Die Haare bestehen aus Kreatin und sind über die Haarwurzeln mit der Kopfhaut verbunden. Doch die meisten Menschen machen sich kaum Gedanken um ihre Haare, solange diese keine Probleme machen. Vor allem die Haarwurzel ist dabei oftmals enormen Belastungen ausgesetzt. Kommt es dann zu medizinischen Problemen und Haarausfall, ist das Entsetzen groß. Betrachten wir also gemeinsam die Haarwurzel, deren Funktionen und auch deren möglichen Erkrankungen.

Welche Rolle nimmt die Haarwurzel ein?

Die Haarwurzel hält das Haar in der Kopfhaut verankert. Sichtbar ist bei Haaren immer nur der sogenannte Haarschaft, da dieser aus der Haut hervor ragt. Die Haarwurzel besteht aus der Haarzwiebel, dem verdickten Ende der Haarwurzel, welche in die Unterhaut reicht und diese verankert und den wie Zapfen geformten Anlagen, welche in der Oberhaut vorhanden sind. Diese sind in das embryonale Bindegewebe eingewachsen und bilden die Grundlage für die Haarbildung. Aus ihnen entwickelt sich ein gut durchbluteter Zapfen aus Bindegewebe, aus welchem die Haare entstehen.

Die Funktionen der Haarwurzel im Überblick

Die Haarwurzel nimmt eine wichtige Rolle ein, ist diese doch für die Festigkeit und das Wachstum der Haare verantwortlich. Dabei haben die Haare beim Menschen nur noch eine untergeordnete Funktion. Während Haare bei vielen Tieren und Tierarten dem Überleben und dem Schutz dienen, sind diese beim Menschen nur noch mehr oder minder schmuckes Beiwerk. Die Haare auf dem Kopf schützen den Menschen noch vor Kälte und UV-Strahlung, haben ansonsten allerdings nur noch einen ästhetischen Wert. Allerdings sind die Haarwurzeln von vielen feinen Nervenzellen umgeben. Aus diesem Grund können wir Menschen unter anderem auch Berührungen an den Haaren spüren. Schmerzempfindlich sind allerdings auch die Haarwurzeln nicht. Einzig die sie umgebenden Nervenzellen geben einen Reiz ab, wenn beispielsweise ein Haar ausgerissen wird.

So können Sie die Haarwurzel stärken

Grundsätzlich gilt es also die Haarwurzeln gesund und fit zu halten, um Haarausfall effektiv vorzubeugen. Dabei gibt es einige Möglichkeiten, um die Gesundheit der Haarwurzeln gezielt zu stärken.

1. Gesunde Ernährung:
Eine gesunde und ausgewogene Ernährung mit viel Proteinen und Kollagen, Eisen, Zink und Vitamin A und C ist besonders wichtig für gesunde Haarwurzeln. Diese Nährstoffe werden von diesen gebraucht. Ist die Versorgung schlecht oder unzureichend, kann die Haarwurzel auf Dauer ihre Aufgabe nicht mehr erfüllen.

2. Ausreichende Flüssigkeitszufuhr
Nehmen Sie genügend Wasser zu sich. Eine zu schlechte Wasserversorgung macht sich sehr schnell an den Haaren bemerkbar. Die Haare können dünner und brüchiger werden, da die Haarwurzel nicht mehr genügend Nährstoffe weiterleiten kann.

3. Vermeiden Sie die tägliche Anwendung von Shampoo
Haare haben einen natürlichen Fettfilm, welcher diese schützt. Wenn Sie die Haare täglich mit Seife und heißem Wasser traktieren, werden die Haare und Haarwurzeln sehr stark beansprucht. Auf Dauer kann dies zu anhaltenden Schäden der Haarwurzeln führen.

4. Regelmäßige Kopfmassagen
Die Kopfhaut ist häufig gestresst und angespannt. Durch regelmäßige und intensive Kopfmassagen können Sie auch diesem Bereich ein wenig Erholung und Entspannung verpassen. Dies sorgt für eine bessere Durchblutung und somit auch für eine bessere Versorgung der Haarwurzeln mit Nährstoffen.

Erkrankungen der Haarwurzel als Auslöser für Haarausfall

Es gibt verschiedene Gründe und Auslöser für Haarausfall. Häufig sind es vor allem Erkrankungen der Haarwurzel, welche schnell zu Problemen führen. Es ist wichtig, dass Sie solche Erkrankungen frühzeitig bemerken und diese entsprechend professionelle behandeln. Nur so können Sie effektiv einem krankheitsbedingten Haarausfall vorbeugen.

Haarwurzelentzündungen – ein Problem für viele Menschen

Die häufigste Erkrankung der Haarwurzel ist die sogenannte Haarwurzelentzündung. Diese wird in den meisten Fällen von einem Bakterium ausgelöst. Dabei handelt es sich um das Bakterium Staphylococcus aureus, welches eigentlich ein Teil der natürlichen Hautflora ist. Das Bakterium produziert allerdings sogenannte Exotoxine. Dringen diese in den Follikel ein, können diese eine Entzündung direkt an der Haarwurzel auslösen.

Sichtbar wird eine solche Entzündung vor allem durch leicht erhabene Bläschen, welche mit Eiter gefüllt sind und aus denen das Haar heraus wächst. Diese Stellen können sowohl jucken als auch schmerzempfindlich sein. Dementsprechend können Sie eine solche Entzündung schnell bemerken. Allerdings sollten Sie eine Haarwurzelentzündung nicht ignorieren. Bleibt diese unbehandelt, kann sich aus einer solchen Entzündung auch ein Furunkel entwickeln. In diesem Fall ist die Entzündung tiefer in die Wurzel eingedrungen. Furunkel sind häufig deutlich schmerzhafter und ausgeprägter. Eine schnelle und umfassende Beratung ist aus diesem Grund anzuraten. Dabei hängt es unter anderem von der Art der Erreger ab, wie die Haarwurzelentzündung behandelt wird. Doch auch die Stärke und Ausprägung der Entzündung spielt eine wichtige Rolle. Es kann durchaus notwendig sein, eine starke Entzündung mittels Antibiotika zu bekämpfen, um die Entzündung umfassend und systemisch aus dem Körper zu vertreiben. Alternativ können bei leichteren Entzündungen auch naturheilkundliche Verfahren verwendet werden, die Auswahl hier ist ebenso groß und vielfältig.

Begünstigt werden Entzündungen der Haarwurzel unter anderem durch fetthaltige Pflegeprodukte, welche die Erreger und Exotoxine in der Haarwurzel einschließen und somit die Entzündung nachhaltig begünstigen.

Die Neubildung von Haarwurzeln: Ist das mögliche?

Menschen haben gegenüber Tieren einen entscheidenden Nachteil. Haare wachsen zwar nach, wenn diese geschnitten werden, neue Haarwurzeln entstehen allerdings nicht. Kommt es also zu einem Ausfall einer Haarwurzel, wird diese nicht neu gebildet, sondern sie fehlt dauerhaft. Allerdings gibt es mittlerweile etliche wissenschaftliche Ansätze, um Haare neu wachsen zu lassen und somit eine Neubildung von Haarwurzeln zu ermöglichen. Leider sind all diese Möglichkeiten noch nicht ausgereift genug, um diese am Menschen effektiv zu nutzen. Für die Zukunft bleibt allerdings die Hoffnung, dass sich die gesamte Situation nochmals positiver verändern wird.