Trockenes oder stumpfes Haar? – was sich dagegen unternehmen lässt!

Ist das Haar gesund, glänzt es und fühlt sich geschmeidig und glatt an. Fühlt es sich jedoch strohig an, sieht stumpf und glanzlos aus, ist es trocken und spröde. Ist das Haar trocken oder stumpf, ist die äußere Schicht der Haare angegriffen und damit rau. Die innen liegenden Haarschichten sind dagegen in einem gesunden Zustand. Fühlen sich die Haare stumpf oder trocken an, kann das an falscher Pflege liegen. Doch die Signale können auch auf Mangelerscheinungen oder eine Krankheit weisen. Hier erfahren Sie, woran Sie trockenes und stumpfes Haar erkennen und was Sie dagegen unternehmen können.

Der Aufbau der Haarschichten

Haare bestehen aus Keratin und sind in drei Schichten aufgebaut: Das sind Cuticula, Cortex und Medulla.

Cuticula: Die Cuticula ist die äußere Schicht, die jedes Haar umgibt. Sie wird auch als Schuppenschicht bezeichnet, weil ihre Zellen wie die Schuppen eines Tannenzapfens übereinander liegen. Insgesamt besteht die Cuticula aus bis zu zehn solcher Lagen. An ihr ist genau zu sehen, wie gesund die Haare sind: Schmiegt sich die Schuppenschicht eng an jedes einzelne Haar, reflektieren sie das Licht: Das Haar sieht gesund und glänzend aus.

Cortex: Diese Haarschicht wird auch Faserstamm genannt und entspricht etwa drei Viertel des Haares. Der Cortex besteht aus feinen Fasern aus Keratin, die zu Bündeln zusammengefasst und miteinander verkittet sind. Wird das Haar gefärbt oder anderweitig durch den Friseur chemisch behandelt, spielt sich das im Cortex ab.

Medulla: Die Medulla ist das Mark, das sich im Inneren jedes Haares befindet.

So sieht trockenes oder stumpfes Haar aus: Die Symptome

Liegt die Cuticula flach wie bei einem Tannenzapfen an jedem Haar an, sehen die Haare glänzend und glatt aus. Der Cortex wird von der Cuticula optimal geschützt. Das ist bei trockenem oder stumpfem Haar ganz anders: Die Schuppen der Cuticula liegen nicht mehr glatt übereinander, sondern sie stehen ab. Die Haare fühlen sich strohig und trocken an und ihr ganzer Glanz geht verloren. Die schützende Schicht der Cuticula ist nicht mehr vorhanden und der Cortex reagiert mit einer erhöhten Splissneigung und das Haar bricht schneller ab.

Frau mkt stumpfen und trockenem Haar
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Die Ursachen für trockene und stumpfe Haare

  • Tägliche Haarwäsche: Wird das Haar täglich gewaschen, quillt es auf. Außerdem wird dabei der an der Haarwurzel produzierte Talg herausgewaschen.
  • Die richtige Wahl des Shampoos: Wäscht ein Shampoo jeglichen Talg aus den Haaren, trocknen sie aus. Sie sollten daher lieber ein Shampoo wählen, das die Haare ein wenig fettet.
  • Lange Haare: Je länger die Haare sind, desto trockener sind oft die Spitzen der Haare. An der Wurzel der Haare wird fettiger Talg von einer Drüse produziert. Dieser pflegt die Haare und hält sie weich und geschmeidig. Sind die Haare lang, können die Spitzen nicht mehr ausreichend vom Talg versorgt werden.
  • Das Styling der Haare: Wird das Haar täglich von Fön, Schaumfestiger, Lockenstab oder Glätteisen strapaziert, leidet es. Mit einem Hitzeschutzspray werden die Schäden durch Hitze vermindert. Noch besser ist es, wenn die Haare einfach an der Luft trocknen können.
  • Die Jahreszeiten: Im Sommer werden die Haare von den UV-Strahlen der Sonne, aber auch Meerwasser oder Chlorwasser im Schwimmbad beansprucht. Im Winter trocknet Heizungsluft die Haare aus. Falls Sie in der kalten Jahreszeit eine Wollmütze tragen, kann die Reibung zum Bruch der Haare führen.
  • Körperliche Ursachen: Werden die Haare stumpf und trocken, kann das auf einen möglichen Mangel an Vitaminen oder Mineralien deuten. Das betrifft einen Mangel an B-Vitaminen oder Biotin, aber auch Vitamin C, Eisen, Zink und Kupfer. Sind Sie Vegetarier oder Veganer? Dann kann eine proteinarme Ernährung zu trockenem oder stumpfem Haar führen. Aber auch eine Unterfunktion der Schilddrüse oder die hormonellen Veränderungen während der Schwangerschaft oder den Wechseljahren können zu trockenem oder stumpfem Haar führen.

Das hilft bei trockenen und stumpfen Haaren

Ist das Haar trocken, fehlen ihm vor allen Dingen Feuchtigkeit und Fette. Wenn Sie spezielle Produkte für trockene oder sehr trockene Haare verwenden, geben Sie Ihren Haaren genau das, was sie brauchen. Können sich jedoch Wachse oder Öle um jedes einzelne Haar wie ein pflegender Film legen, schmiegt sich auch die Cuticula wieder um den Cortex. Verwenden Sie nach dem Waschen unbedingt einen Conditioner: Dieser sorgt dafür, dass sich die Haare auch im nassen Zustand leicht kämmen lassen. Werden nasse Haare nicht sorgfältig und vor allem vorsichtig ausgekämmt, können sie leicht reißen. Dann ist Spliss vorprogrammiert.

Hausmittel gegen trockene oder stumpfe Haare

Gegen trockene oder stumpfe Haare helfen Hausmittel: Sie können regelmäßig einen Tropfen Oliven-, Mandel-, Kokos-, Argan– oder Jojobaöl in Ihren Handflächen verteilen und anschließend in die Haare massieren. Werden drei Esslöffel Kokosöl im Wasserbad aufgelöst, haben Sie eine milde Haarkur. Tragen Sie alles auf Ihre Haar auf und lassen Sie es eine gute halbe Stunde einwirken, bevor Sie alles mit einem milden Shampoo auswaschen. Auch aus Hibiskustee können Sie eine Haarmaske machen: Eine Handvoll Hibiskusblüten werden mit einem halben Liter kochendem Wasser überschüttet und dürfen darin noch zwanzig Minuten lang ziehen. Spülen Sie mit dem lauwarmem Tee Ihre Haare, lassen Sie alles eine Weile wirken und waschen Sie einfach mit klarem Wasser nach.