Haarausfall: Welcher Arzt kann helfen?

Wer sich bislang über dichtes und gesundes Haar freuen konnte, reagiert bei plötzlich auftretendem Haarausfall womöglich geschockt. Meist sind die Ursachen für den vermehrten Haarverlust zu komplex, um den Haarausfall eigenständig und ohne professionelle, ärztliche Hilfe in den Griff zu bekommen. Doch welcher Arzt hilft bei ausfallendem Haar?

Nicht jede Form von Haarausfall ist besorgniserregend

Jeder Mensch verliert täglich eine bestimmte Anzahl an Haaren. Dieser Prozess ist völlig normal und Teil des natürlichen Haarwachstums. Die ausgefallenen Haare werden baldmöglich durch neue ersetzt, sodass keinerlei Lücken oder kahle Stellen entstehen können Problematisch wird es erst, wenn der natürliche Haarwechsel unterbrochen wird und an der betroffenen Stelle keine neuen Haare nachwachsen. Fachleute raten zum Besuch eines Arztes, sobald sich die Zahl ausgefallenen Haare auf mehr als 100 pro Tag erhöht.

Der Hautarzt als erster Ansprechpartner

Da die Wurzeln der Haare in der Haut verankert sind, ist der Dermatologe Spezialist für Krankheitsbilder, die mit ausfallendem Haar zusammenhängen und meist der erste Ansprechpartner bei Haarausfall. Um den Auslösern Ihres Haarausfalls auf den Grund zu gehen, wird er Sie wahrscheinlich bitten, über mehrere Tage hinweg, die nach dem Kämmen ausgefallenen Haare zu zählen oder eventuell für eine genauere Untersuchung mitzubringen.

Auch Angaben zum allgemeinen Gesundheitszustand erleichtern dem Dermatologen die Diagnose Hierzu zählt beispielsweise die regelmäßige Einnahme bestimmter Medikamente. Darüber hinaus sollte der Hautarzt erfahren, ob Ihre Eltern ebenfalls an  Haarausfall- leiden oder litten, denn genetisch bedingter Haarausfall wird gerade bei Männern oft als Erbanlage weitergegeben.

Haarausfall - Welcher Arzt kann helfen?
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Mögliche Alternative: Der Besuch beim Endokrinologen

Die so genannte Endokrinologie befasst sich mit der Beschaffenheit und Funktion der Drüsen mit innerer Sekretion (endokrine Drüsen). Zu den Krankheitsfeldern der Endokrinologen gehören damit alle Erkrankungen hormonproduzierender Drüsen. Darunter fallen:

  • Schilddrüse
  • Eierstöcke
  • und Hoden

Daher können Ihnen Endokrinologen vor allem dann helfen, wenn sich der Haarausfall auf eine der folgenden Ursachen zurückführen lässt:

  • Von den Eltern mit den Erbanlagen weitergegeben.
  • Vorausgegangene Operationen oder Erkrankungen.
  • Psychische Belastungen.
  • Einnahme von Medikamenten.

Die Dermatologie und die Endokrinologie unterscheiden sich in Bezug auf mögliche Behandlungsmethoden nicht wesentlich. Es wird immer eine Untersuchung der Haarwurzeln notwendig sein, um den Auslösern des Haarverlusts auf die Spur zu kommen.

Der Gynäkologe: Experte für hormonell bedingten Haarausfall bei Frauen

Bei Frauen kann oft auch der Gynäkologe die richtige Anlaufstelle sein. Nicht selten sind Hormonstörungen der Grund für den übermäßigen Haarausfall. Der Gynäkologe kann durch das Messen des weiblichen Hormonspiegels herausfinden, ob dem Körper wichtige Nähr- oder Mineralstoffe fehlen oder ob eine Hormonerkrankung vorliegt. Gerade bei Vegetariern und Veganern kann z.B. ein Mangel an Eisen oder Zink für den Haarausfall verantwortlich sein.

Weitere Ursachen für Haarausfall

Zu guter Letzt kann Haarausfall auch durch schwere Erkrankungen (wie beispielsweise eine Lungenentzündung) oder Diäten hervorgerufen werden oder als Nebenwirkung bestimmter Medikamente auftreten. So leiden auch Menschen, die Betablocker oder das Blut verdünnende Medikamente einnehmen des Öfteren an Haarausfall. In diesen Fällen sollte der jeweils zuständige Arzt konsultiert werden.

Wie kann Haarausfall behandelt werden?

Die Behandlung des Haarausfalls ist je nach Ursache unterschiedlich. Oft genügen Umstellungen der Lebensgewohnheiten in Bezug auf Essen, Trinken, Rauchen, Beruf oder Freizeit. In manchen Fällen kann eine Behandlung mit Medikamenten oder eine Hormontherapie die einzige Möglichkeit sein, um das Ausfallen der Haare zu stoppen. Problematisch und mit teils schwerwiegenden Konsequenzen verbunden wäre hingegen das Absetzen von Blutverdünnern und Betablockern.

Inwiefern kann die Homöopathie weiterhelfen?

Genau wie bei der klassischen schulmedizinischen Behandlung von Haarausfall kommt es auch bei der Homöopathie stark darauf an, welche Ursache dem Haarausfall zugrunde liegt. Generell sollen die Schüßler-Salze der Nummern 6, 8 und 11 einen positiven Einfluss auf das Haarwachstum haben. Sie eignen sich damit besonders zur Behandlung von Haarausfall. Allerdings kann eine homöopathische Behandlung eine herkömmliche Haarausfall-Therapie (z.B. mit speziellen Haarausfall-Mitteln) meist nicht vollständig ersetzen. Dennoch stellen die verschiedenen homöopathischen Mittel eine gute Ergänzung dar und können das natürliche Haarwachstum sanft und ohne größere Belastungen für den Körper unterstützen.

Haartransplantation als ultimative Lösung

Immer mehr Ärzte bieten ihren Patienten, nachdem die Ursache für den Haarausfall geklärt ist, verschiedene Möglichkeiten zur Haartransplantation In der Regel geht dem ein intensives Beratungsgespräch voraus. Ein solcher Eingriff lässt sich oft mit wenigen Terminen innerhalb kurzer Zeit durchführen. Dabei werden nicht einfach nur die Haare, sondern auch die Haarfollikel, also die Struktur der Kopfhaut, die die Haarwurzel umschließt und das Haar dort verankert, transplantiert, Wachsen aus den Follikeln neue Haare, kann der Haarausfall damit bekämpft werden. Eine Garantie hierfür gibt es jedoch nicht. Das transplantierte Haar könnte abgestoßen werden oder irgendwann selbst wieder ausfallen.