egal, ob Frau oder Mann – für die meisten Menschen sind die Haare ein wichtiger Teil ihres Aussehens sowie Ausdruck ihrer Ausstrahlung und Persönlichkeit. Kein Wunder also, dass das Ausfallen der Kopfhaare oder der restlichen Körperbehaarung, als beunruhigend empfunden wird.

Im unserem Ratgeber wollen wir daher näher auf folgende Fragen eingehen:

  • Wie erkenne ich die verschiedenen Arten von Haarausfall?
  • Wann verweist der Haarausfall eventuell auf belastende Faktoren wie Stress, Fehlernährung oder gar eine Krankheit?
  • Wie kann ich die Problematik durch eigenes Verhalten positiv beeinflussen?

Haarausfall Arten und ihre Symptomatik

Bei Haarausfall kann man zwischen 4 verschiedenen Haupttypen unterscheiden, anhand derer sich die gängigsten Formen von Haarausfall zusammenfassen lassen.

Hormon- und erblich bedingter Haarausfall oder androgene Alopezie

Der hormonell erblich bedingte Haarausfall ist die häufigste Form von Haarausfall und besonders typisch für Männer zwischen dem 25. und 45. Lebensjahr. Der Verlust von dichtem Kopfhaar zeigt sich meist schon ab dem 25. Lebensjahr. Es folgen weitere typische Stadien:

  • Zunächst geht das Haar an beiden Schläfen zurück, es bilden sich die sogenannten Geheimratsecken
  • Es bildet sich eine Runde Glatze am Hinterkopf
  • Es entsteht das Bild eines verbliebenen Haarkranzes um den Hinterkopf, Halbglatze genannt
  • Völlige Haarlosigkeit (Vollglatze)

Bei dieser Art des Haarausfalls spielen hormonelle Komponenten eine entscheidende Rolle. Als Botenstoffe übernehmen Hormone in unserem Körper eine Reihe wichtiger Aufgaben: Sie beeinflussen viele entscheidende Körperfunktionen wie unsere Immunabwehr, aber auch unsere Gefühle und haben daher großen Einfluss auf unsere seelische Befindlichkeit. Bei der wohl häufigsten Form von Haarausfall sorgt eine genetische Veranlagung dafür, dass die Haarwurzeln besonders stark auf die Einflüsse von Androgenen, den männlichen Sexualhormonen, reagieren.

Das männliche Hormon Testosteron wird im Körper zur aktiven Form Dihydrotestosteron umgewandelt, was dann zu Veränderungen in den besonders empfindlichen Haarfollikeln führt.

Der Haarwuchs ist folglich spärlich und schwächer oder wird schließlich ganz verhindert.

Bei Frauen kann es zu einer ähnlichen Form von Haarausfall kommen, prinzipiell in jedem Alter, meist aber erst nach der Menopause. Bei erblicher Veranlagung kann auch bei Frauen der Haarausfall schon ab dem 30. Lebensjahr beginnen. Erkennbar ist auch hier ein spezielles Haarausfallmuster, welches durch eine Ausdünnung primär im Scheitelbereich gekennzeichnet ist. Ein Hinweis für diese krankhafte Form von Haarausfall kann ein andauernder Haarverlust von mehr als 100 Haaren täglich sein. Zugleich ist eine Ausdünnung der Kopfhaare vom Scheitel aus zu beobachten.

