Faktoren für das Haarwachstum – Wie schnell wachsen Haare?

Dass unsere Haare ununterbrochen wachsen, erscheint den meisten völlig selbstverständlich, auch wenn wir das Haarwachstum nicht an allen Körperstellen bewusst wahrnehmen. Auch, wie schnell unsere Haare wachsen, ist unterschiedlich und wird von mehreren Faktoren bestimmt. Eine wichtige Rolle spielt der Wachstumszyklus der Haare.

Der Haarzyklus im Überblick

Die Länge des Wachstumszyklus an unterschiedlichen Körperstellen sorgt z.B. dafür, dass Ihre Augenbrauen nach Jahren nicht länger sind als Ihre Kopfhaare. Der Wachstumszyklus lässt sich dabei in 3 verschiedene Stadien einteilen: Die Anagenphase, die Katagenphase und die Telogenphase. Diese Wachstumsphasen regulieren, wie lange einzelne Haare leben und wie lang sie in Folge werden können. Wie schnell Ihre Haare wachsen, hängt also maßgeblich davon ab, in welcher Phase des Wachstumszyklus sie sich gerade befinden:

Anagenphase – In der ersten Haarwachstumsphase bildet sich zunächst die Haarwurzel, die die Grundlage für das Haar bildet. Bei gesundem Haupthaar befinden sich ca. 85 Prozent aller Haare in der Anagenphase, welche zwischen zwei und sechs Jahren andauern kann. Gesundheit, Gene, Geschlecht und auch Alter gehören zu den regulierenden Faktoren, die über die Dauer dieser Phase mitentscheiden.

Katagenphase – Die Katagenphase ist eine Art Zwischenphase. Nun beginnt der Haarfollikel, sich zu verengen. Etwa eines von hundert Haaren auf Ihrem Kopf befindet sich in der Katagenphase.

Telogenphase – Etwa 3-4 Monate befindet sich ein Haar in der Telogenphase, während der sich die Haarpapille und -follikel regenerieren, woraufhin eine neue Anagenphase beginnt. Die Haare sind nun nicht mehr in der Wurzel verankert, sie fallen beim Bürsten, Kämmen oder Duschen aus. An die Stelle des ausgefallenen Haares tritt im Regelfall ein neues Haar. Haare in dieser letzten Phase nennt man auch Kolbenhaar. Etwa 18 Prozent aller Kopfhaare befinden sich in der Telogenphase, diese ist bei Männern meist etwas länger als bei Frauen. Daher können Frauen Ihre Haare meist länger wachsen lassen als Männer, Männer haben jedoch in der Regel dichteres Kopfhaar.

So schnell wachsen Haare: Die wichtigsten Zahlen im Überblick

Das durchschnittliche Haarwachstum beträgt zwischen 0,3-0,5 Millimeter pro Tag – dies summiert sich im Monat auf etwa 1-2 Zentimeter. Bei 100.000 Kopfhaaren beträgt das gesamte Haarwachstum also rund 30 m täglich. Die Haare wachsen dabei von der Wurzel zur Spitze, werden also aus der Kopfhaut „geschoben“. Aus rechnerischen Gründen ergibt sich bei gesunden Haaren, in Abhängigkeit von den einzelnen Wachstumsphasen, eine maximale Länge von etwa einem Meter, längere Haare sind eher selten. Neben genetischen Faktoren kann auch eine Mangelernährung das Haar brüchiger machen bzw. das Haarwachstum verkürzen.

Tipps für gesund wachsende Haare

Lange Zeit galt die Annahme, man könne kurze Haare von der Wurzel aus leicht nach außen schieben und so das Haarwachstum beschleunigen, jedoch ist eine signifikante Veränderung nicht messbar. Ein Kurzhaarschnitt verändert sich lediglich optisch deutlich schneller als mittellange oder lange Haare. Auch Techniken wie regelmäßiges Spitzenschneiden haben keinen maßgeblichen Einfluss auf die Wachstumsgeschwindigkeit. Dennoch können Sie die Gesundheit Ihrer Haare und damit auch deren Wachstum durch bestimmte Maßnahmen verbessen. Mangelernährung, hormonelle Einflüsse und psychische Faktoren wie Stress verkürzen die natürlichen Wachstumsphasen der Haare und verursachen einen vorzeitigen Verlust der Haare. Dadurch wird der Haarzyklus negativ beeinträchtig. Auch allzu eifriges Bürsten und Shampoonieren schaden einem dichten und langen Haarwuchs, da Sie so die natürliche Zusammensetzung der Kopfhaut negativ beeinflussen können oder die Haare bereits in der Anagenphase aus der Kopfhaut ziehen. Unvorsichtiges Bürsten und Kämmen kann Ihr Haar hingegen ungesund und schütt wirken lassen.

Haare wachsen auch nach dem Tod – Fakt oder Legende?

Ein sich hartnäckig haltendes Gerücht zum Wachstum menschlicher Haare ist der posthume Haarwuchs. Diesem Mythos zufolge wachsen menschliche Haare auch nach dem Tod noch eine gewisse Zeit weiter. Fakt ist, dass die Haare des Verstorbenen nach wenigen Tagen etwas länger sind als zum Zeitpunkt des Todes. Doch dies hängt nicht mit dem Haarwachstum selbst zusammen, sondern mit dem Flüssigkeitsverlust, der unmittelbar nach dem Tod einsetzt. So stark und kontinuierlich unsere Haare zu Lebzeiten auch wachsen mögen, nach dem Tod ist definitiv Schluss.