Besonders der Hinterkopf scheint eine anfällige Stelle zu sein, wenn die Haare ausgehen. Das Erscheinungsbild kann sich ähneln, die Ursachen hierfür sind jedoch ganz unterschiedlich. In einem sind sich jedoch sicher alle Betroffenen einig: Der Haarausfall sollte aufhören, so rasch wie möglich. Ob dieses Ziel erreicht werden kann, hängt wiederum vom Auslöser ab.

Zuviel Druck und Zug – Haarausfall am Hinterkopf

Bei Säuglingen gibt er kaum noch Anlass zur Sorge, der Haarausfall, der vor allem den Hinterkopf betrifft. Er wird zu Recht als normal akzeptiert. Er resultiert daher, dass das feine Haar dem ständigen Druck und dem Reiben auf der Unterlage oder durch die Kopfbedeckung noch nicht gewachsen ist. Bestenfalls kann versucht werden, durch weiche Stoffe Abhilfe zu schaffen. Bei Jugendlichen sind es vor allem straff geknotete, mit Gummibändern versehene Frisuren, die zum Haarausfall am Hinterkopf führen. Stellt man die Ursache wie ungeeignete Haargummis oder das ständige Tragen der gleichen Frisur ab, erholt sich der Haarschopf rasch wieder. Auch bei Dauerpatienten, die lange Zeit bettlägerig sind, kann sich diese Art des Haarausfalls einstellen. Ein Nackenpolster, das den Kopf etwas abstützt, sorgt in vielen Fällen für Besserung.

Erblich bedingter Haarausfall am Hinterkopf

Nach den Geheimratsecken ist es die sogenannte Tonsur, der runde Haarausfall am Hinterkopf, den die Betroffenen gerne vermeiden würden. Erblich bedingter Haarausfall kann jedoch meist nur gelindert, aber kaum beseitigt werden. Zeigen die nahen männlichen Verwandten ebenfalls Haut statt Haar am Hinterkopf, so ist davon auszugehen, dass der Haarausfall genetisch bedingt ist. Die androgenetische Alopezie betrifft jedoch nicht ausschließlich Männer. Frauen können ebenfalls unter dieser spezifischen Art des Haarausfalles leiden. Sie trifft es vor allem nach den Wechseljahren, wenn die Produktion der weiblichen Geschlechtshormone nachlässt.

Kreisrunder Haarausfall am Hinterkopf

Der kreisrunde Haarausfall, die sogenannte Alopecia areata, beginnt in vielen Fällen ebenfalls mit kahlen Stellen am Hinterkopf. Die Wissenschaft geht davon aus, dass diesem Haarausfall eine Autoimmunerkrankung zugrunde liegt. Die Alopecia areata betrifft Personen jeden Geschlechts und jeden Alters.

Forschung bestätigt: Hirse wirkt gegen Haarausfall

Sollte der Haarausfall am Hinterkopf nicht eindeutig mechanischer Natur sein, ist es ratsam, ihn ärztlich abklären zu lassen. Nur so können die richtigen Schritte – und die vor allem rechtzeitig – eingeleitet werden.

Androgenetische Alopezie – was tun

Zwar ist das lichter werdende Haar an den Schläfen ein Hinweis darauf, dass auch der Haarausfall am Hinterkopf erblich bedingt sein könnte. Zur Sicherheit sollten Sie jedoch einen Spezialisten aufsuchen, der andere Ursachen ausschließt. Steht die Diagnose fest, kann der erste Schritt eine Ernährungsumstellung sein. Nahrungsmittel, die den Haarwuchs stärken, gehören nun unbedingt auf den Tisch, um den Haarverlust wenigstens zu verzögern. Auch spezifische auf den Haarwuchs ausgelegte Nahrungsergänzung kann dabei helfen, dass der Haarausfall verlangsamt wird. Gute Ergebnisse zielen manche Probanden mit Medikamenten gegen Haarausfall. Da ihre Inhaltsstoffe wie zum Beispiel Minoxidil auch Nebenwirkungen haben können, sollten Sie vor allem dann, wenn Sie bereits in ärztlicher Behandlung sind, die Einnahme mit dem behandelnden Arzt absprechen.

Hilfe bei kreisrundem Haarausfall

Hier ist eine gesicherte Diagnose durch den Facharzt besonders wichtig. Für den kreisrunden Haarausfall ist es typisch, dass er immer wieder auftreten kann, auch wenn nach einem Schub durchaus eine vollständige Wiederbehaarung möglich ist. Sogar von Spontanabheilungen wird in Fachkreisen berichtet. Die notwendig werdenden Therapien müssen individuell besprochen und in Angriff genommen werden. Das zugrunde liegenden Problem ist nämlich nicht der Haarausfall an sich, sondern eine Fehlentwicklung im Immunsystem. Neben Immuntherapien gelten Therapien mit Zink und Glukokortikoiden (Kortison) als sinnvoll. Besondere Aufmerksamkeit richtet die Wissenschaft auf die Therapie mit Thymuspeptiden. Diese biologisch aktiven Peptide aus den Thymusdrüsen wurden bereits in der Vergangenheit erfolgreich bei Krebspatienten eingesetzt, um das körpereigene Immunsystem zu stärken.

 

 

Quellen:

https://www.pharmazeutische-zeitung.de/ausgabe-452015/von-geheimratsecken-bis-zur-glatze/
https://www.deutsche-apotheker-zeitung.de/daz-az/2011/daz-28-2011/update-zum-androgenetisch-bedingten-haarausfall
https://www.endokrinologen.de/haarausfall.php
https://www.medical-tribune.de/medizin-und-forschung/artikel/androgenetische-alopezie-wann-muss-behandelt-werden/
https://www.pharmazeutische-zeitung.de/inhalt-14-1999/pharm2-14-1999/