Der erblich hormonell bedingte Haarausfall kann vom Arzt gut diagnostiziert werden. Früh erkannt, können Sie dann mit verschiedenen Mitteln gegensteuern:

Eine Zuführung von Mikronahrungsstoffen unterstützt die angegriffenen Haarwurzeln. Pantothensäure (Vitamin B5) oder auch Bestandteile des Haarproteins Keratin können das Haarwachstum wieder fördern und das Haar kräftigen. Kraftloses und dünn gewordenes Haar sollte darüber hinaus besonders gepflegt und geschont werden. Vermeiden Sie eine starke Belastung und Beanspruchung der Haare. Hierzu gehören:

  • Ständiges Bürsten
  • Häufiges Waschen
  • Starkes Trockenrubbeln mit einem Handtuch nach dem Waschen
  • Häufiges heißes Föhnen
  • Frisieren mit heißem Glätteisen oder Lockenstab

Diffuser, nicht-krankheitsbedingter Haarausfall oder diffuse Alopezie

Hier kommt es nicht zu einem charakteristischen Haarausfall an bestimmten Stellen. Das Kopfhaar dünnt hingegen über den gesamten Kopf gleichmäßig aus. Von diffusem Haarausfall kann jede Frau betroffen sein. Etliche Faktoren könnten für diese Art des Haarausfalls verantwortlich gemacht werden. Am häufigsten sind:

  • Stress
  • Mangelernährung (z.B. Eisenmangel oder Vitaminmangel)
  • Veränderte Hormonlage
  • Medikamente

Gerade Stress kann ein typischer Auslöser für diffusen Haarausfall sein. Als Betroffene können Sie hier meist schnell den Zusammenhang zwischen Belastung und Symptom erkennen, gerade wenn sich der Haarausfall in stressfreien Zeiten wieder bessert oder ganz verschwindet. Sorgen Sie dann für mehr Entspannung und Erholung im Alltag.

Leiden Sie an dünner werdendem Haar, sollten Sie außerdem überprüfen, ob bei Ihnen eine Mangelernährung vorliegt. Als Ursache von diffusem Haarausfall spielt sie eventuell eine Rolle bei zeitlich oder methodisch übertriebenen Diäten. Eine Wiederaufnahme einer gesunden und ausgewogenen Ernährung ist dann geboten und führt zum Abklingen des diffusen Haarausfalls.

Auch während der Schwangerschaft ist diffuser Haarausfall zu beobachten. Dieses ist ebenfalls mit einer veränderten, aber nicht pathologischen Hormonlage, zu erklären.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Sie als betroffene Person bei der Suche nach Ursachen sämtliche Veränderungen der Hormonlage bedenken sollten. Eine begonnene oder abgesetzte Einnahme einer hormonell wirkenden Anti-Baby-Pille führt manchmal auch zu diffusem Haarausfall, der dann aber wieder abklingt. Medikamente, wie z. B. Heparinspritzen, können ebenfalls diffusen Haarausfall auslösen.

Gerade im Zusammenhang mit Diäten sollten Sie vor allem als Frau an einen zu niedrigen Eisenwert im Blut denken, insbesondere dann, wenn Sie blass und häufig erschöpft sind und eingerissene Mundwinkel haben. Ein weiteres Vorgehen, z. B. für einen Bluttest, besprechen Sie dann am besten mit dem Arzt Ihres Vertrauens.

Der diffuse Haarausfall ist immer durch einen oder mehrere äußere Auslöser definiert, die unabhängig von Vererbung existieren und verschwindet auch meist wieder, sobald es gelingt, die Ursache zu finden und abzustellen. Auch bei dieser Form des Haarausfalls sollten Sie sämtliche belastenden Prozeduren für Kopfhaare und Kopfhaut vermeiden.

Kreisrunder Haarausfall oder Alopecia Areata

Bei dieser Art des Haarausfalls kommt es zu klar definiertem Verlust der Kopf- oder Körperbehaarung. Es zeigen sich  eine oder auch mehrere kreisrunde kahle Stellen z. B. in der Größe einer Münze. Dieser Haarausfall betrifft viel häufiger Frauen als Männer. Was ebenso auffällig ist: Oft sind auch Kinder oder noch junge Menschen vom kreisrunden Haarausfall betroffen. Hier ist noch nicht abschließend geklärt, worin die Ursache für das Ausfallen der Haare liegt. Im Verdacht steht aber das körpereigene Immunsystem, dass aufgrund einer Erkrankung seine Abwehrmechanismen gegen die eigenen Haarwurzeln richtet. Die Haare an betroffenen Stellen:

  • Fallen aus
  • Wachsen nicht nach
  • Wachsen nur verkürzt nach (Stummelhaar)

Außer den Kopfhaaren können auch Augenbrauen, ja sogar Wimpern und andere Körperhaare, wie z.B. der Bart bei Männern, betroffen sein. Der weitere Verlauf ist unterschiedlich. Typisch ist ein Krankheitsverlauf, der gekennzeichnet ist von einem ständigen Wechsel von Symptom und Symptomfreiheit. So wächst das Haar an den betroffenen Stellen häufig nach ca. 3 Monaten wieder nach. Bei derartigen Symptomen empfiehlt es sich, einen Dermatologen, also einen Facharzt für Hauterkrankungen, aufsuchen. Eine Standardbehandlung gibt es nicht. In schweren Fällen werden kortisonhaltige Präparate verabreicht. Wichtig ist daher immer, eventuelle Autoimmunerkrankungen wie Neurodermitis, Heuschnupfen, allergisches Asthma, Lupus oder Hashimoto als Auslöser des Haarausfalls auszuschließen bzw. spezifisch zu behandeln.

Weitere Arten von Haarausfall

Neben den bisher genannten Ursachen und Arten von Haarausfall, können noch weitere Faktoren zu Haarverlust führen.

Haarausfall durch Medikamente

Haarausfall ist als Nebenwirkung vor allem bei Mitteln wie etwa Zytostatika, die gegen Krebs und andere schwere Krankheiten verschrieben werden, bekannt. Doch auch auf andere Medikamente, wie beispielsweise

  • Blutverdünnende Mittel
  • Beta-Blocker
  • Cholesterinsenker
  • Schilddrüsenpräparate
  • Hormone (Testosteron)
  • Muskelaufbauende Substanzen wie Anabolika

können Haarausfall auslösen. Wenden Sie sich im Zweifelsfall an ihren behandelnden Arzt oder Apotheker.

Haarausfall als Symptom einer schweren Erkrankung

Schon eine einfache Infektion kann mit vermehrtem Haarausfall einhergehen. Darüber hinaus kann Haarausfall als Symptom einiger schwerer Erkrankungen wie Leberzirrhose, Nierenerkrankungen, Syphilis oder auch einer Schilddrüsenüberfunktion auftreten. Sollten alle bisher gegebenen Hinweise auf Ihren Haarausfall nicht zutreffen, sollten Sie in jedem Fall mit Ihrem Hausarzt sprechen.

Haarausfall durch Reibungs- oder Hitzebelastung

Typischerweise ist Haarverlust durch Reibungsbelastung etwa bei Männern mit behaarten Beinen zu beobachten: Bei ständigem Tragen von sehr engen Hosen und Strümpfen fallen an den Kontaktreizstellen vermehrt die Haare aus. Verwenden Sie Baumwollstrümpfe, die keinen einschnürenden Bund haben, sondern gekettelt sind und tragen Sie eher weit geschnittene Hosen, um die Reibung zu reduzieren. Auch am Kopf kann der Haarausfall punktuell durch ständiges Tragen von Caps, Mützen oder Stirnbändern vorkommen. Zu starke Hitzebelastung ist meist bei Frauen dadurch ausgelöst, dass sie mit übermäßigem Föhnen oder starkem Einsatz von Glätteisen die Haare zum Ausfallen bringen.

Haarausfall durch radioaktive Belastung

Bekannt ist der Verlust der Haare nach radioaktiver Bestrahlung z.B. in der Krebstherapie. Patienten werden aber über diese Nebenwirkung informiert. Auch durch Kontamination mit radioaktiven Substanzen kann es zu Haarausfall kommen. 

Angeborene Haarlosigkeit

Das Dermotrichie-Syndrom, eine sehr seltene Genmutation, verursacht unter anderem eine komplette Haarlosigkeit von Geburt an.

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